Konjunkturbericht der Handwerkskammer Magdeburg
Aufschwung im Handwerk setzt sich fort
Die Handwerkskammer Magdeburg hat die Konjunktur-Umfrage in ihrem Kammerbezirk für das zweite Halbjahr 2011 ausgewertet. Die folgenden Ergebnisse sowie das Resultat einer Sonder-Umfrage zur Situation der Fachkräfte in den Handwerksbetrieben erläuterten Handwerkskammer-Präsident Werner Vesterling und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe am 19.01.2012 bei einem Pressegespräch.
Geschäftslage: Die Geschäftslage in den Handwerksbetrieben im Kammerbezirk. Magdeburg ist so gut wie lange nicht. 92 Prozent der Unternehmen gaben an, eine gute oder befriedigende Lage gehabt zu haben. 90 Prozent erwarten dies auch für das erste Halbjahr 2012. Besonders erfreulich zeigt sich die Geschäftslage bei den Kfz-Handwerken und in den Bauhandwerken, die von einem erhöhten privaten Konsum und einer höheren Investitionsneigung profitieren. In den Handwerken für den persönlichen Bedarf fallen die Aufschwungeffekte dagegen etwas geringer aus. Mit 83 Prozent mindestens zufriedenen Befragten bleibt der Stand aber dennoch auf hohem Niveau.
Betriebsauslastung: Eine Betriebsauslastung von durchschnittlich 81 Prozent zeigt, dass die Betriebe gut zu tun haben und einige voll ausgelastet sind. Im Vergleich zu den Vorjahren wird hier deutlich, dass der Anteil der Unternehmen, die eine Auslastung von mehr als 90 Prozent hatten, gestiegen ist.
Beschäftigte: Der Stand der Mitarbeiter in den Unternehmen blieb zum Großteil konstant. Dennoch zeigt sich der Saldo aus Personalzu- und Personalabgängen positiv. In mehr Betrieben wurde eingestellt (11 Prozent), als dass Mitarbeiter entlassen wurden (7 Prozent). 81 Prozent der Betriebsinhaber gehen davon aus, dass sie ihren Personalbestand für das nächste Halbjahr konstant halten.
Investitionen: Die günstige Geschäfts- und Auftragslage spiegelt sich auch in den getätigten Investitionen wider. 24 Prozent der Unternehmen haben die Situation genutzt, um ihre Investitionen zu steigern. 56 Prozent konnten sie konstant halten. Dieser Trend wurde durch die Zinsentwicklung und die unsichere Lage auf dem Geldmarkt beeinflusst, die das Kapital zu Realinvestitionen treiben.
Preisentwicklung: Die Einkaufspreise scheinen in manchen Branchen zu explodieren. 79 Prozent der befragten Unternehmensinhaber gaben an, im vergangenen Halbjahr gestiegene Einkaufspreise verzeichnet zu haben. 81 Prozent glauben, dass die Steigerung im nächsten Halbjahr anhalten wird. Die meisten Steigerungen gibt es im Lebensmittelhandwerk (91 Prozent der Befragten). 37 Prozent der Unternehmen konnten die Verkaufspreise erhöhen; 57 Prozent gaben an, mit konstanten Preisen gewirtschaftet zu haben.
Umsatzentwicklung: Die Umsätze zeigen eine Aufwärtsentwicklung, 30 Prozent der Betriebsinhaber konnten ihre Umsätze steigern, wobei auch 17 Prozent angaben, einen Umsatzrückgang verzeichnet zu haben. Für die Zukunft erwarten nur noch 12 Prozent der Unternehmen steigende Umsätze.
Statistik: Zum Stichtag 31.12.2011 gab es im Kammerbezirk der Handwerkskammer Magdeburg
14 459 Betriebe. Im Vergleich zum Jahresanfang 2011 war nur ein leichter Rückgang zu erkennen (minus 0,4 Prozent). Seit 2005 ist die Anzahl um 2 Prozent gestiegen. Davon sind 60 Prozent in der Anlage A der Handwerksordnung als zulassungspflichtige Gewerbe eingetragen. Der Umsatz im Kammerbezirk lag 2011 bei 5,9 Mrd. Euro (netto), die Zahl der Beschäftigten betrug 70 000.
Datengrundlage: Jedes 7. Unternehmen im Kammerbezirk wurde befragt; das sind zirka
2 300 Betriebsinhaber. 283 Unternehmen haben geantwortet geantwortet, was einer Rücklaufquote von 12,3 Prozent entspricht.
Sonderumfrage zum Fachkräftebedarf im Handwerk
Offene Stellen: 13 Prozent der Befragten geben an, derzeit offene Stellen für Fachkräfte zu haben. Bei 30 Prozent der Betriebe waren in den letzten 12 Monaten offene Stellen zu besetzen. 25 Prozent planen, in den nächsten 12 Monaten Fachkräfte einzustellen – davon 18 Prozent nur, wenn die momentan gute Auftragslage anhält und 7 Prozent, weil sie die Geschäftstätigkeit langfristig ausweiten wollen. 37 Prozent der Umfrageteilnehmer hatten oder haben Probleme, für offene Stellen geeignete Fachkräfte zu finden. 10 Prozent halten eine gezielte Anwerbung ausländischer Fachkräfte für sinnvoll.
Probleme bei der Besetzung offener Stellen: 24 Prozent der Befragten gaben an, nicht mit der Qualifikation der Bewerber zufrieden zu sein. Je 13 Prozent sind auch mit den von den Arbeitsagenturen vermittelten Bewerber nicht zufrieden, da sie nicht entsprechend qualifiziert oder nicht arbeitsbereit/einsatzfähig sind. 10 Prozent gaben an, keine Bewerber für die offenen Stellen gefunden zu haben.
Gegenmaßnahmen: Um einem eventuellen Fachkräftemangel vorzubeugen, setzen 23 Prozent der Befragten auf die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. 17 Prozent wollen verstärkt im eigenen Betrieb ausbilden, 14 Prozent auf das Angebot der Arbeitsagenturen zurückgreifen.
Den Konjunkturbericht einschließlich der Sonderumfrage zum Fachkräftebedarf finden Sie hier.
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