Umfrage: Einführung einer Umweltzonen
Handwerksbetriebe im Kammerbezirk stehen der Schaffung einer Umweltzone skeptisch und ablehnend gegenüber.
Auf die am 29.07.2010 versendeten rund 3.000 E-Mails hat die Handwerkskammer Magdeburg insgesamt 194 verwertbare Antworten erhalten, das ist ein Rücklauf von 6,5 %. Festzustellen ist, dass das Thema Umweltzone unter den Handwerksbetrieben mit großer Emotionalität bewertet wird.
Anteile der Plakette für PKW
Anteile der Plaketten für leichte Nutzfahrzeuge
Anteile der Plaketten für schwere Nutzfahrzeuge
Wird die Geschäftstätigkeit durch die Schaffung der Umweltzone beeinflusst?
Halten Sie die Einführung der Umweltzone für richtig? | Erstaunlich ist das Ergebnis in der Auswertung des Fahrzeugbestandes. So gibt es doch noch einen erheblichen Anteil von Fahrzeugen, die entweder keine oder eine rote Umweltplakette zugeordnet bekommen. Der Bestand mit Fahrzeugen mit grüner Plakette ist erwartungsgemäß am größten. Trotzdem schätzen die Unternehmen für sich erhebliche wirtschaftliche Nachteile ein, wenn in Magdeburg und Halle eine Umweltzone geschaffen würde.
Der größte Anteil von Fahrzeugen, die nicht in eine Umweltzone einfahren dürfen, sind (gemessen am Anteil am Fahrzeugbestand) die schweren Nutzfahrzeuge. Auch der Bestand an Kleinlastern und Lieferwagen wird von einer Umweltzone stark betroffen. Hier entstehen auch die größten Kosten in der Nachrüstung mit Rußpartikelfiltern oder durch notwendige Neuanschaffungen.
Die Frage: „Wird Ihre Geschäftstätigkeit durch die Schaffung der Umweltzone beeinflusst?“, wird von Dreivierteln der Befragten negativ beantwortet. Lediglich 3 % der Betriebe gaben an, sie würden den Einfluss einer Umweltzone positiv einschätzen. An dieser Antwort wird deutlich, dass die Schaffung einer Umweltzone von den Unternehmen als wirtschaftsfeindlich eingeschätzt wird. Weiter wurde gefragt: „Halten Sie die Einführung der Umweltzone für richtig?“ Hier ist das Bild nahezu identisch. 80 % der Befragten halten die Einführung einer Umweltzone für nicht zielführend und stehen entsprechenden Vorschriften und Maßnahmen grundlegend ablehnend gegenüber.
Die Frage nach den notwendigen Investitionen, um ungehindert der weiteren Geschäftstätigkeit nachgehen zu können, wird mit einer Durchschnittssumme von 32.680 EUR beantwortet. Diese im ersten Moment sehr hoch anmutende Summe ist mit den Investitionen in schwere Nutzfahrzeuge begründet. Durchschnittliche Investitionssumme je Betrieb 32.680 Euro. |
Zusammenfassung
Handwerksbetriebe im Kammerbezirk stehen der Schaffung einer Umweltzone skeptisch und ablehnend gegenüber. Eine deutliche Mehrheit sieht in dieser vermeintlichen Umweltschutzmaßnahme eine Gängelung der Wirtschaft.
Die handelnde Politik ist gehalten, die wirtschaftlichen Probleme, die sich ohne Zweifel aus der Schaffung von Umweltzonen für einzelne Unternehmen ergeben, verlässlich abzufedern. So gilt es, klare und weitreichende Verwaltungsvorschriften zu erlassen, die einfach Ausnahmeregelungen und Fristenverlängerungen ermöglichen. Dabei ist unbedingt zu beachten, dass die erhobenen Gebühren für Ausnahmeregelungen im Rahmen bleiben.
Ansprechpartner:

Aktuelles




