Leben die Inklusion: Inhaberin Ulrike Germershausen und ihre Mitarbeiter.
Handwerkskammer Magdeburg
Leben die Inklusion: Inhaberin Ulrike Germershausen und ihre Mitarbeiter.

Hier funktioniert die Inklusion

Schon mehrfach gab die Germershausen Zahntechnik GbR in Staßfurt Jugendlichen mit einer Behinderung die Möglichkeit, den Beruf des Zahntechnikers kennenzulernen. Jetzt gibt es den ersten Ausbildungsvertrag.

Im Jahr 2014 absolvierte eine junge Frau mit einer Hörschädigung und einem anerkannten Grad der Behinderung von 100 ein Ferienpraktikum in dem Zahntechniklabor. Der Chefin fiel die handwerkliche Begabung der Jugendlichen auf. „Sie kann praktische Aufgaben sehr gut umsetzen und packt mit an, wo es notwendig ist“, so Ulrike Germershausen. Die ruhige Art der jungen Kollegin wirkte sich günstig auf das Arbeitsklima aus.

Mittlerweile ist sie seit zwei Jahren Auszubildende im Unternehmen. „Es gibt in der täglichen Arbeit mit unserer Auszubildenden nahezu keine Einschränkungen. Uns war es wichtig, dass die junge Frau die reguläre Berufsschule und überbetrieblichen Lehrgänge besucht. Auch im Kundenkontakt, am Telefon beispielsweise, gibt es trotz der Behinderung keine Probleme“, sagt Ulrike Germershausen.

Unterstützung vom Staat
Auch nach der Ausbildung gibt es für die junge Frau eine Perspektive bei der Germershausen Zahntechnik GbR. Dem Betrieb ist es wichtig, jungen Menschen mit Handicap eine Chance zu geben, aber vor allem deckt die Ausbildung langfristig den eigenen Fachkräftebedarf.

Eine zusätzliche Hilfe für den kleinen Betrieb waren die finanziellen Unterstützungsleistungen von der Agentur für Arbeit und vom Integrationsamt. So gewährte die Agentur für Arbeit einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung in Höhe von 80 Prozent für die gesamte Ausbildungszeit. Zusätzlich erhielt der Betrieb vom Integrationsamt eine Förderung in Höhe von 2.925 Euro aus Mitteln der Ausgleichabgabe zur Schaffung eines neuen Ausbildungsplatzes für schwerbehinderte Auszubildende sowie 10.000 Euro durch die Initiative Inklusion für die Schaffung neuer Ausbildungsplätze für schwerbehinderte junge Menschen.

Wird das Unternehmen zukünftig wieder einem jungen Menschen mit Behinderung eine Chance geben? „Ja“, sagt Ulrike Germershausen. „Wichtig sei die Person mit ihren Begabungen und Fertigkeiten und nicht die attestierte Behinderung.

(Veröffentlicht im "Handwerk in Sachsen-Anhalt", Ausgabe 12 vom 07.07.2016)

Julia Möws
Kammerkoordinatorin "Zukunftschance assistierte Ausbildung"

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