Handwerkskammer Magdeburg

Ja zum Meister: Unterschriftenaktion der Handwerkskammer Magdeburg für den Erhalt des Meistertitels

Mitteilung an die Medien

Die Europäische Union nimmt den Meisterbrief unter Beschuss, das Handwerk stellt sich dagegen: Mit der Aktion „Ja zum Meister“ sammelt die Handwerkskammer Magdeburg Unterschriften zum Erhalt des Meistertitels.

„Der Meistertitel ist und bleibt das Qualitätssiegel des Handwerks. Er dient dem Verbraucherschutz und befähigt zur Ausbildung junger Menschen. Dafür kämpfen wir“, sagte Handwerkskammer-Präsident Hagen Mauer heute in Magdeburg. In Deutschland sei dieser Zusammenhang in vielen Köpfen präsent, aber noch nicht verankert. Auf EU-Ebene kenne man die Vorzüge dieser Qualifikation nur unzureichend und versuche bewusst, das Ausbildungssystem zu schwächen. Mauer: „Mit der Aktion „Ja zum Meister!“ werden wir in Brüssel zeigen, dass die Mehrheit unserer Region und unseres Landes hinter dem Meisterzertifikat steht.“

Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, betont im Zusammenhang mit der Aktion die Ausbildungsleistung im Handwerk: „Fakt ist, dass 95 Prozent unserer Lehrlinge in den zulassungspflichtigen Berufen ausgebildet werden. Wenn wir die Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland gering halten wollen, darf am Meistertitel in keiner Form gerüttelt werden!“ Für die Aktion benötige man jetzt die Unterstützung seitens der Handwerkskammermitglieder, Politik und Bevölkerung. Grupe: „Es ist wichtig, dass wir jetzt kämpfen, um eine qualifizierte Zukunft zu erhalten.“

Machen Sie mit bei der Aktion „Ja zum Meister“! Schicken Sie die Kampagnen-Postkarte (erhältlich bei Kammer, Kreishandwerkerschaften und Innungen sowie als Download unter www.hwk-magdeburg.de/jazummeister) auf den Weg oder eine E-Mail mit dem Betreff „Ja zum Meister!“ an jazummeister@hwk-magdeburg.de. Für jeden vollständigen Namen übergibt die Handwerkskammer Magdeburg im Frühjahr 2015 eine Aktionskarte mehr an die EU. Alle Informationen zur Aktion: www.hwk-magdeburg.de/jazummeister

Hintergrundinformation:
Nach 2004 überprüft die EU erneut den deutschen Meisterbrief und hinterfragt seine Notwendigkeit, beispielsweise als Voraussetzungsmerkmal für die Gründung von Betrieben. Die Novelle der Handwerksordnung hatte damals die Folge, dass die Meistervoraussetzung in 53 Gewerken abgeschafft wurde, beispielsweise bei den Fliesenlegern. Die EU wollte mit diesem Vorgehen mehr Mobilität innerhalb der Mitgliederstaaten schaffen und Neugründungen von Betrieben fördern. 

Folge 1: Die Zahl der Betriebsgründungen stieg im Zuge der Reform tatsächlich an, allerdings nicht nachhaltig. 60 Prozent der Betriebe waren nach fünf Jahren nicht mehr am Markt aktiv.

Folge 2: Der Großteil der Betriebe waren Einzelunternehmer ohne Ausbildungsleistung. Sie schafften keine Arbeitsplätze und boten Jugendlichen keine Zukunft.

Folge 3: Oftmals waren diese Betriebe als Scheinselbstständige mit Niedrig-Löhnen unterwegs. Kunden klagten vielmals über mangelnde Handwerkerleistungen.

Foto: Handwerkskammer-Präsident Hagen Mauer (rechts) und Handwerkskammer-Hauptgeschäftsführer Burghard Grupe

Anja Gildemeister

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