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Kommt die Gründungsprämie für Meister?

Finanzminister tritt die Ausgabenbremse.

Laut einem Presseartikel tritt Finanzminister André Schröder auf Grund des Haushaltslochs auf die Ausgabenbremse. Mehrere Projekte liegen auf Eis und dürfen nicht angerührt werden, bis die fehlenden 160 Millionen erwirtschaftet worden sind, u. a. die Meistergründungsprämie. 

Die Handwerkskammer zeigt sich angesichts der Tatsache, dass die Koalitionspartner die dringend notwendige Einführung einer Meistergründungsprämie versprochen haben, entrüstet. Erst vor zwei Wochen wurden entsprechende Statements abgegeben. „Die Landesregierung macht sich unglaubwürdig und setzt vollkommen falsche Prioritäten“, sagte heute Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg. „Bei allem Verständnis für den Sparwillen des Finanzministers darf man dies aber nicht an der falschen Stelle tun. An der Meistergründungsprämie zu sparen, wäre ein großer Fehler“, so Mauer weiter.    

Im Handwerk fehlen qualifizierte Meister, die solide Handwerksbetriebe gründen oder übernehmen wollen. Die Weichen waren richtig gestellt. Das Land würde mit der Meistergründungsprämie Anreize bieten, dem aktuellen Trend entgegenzuwirken. Erst die letzte Jahresstatistik zeigte, dass 2016 nur knapp die Hälfte der Meisterabsolventen vorhanden war, als noch im Jahr 2010 und nur ein Drittel im Vergleich zum Jahr 2000. 

„Das ist ein enormes Problem. Wer soll denn in Zukunft die bestehenden Handwerksbetriebe weiterführen? Wie soll das Handwerk die bedeutende Rolle für die Ausbildungsfunktion, die Innovationskraft und auch für den regionalen Ausgleich des Mittelstandes weiter übernehmen? Wir Handwerker stützen maßgeblich die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in Sachsen-Anhalt und können nun wieder einmal nicht auf die Unterstützung der Politik bauen. Stattdessen wird der öffentliche Bereich aufgebläht und den konsumtiven Ausgaben Vorrang gewährt“, so der Handwerkskammer-Präsident.

Romy Meseberg
Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin

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