Hat ein Herz für Kultur: Geigenbauer Martin Banditt
Arno Battke
Hat ein Herz für Kultur: Geigenbauer Martin Banditt

Konzert beim Geigenbauer

„Meisterliche Konzerte“ hat Veranstalter Jan Kubon die Konzertreihe in der Konzertreihe getauft. „Ich möchte damit auf Kleinstbetriebe aufmerksam machen, weil ich es schade finde, dass sich viele Leute nur noch großen Einkaufszentren zuwenden. Das fängt beim Bäcker an“, eröffnete Kubon am 23. April das Konzert in der Werkstatt von Geigenbauer Martin Banditt in Magdeburg-Stadtfeld.

Banditt, 1977 in Magdeburg geboren, absolvierte seine Ausbildung in England, arbeitete dann einige Jahre in Berlin und erfüllte sich 2008 den Traum vom eigenen Betrieb in seiner Heimatstadt. „Banditt Violins“ ist heute in der Großen Diesdorfer Straße ansässig.

„Es macht mir viel Freude, Musizierenden, egal ob Laien- oder Berufsmusikern, mit Beratung, Service und Neubau zur Verfügung zu stehen. Der persönliche Kontakt gibt mir die Möglichkeit, individuelle Wünsche und Sorgen zu berücksichtigen. Dies ist mir besonders wichtig, da ich aus meiner eigenen Erfahrung als Musiker und auch von anderen Musizierenden weiß, dass sie eine besondere Beziehung zu ihren Instrumenten entwickeln und oft genaue Vorstellungen von Klang und Spielfertigkeit haben“, sagt Martin Banditt.

Neben Neubau, Restaurierung und Reparatur von Streichinstrumenten, sowohl in moderner als auch in historischer Bauweise, bietet seine Werkstatt auch Mietinstrumente und Zubehör. Gern öffnete der Handwerker, der auch schon im Magdeburger KreativSalon zu Gast war, seine Räume für den Auftritt des englischen Cellisten und Songwriters Ray Cooper, einem langjährigen Mitglied der Folkrock-Formation „Oysterband“. Das Podest auf der Fensterseite, an dem der Geigenbauer normalerweise arbeitet, bot die perfekte Bühne für den Künstler.

50 Gäste standen, hockten und saßen inmitten von Streichinstrumenten und deren Einzelteilen und erlebten, wie Cooper abwechselnd Gitarre, Cello, Mandoline und Mundharmonika spielte und dazu sang. Ob eines der Instrumente am Ende eine Reparatur brauchte, ist nicht überliefert. Fest steht aber: Das war ein erfolgreicher Abend für die Musik und für das Handwerk.

Veranstalter Jan Kubon würde das nächste Konzert gern in seinem Stadtfelder Lieblingsbäcker abhalten. „Doch das ist aus hygienischen Gründen wahrscheinlich nicht möglich“, schmunzelt er. Dennoch sollen die „Meisterlichen Konzerte“ innerhalb der Magdeburger Songtage 2016 fortgesetzt werden. „Wir suchen neue Spielstätten in den Randgebieten der Stadt“, ruft Kubon interessierte Handwerker zur Beteiligung auf. (ag)

Weitere Informationen:
www.songtage.org
www.bandittviolins.de

(Veröffentlicht im "Handwerk in Sachsen-Anhalt", Ausgabe 11 vom 04.06.2015)