Meister- und Fortbildungsprüfungen

Meisterprüfung

Handwerksmeisterinnen und -meister genießen weit über die deutschen Grenzen hinaus hohes Ansehen. Wirtschaftsdelegationen aus Japan und China, aus Brasilien und den USA erkennen die Meisterausbildung als nachahmenswertes Wirtschaftsmodell an. Der Grund: Handwerksmeister zeichnen sich durch ein breites technisches Können und fundiertes betriebswirtschaftliches Wissen aus.

In einem anspruchsvollen Qualifizierungsweg lernen sie,

  • neueste Techniken anzuwenden,
  • Kundenbedürfnisse zufrieden zu stellen,
  • einen Betrieb zu organisieren.
  • Mitarbeiter zu führen und Jugendliche auszubilden

Die Vielfalt und die Qualität ihrer Fähigkeiten spiegelt sich in den Produkten und Leistungen des Handwerks wider: in der sicheren Steckdose, der kreativen Modefrisur, dem präzise eingeschliffenen Brillenglas, dem exakt geplanten Bad, der Nockenwelle für die Formel 1. Der Meister im Handwerk ist auch eine persönliche Bereicherung und eine sichere Investition in die Zukunft.

Prüfungsteile
Die Meisterprüfung umfasst vier selbständige Prüfungsteile. Sie können unabhängig voneinander absolviert werden.

Teil I:    Praktische Prüfung
Teil II:   Fachtheoretische Prüfung
Teil III:  Betriebswirtschaftliche, kaufmännische und rechtliche Prüfung
Teil IV: Berufs- und arbeitspädagogische Prüfung
Das Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Magdeburg bietet Lehrgänge an, die auf die Prüfungen vorbereiten.

Zulassungsvoraussetzungen
Junge Handwerker können sich sofort nach der Gesellenprüfung auf die Meisterprüfung vorbereiten. Das sind die Zulassungsvoraussetzungen:

Zur Meisterprüfung in einem zulassungspflichtigen Handwerk nach Anlage A (HwO)  wird zugelassen,

  • wer eine Gesellenprüfung in dem zulassungspflichtigen Handwerk bestanden hat, in dem er die Meisterprüfung ablegen will, oder
  • wer eine Gesellenprüfung in einem verwandten zulassungspflichtigen Handwerk bestanden hat, oder
  • wer eine entsprechende Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat, oder
  • wer eine Prüfung auf Grund einer nach § 45 oder § 51a Abs. 1 in Verbindung mit Abs. 2 (HWO) erlassenen Rechtsverordnung bestanden hat, oder
  • wer eine andere Gesellenprüfung oder eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat und das zulassungspflichtige Handwerk, in dem er die Meisterprüfung ablegen will, mehrere Jahre lang beruflich ausgeübt hat.

Für die Zeit der Berufstätigkeit dürfen nicht mehr als drei Jahre gefordert werden. Der erfolgreiche Abschluss einer Fachschule wird auf die Berufstätigkeit angerechnet: bei einjährigen Fachschulen mit einem, bei mehrjährigen Fachschulen mit zwei Jahren.

Zur Prüfung in einem zulassungsfreien Handwerk (HwO) ist zuzulassen, wer eine Gesellenprüfung oder eine Abschlussprüfung in einem anerkannten Ausbildungsberuf bestanden hat oder eine Gleichwertigkeitsbescheinigung nach den Vorschriften des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes (BQFG) besitzt. Die Handwerkskammer kann auf Antrag in Ausnahmefällen von der Zulassungsvoraussetzung befreien. Für die Ablegung des Teils III der Meisterprüfung entfällt die Zulassungsvoraussetzung. (siehe § 51a Abs. 5 HwO)

Gebühren und Kosten
Für die Abnahme der Meisterprüfung werden Ihnen Prüfungsgebühren in Rechnung gestellt. Sie sind im gültigen Gebührenverzeichnis der Handwerkskammer festgelegt.

Fortbildungsprüfung

Ob als Geselle oder Meister - Fortbildung ist längst ein unverzichtbarer Bestandteil der persönlichen und beruflichen Entwicklung.  Fortbildungsprüfungen vor der Handwerkskammer finden nicht nur bundesweit sondern auch darüber hinaus Anerkennung.

Bei der Handwerkskammer Magdeburg können folgende Fortbildungsprüfungen abgelegt werden:

  • Ausbildereignungsprüfung (AdA)
  • Geprüfter Betriebswirt nach der Handwerksordnung (HwO)
  • Fachwirt für Gebäudemanagement (HWK)
  • Gebäudeenergieberater (HWK)
  • Geprüfter Fachmann/-frau für kaufmännische Betriebsführung nach der Handwerksordnung (HwO)
  • Kaufmännischer Fachwirt (HWK
  • Fachkosmetikerin (HWK)

Zur Vorbereitung auf die Fortbildungsprüfungen besuchen Sie idealerweise unsere eigens dazu eingerichteten Fortbildungskurse im Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer .

Gebühren und Kosten
Für die Abnahme der Fortbildungsprüfung fallen Prüfungsgebühren an. Diese richten sich nach dem gültigen Gebührenverzeichnis der Handwerkskammer. 

Besonderheiten bei Prüfung für Menschen mit Behinderung (Nachteilsausgleich)

Menschen mit einer Behinderung können infolge ihrer individuellen Beeinträchtigungen/Einschränkungen Nachteile beim Erbringen von Leistungen entstehen. Zur Kompensation dieser Nachteile besteht für sie die Möglichkeit, Nachteilsausgleiche bei der Durchführung einer Prüfung zu erhalten. Dies gilt insbesondere für die Dauer der Prüfung, die Zulassung von Hilfsmitteln und die Inanspruchnahme von Hilfeleistungen Dritter, wie Gebärdensprachdolmetscher für Menschen mit Hörschädigung. Diese Nachteilsausgleiche sind keine „Vergünstigungen“, sondern kompensieren behinderungsbedingte Benachteiligungen in der Prüfungssituation. Die Prüfungsanforderungen bleiben qualitativ erhalten.

Für den Erstausbildungsbereich sind Nachteilsausgleiche in der Prüfung in § 65 Abs. 1 Berufsbildungsgesetz (BBiG) und § 42 l Abs. 1 Handwerksordnung (HWO), für die Fortbildungen, einschließlich der industriellen Meisterprüfungen, und Umschulungen in § 67 BBiG und § 42 n HWO sowie für die handwerkliche Meisterprüfung in § 11 der Meisterprüfungsverfahrensordnung geregelt.

Genauere Informationen zum Thema Nachteilsausgleich finden Sie im Informationsblatt .