Schulabbrecher-Quote im Land zu hoch

Nach dem gestern veröffentlichten „Chancenspiegel“ der Bertelsmann-Stiftung fordert die Handwerkskammer Magdeburg, die Zahl der Schulabbrecher in Sachsen-Anhalt zu senken. „Die Silbermedaille im bundesweiten Wettbewerb um die höchste Schulabbrecher-Quote ist ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik in Sachsen-Anhalt und wirkt sich direkt negativ auf das Handwerk aus“, sagte Handwerkskammer-Präsident Hagen Mauer heute in Magdeburg.

Die Handwerksbetriebe im Kammerbezirk hätten bereits große Schwierigkeiten, ausbildungsreife Lehrlinge zu finden. Zirka 500 Ausbildungsplätze seien derzeit noch nicht vergeben. „Der demografisch bedingte Rückgang der Schülerzahlen ist schon problematisch genug, das vorhandene Schülerpotenzial muss fit für die Ausbildung gemacht werden. Wir brauchen jede Fachkraft“, so Mauer.

In der vergleichsweise geringen Abiturienten-Quote in Sachsen-Anhalt sieht das Handwerk dagegen keinen Handlungsbedarf. „Wir brauchen keine Abiturienten um jeden Preis, da müssen wir anderen Bundesländern nicht nacheifern. Die duale Ausbildung im Handwerk bietet in vielen anspruchsvollen und interessanten Berufen hervorragende Entwicklungsmöglichkeiten, auch ohne Abitur“, sagte der Handwerkskammer-Präsident.

Hintergrund: Laut der am 24. Juni vorgestellten Studie „Chancenspiegel“ der Bertelsmann Stiftung und der Universitäten Dortmund und Jena verließen im Abschlussjahr 2011 deutschlandweit 6,2 Prozent der Jugendlichen die Schule, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss erworben zu haben. Während der Anteil der Schulabbrecher in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und im Saarland um die fünf Prozent liegt, rangiert der Wert in Brandenburg bei 8,6 Prozent, in Thüringen bei 7,9 Prozent sowie Berlin und in Sachsen bei ungefähr zehn Prozent. Sachsen-Anhalt (12,1 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (13,3 Prozent) bilden die Spitze der Tabelle. 36,8 Prozent der Schüler in Sachsen-Anhalt machten 2011 Abitur oder Fachabitur, bundesweit waren es 51,1 Prozent.

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Anja Gildemeister

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