Tarifverträge im Handwerk

Die Vollversammlung der Handwerkskammer Magdeburg ist fest davon überzeugt, dass das Handwerk auch in Zukunft eine attraktive Branche für junge, engagierte Menschen bleibt und sich dem Wettbewerb um die Fachkräfte von morgen erfolgreich stellt. Dazu gehört zum einen, dass das Handwerk aktiv um Nachwuchskräfte wirbt und das positive Bild des deutschen Handwerks in der Öffentlichkeit stärkt. Dazu leistet die Imagekampagne „Das Handwerk. Die Wirtschaftsmacht. Von nebenan.“, die die Vollversammlung der Handwerkskammer Magdeburg mit beschlossen hat, einen wichtigen Beitrag. Die Vollversammlung ist aber auch überzeugt, dass beim Werben um qualifizierten Nachwuchs eine attraktive Ausbildung und möglichst klare Übernahmeperspektiven, faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen, sowie eine Existenzsichernde Altersversorgung, von zentraler Bedeutung sind. Denn das Handwerk steht mit anderen Branchen in einem immer stärkeren Wettbewerb um Fachkräfte.

Tarifverträge spielen bei der Schaffung guter Ausbildungs-, Einkommens- und Arbeitsbedingungen die zentrale Rolle. So wie die Vollversammlung auch in der Zukunft, die vom Deutschen Handwerkskammertag koordinierte Imagekampagne unterstützt, unterstützt sie mit dieser Resolution deshalb auch das Plädoyer von ZDH-Präsident Otto Kentzler für Tarifverträge, Tarifbindung und eine gute Tarifpartnerschaft mit den Gewerkschaften.

Ebenso wie Handwerkspräsident Kentzler hält auch die Vollversammlung eine gelebte und starke Tarifpartnerschaft angesichts aktueller Herausforderungen im Handwerk zukünftig für unerlässlich. Dazu gehören durchsetzungsstarke Tarifpartner auf beiden Seiten: Mitgliederstarke Gewerkschaften ebenso wie mitgliederstarke Innungen. Handwerksbetriebe, die Mitglied einer tarifgebundenen Innung sind, gehen mit gutem Beispiel voran. Über ihre Innung oder ihren Fachverband können die Unternehmen unmittelbar auf die tarifpolitischen Aktivitäten Einfluss nehmen und damit entscheidend zu ihrer Wettbewerbsfähigkeit beitragen. Denn eine hohe Tarifbindung und Flächentarifverträge für Handwerksbranchen ermöglichen einen echten Wettbewerb über Leistung und gute Arbeit, statt über geringe oder gar sinkende Lohnkosten. Unfaires Lohndumping -beispielsweise über so genannte OT Verbände- in einzelnen Bereichen kann das ganze Handwerk in Verruf bringen und so die Nachwuchsgewinnung erheblich behindern.

Wichtig sind Tarifverträge im Handwerk, die passgenaue Lösungen für die jeweiligen Branchen und für die besonderen Betriebsstrukturen bieten. Diese passgenauen Lösungen können, wie bereits seit Jahrzehnten erfolgreich erprobt, erfahrene Tarifpartner gestalten: wo möglich mit Flächentarifen und Allgemeinverbindlichkeitserklärungen von Tarifverträgen. Die Vollversammlung stimmt mit Handwerkspräsident Otto Kentzler überein, dass es Arbeitgeberverbänden und Gewerkschaften im Handwerk stets gelungen ist, für die besonderen Strukturen im Handwerk tarifpolitische Lösungen zu finden. Ebenso unterstützt die Vollversammlung die Aussage des Handwerkspräsidenten, dass die bereits für allgemein verbindlich erklärten Lohntarifverträge im Handwerk ein herausragendes Beispiel für eine verantwortungsvolle Ausgestaltung der Sozial- und Tarifpartnerschaft sind.