Förderung
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Anträge für Förderprogramm "Sachsen-Anhalt PLAN" bis November möglich

Zuschussförderung zur Erstellung von Insolvenzplänen und Sanierungskonzepten

Mit dem Förderprogramm „Sachsen-Anhalt PLAN“ können durch die Corona-Pandemie in die Krise geratene Unternehmen mit Sitz in Sachsen-Anhalt einen Zuschuss zur Erstellung von Insolvenzplänen und Sanierungskonzepten beantragen. Das Insolvenzplanverfahren stellt ein wichtiges Instrument dar, um die Geschäftsfortführung sicherzustellen. Mit dem „Sachsen-Anhalt PLAN“ sollen mehr Unternehmen ermutigt werden, das Insolvenzplanverfahren zu wählen, um den Erhalt des Unternehmens nach einer Insolvenz zu sichern. 

Programm auf einen Blick: 

Wer wird gefördert?

Zuwendungsempfänger sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Sitz oder Betriebsstätte im Land Sachsen-Anhalt, die die Erstellung eines Sanierungskonzepts oder Aufstellung eines Insolvenzplanes durchführen. 

Antragsberechtigt sind alle Unternehmer*innen und Freiberufler*innen,

  • die drohend zahlungsunfähig im Sinne des § 18 Abs. 2 InsO sind oder
  • in Form einer Gesellschaft mit Haftungsbeschränkung, wenn sie mehr als die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals infolge aufgelaufener Verluste verloren haben. Das ist dann der Fall, wenn sich mithin nach Abzug der aufgelaufenen Verluste von den Rücklagen (und allen sonstigen Elementen, die im Allgemeinen den Eigenmitteln des Unternehmens zugerechnet werden) ein negativer kumulativer Betrag ergibt, der mehr als der Hälfte des gezeichneten Stammkapitals entspricht oder
  • bei denen zumindest ein*e Gesellschafter*in unbeschränkt für die Schulden der Gesellschaft haftet und deren in den Geschäftsbüchern ausgewiesenen Eigenmittel infolge aufgelaufener Verluste zu mehr als der Hälfte verlorengegangen sind oder
  • die einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nach der Insolvenzordnung gestellt haben oder
  • über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nach der Insolvenzordnung bereits eröffnet wurde,
  • und die am 31. 12. 2019 kein Unternehmen in Schwierigkeiten im Sinne des Artikel 2 Nummer 18 der AGVO waren, aber danach in Folge des Ausbruchs von COVID-19 Schwierigkeiten hatten oder in Schwierigkeiten geraten sind.

 Was wird gefördert?

Gegenstand der einmaligen Förderung sind

  • Zuschüsse zu den Ausgaben für Sanierungskonzepte, welche den Anforderungen der höchstrichterlichen Rechtsprechung des BGH in Anlehnung an den IDW S6 Standard entsprechen vor Eintritt der Insolvenzantragspflicht bzw.
  • Zuschüsse für die Aufstellung eines Insolvenzplanes gemäß §§ 217-234 der Insolvenzordnung (InsO) sowie für den gemäß § 270 b Abs. 1 Satz 1 InsO erforderlichen Insolvenzplan. 

Wie wird gefördert?

Die Zuschüsse werden als anteiliger Beitrag zu den zuwendungsfähigen Ausgaben für die Erstellung eines Sanierungskonzepts oder eines Insolvenzplanes gewährt. Zuwendungsfähig ist das Nettohonorar des*r externen Beraters*in oder die für die Erstellung eines Insolvenzplans zusätzliche entstehende Nettovergütung des* Insolvenzverwalters*in gemäß der Insolvenzrechtlichen Vergütungsverordnung (InsVV). Fahrt- und Übernachtungskosten sowie sonstige Auslagen des*r Gutachters*in sind nicht zuwendungsfähig. 

Der Zuschuss beträgt bis zu 50 v.H. der zuwendungsfähigen Ausgaben, höchstens jedoch

  • für Unternehmen mit bis zu 10 Arbeitnehmern (Vollzeitäquivalente) max. 10 000 Euro,
  • für Unternehmen mit bis zu 50 Arbeitnehmern (Vollzeitäquivalente) max. 25 000 Euro und
  • für Unternehmen mit bis zu 249 Arbeitnehmern (Vollzeitäquivalente) max. 50 000 Euro.

Wie eingangs erwähnt, darf das antragstellende Unternehmen am 31.12.2019 kein Unternehmen in Schwierigkeiten gewesen sein. Dies ist durch eine Bestätigung eines*r Steuerberaters*in, Wirtschaftsprüfers*in oder vereidigten*r Buchprüfers*in mit der Antragstellung nachzuweisen. 

Hier geht es zum Programm sowie den Antragsunterlagen. 

Hinweis: Im Bundesförderprogramm Überbrückungshilfe III Plus können Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung von Unternehmen in einer drohenden Zahlungsunfähigkeit ersetzt werden. 

Weitere Beratungsunterstützung: 

www.hwk-magdeburg.de/artikel/unternehmensanalyse-und-krisenbewaeltigung-16,1250,5963.html