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Informationen über Bundes- und Landeserlasse zur Stoffpreisgleitklausel

Die Handwerkskammer informiert über die aktuellen Erlassregelungen

Der Russland-Ukraine-Konflikt führt auch zu Problemen auf deutschen Baustellen. Wegen gestörter Lieferketten sind viele Materialien nicht zu bekommen oder erheblich teurer geworden. So bezog Deutschland rund 30 Prozent des Baustahls aus Russland und der Ukraine. Auch viele erdölbasierte Produkte wie zum Beispiel Bitumen und Kunststoffrohre sind betroffen.

Für die Bundesbauverwaltung und den Verkehrswegebau haben das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) Praxishinweise zum Umgang mit diesen Problemen herausgegeben. Neue Verträge sollen mit Preisgleitklauseln versehen werden, die eine Anpassung an die Marktentwicklung ermöglichen. Im Einzelfall sollen auch in bestehenden Verträgen die Preise nachträglich angepasst werden.

Auch bei Vergabeverfahren im Landes Sachsen-Anhalt sollen Stoffpreisgleitklauseln zur Anwendung kommen.  Sowohl für die Bundesbaumaßnahmen als auch für Hochbaumaßnahmen des Landes sind die ursprünglich bis zum 30. Juni 2022 befristeten Erlasse zur Anwendung von Stoffpreisgleitklauseln nunmehr bis zum 31. Dezember 2022 verlängert worden.

Diese Richtlinien für den Umgang mit Preissteigerungen und die Preisgleitung auf Basis des Formblattes 225 VHB Bund beziehen sich grundsätzlich auf folgende Stoffgruppen:

  • Stahl- und Stahllegierungen,
  • Aluminium,
  • Kupfer,
  • Erdölprodukte (Bitumen, Kunststoffrohre, Folien- und Dichtbahnen, Asphaltmischgut),
  • Epoxidharze,
  • Zementprodukte,
  • Holz,
  • Gusseiserne Rohre.

Die Stoffpreisgleitklauseln können aber auch für weitere Baustoffgruppen zur Anwendung kommen. Die Bauverwaltungen des Bundes und des Landes Sachsen-Anhalt prüfen und entscheiden im Einzelfall, ob und inwieweit die Voraussetzungen für die Einbeziehung weiterer Stoffgruppen vorliegen.

Die entsprechenden Erlasse sind auf dieser Seite unter Downloads zu finden.