Michaela Delorme und Christine Behrens präsentieren ihre Stollen
Handwerkskammer Magdeburg
Michaela Delorme (l.) von der Bäckerei Delorme in Burg und Christine Behrens von der Bäckerei Behrens in Wilsleben präsentieren ihre Stollen.

Stunde der Wahrheit für die Stollen-Bäcker

Öffentliche Stollenprüfungen in Magdeburg und Stendal mit sehr guten Ergebnissen

Für die Handwerksbäcker in Sachsen-Anhalt ist das bevorstehende Weihnachtsfest ein ganz besonderer Anlass, ihr großartiges Können im ganzen Land einem breiten Interessentenkreis vorzustellen. In den Auslagen der Innungsbetriebe finden sich in einer breiten Vielfalt Lebkuchen, Vanillekipfel, Zimtsterne, Makronen, Nussecken und natürlich der Stollen in verschiedenen Sorten. Der Krönung aller Weihnachtsgebäcke steht dabei im Mittelpunkt aller betrieblichen Bemühungen und wird mit viel Liebe und handwerklicher Kunst für das Fest hergestellt. In den Bäckereien werden zunehmend diese oftmals nach betriebseigenen Familienrezepten handgefertigten Produkte angeboten.

Bei den beiden öffentlichen Stollenprüfungen des Landesinnungsverbandes am 26. November im Allee-Center Magdeburg und am 28. November im Modehaus Ramelow in Stendal stellten 20 Betriebe insgesamt 49 Stollen dem Sachverständigen des Deutschen Brotinstituts e. V. zur fachlichen Bewertung vor. Er bewertete die Backwaren nach einem genau festgelegten Schema. Viele Besucher kamen zum Probieren, um sich selbst ein Urteil zu bilden.

Wussten Sie, dass der Stollen seinen Ursprung in unserem Bundesland hat? Die erste urkundliche Erwähnung erfolgte 1329 in Naumburg an der Saale als Weihnachtsgabe für den Bischof. Aus dem ehemals sehr mageren Backwerk für das Adventsfasten ist ein in vielen Regionen gepflegtes, traditionelles Produkt geworden. Die Traditionssorten Butterstollen, Rosinenstollen, Mandelstollen oder Quarkstollen sind bei vielen der Innungsbetriebe des Bäckerhandwerks oftmals nach jahrzehntealten, in der Familie überlieferten Rezepturen erhältlich. Aber auch neue Rezepturen, wie der Cranberry-Stollen, Glühweinstollen oder der Geiselthaler Winzerstollen, erfreuen den Genießer. Für die Innungsbäcker ist die Stollenprüfung die Stunde der Wahrheit. Sie wollen wissen, welche dem hohen Prüfungsritual genügen, welche in der Gunst unserer Bürger liegen und welche die Besten sind.

Landesinnungsmeister Manfred Stelmecke verweist auf die Bedeutung dieser Kulturpflege. "Mit ihrem Können wollen unsere Handwerksbäcker nicht nur zeigen, wie die regionale Vielfalt mit geschmackvollen Produkten bereichert wird, sondern wie durch örtliche Produzenten mit Nähe zum Rohstofflieferanten und zum Kunden ein wertvoller Beitrag zum Umweltschutz sowie für eine soziale Ausgewogenheit geschaffen wird", so der Landesinnungsmeister.

Die beteiligten Handwerksbäcker können stolz auf ihre Ergebnisse sein. Michael Isensee, Prüfer des Deutschen Brotinstituts e. V., konnte insgesamt 37 mal das Prädikat "sehr gut" vergeben. Weitere elf Stollen erhielten das Prädikat "gut". 20 Betriebe erhielten eine Goldmedaille für das dreimalige Prädikat "sehr gut" in Folge. Wie der Prüfer bestätigte, ist das im bundesweiten Vergleich ein überdurchschnittliches Ergebnis.

Wer die genauen Prüfungsergebnisse einsehen möchte geht auf www.brotinistitut.de  und gibt unter Bäckerfinder & Prüfungsergebnisse die Postleitzahl der gesuchten Bäckerei ein. Dort findet man alle getesteten Produkte mit den jeweiligen Prüfungsergebnissen.