Corona-Umfrage-Webbanner-1STunningART-1140x488
1STunningART - stock.adobe.com

ZDH-Umfrage zu den Auswirkungen von Corona

Umfragestart am 18. Juni 2020 - Handwerksbetriebe bitte unbedingt teilnehmen!

Die Auswirkungen des Coronavirus auf die deutsche Wirtschaft insgesamt und natürlich auch auf die Handwerksbetriebe sind bereits aktuell erheblich. Erwartet werden muss zudem, dass die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Ausbreitung in den kommenden Wochen weiter zunehmen werden. Um ein aktuelles Bild von der Betroffenheit der Betriebe zu erhalten, führt der ZDH gemeinsam mit vielen Handwerkskammern und Fachverbänden des Handwerks diese Umfrage durch.

Therese Klette-Schrills
Referentin für Volkswirtschaft und Statistik

Tel. 0391 6268-275
Fax 0391 6268-110
tklette--at--hwk-magdeburg.de

Teilnahme an der Umfrage

 Hier gelangen sie zur ZDH Umfrage Corona.

Die Befragung soll in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, um die wirtschaftliche Betroffenheit des Handwerks im Zeitverlauf nachverfolgen zu können. Wenn Sie die Möglichkeit sehen, sich demnächst erneut an der Befragung zu beteiligen, bitten wir Sie, beim Ausfüllen der Umfrage Ihre E-Mail-Adresse anzugeben. Das eröffnet uns die Möglichkeit, Sie bei der nächsten Befragungsrunde direkt auf die Umfrage hinzuweisen.

Vielen Dank, dass Sie sich in diesen wirtschaftlich herausfordernden Zeiten die Zeit nehmen, an der Befragung teilzunehmen!



Umfrageergebnisse zum Handwerk in der Corona-Krise

Die Ergebnisse der Umfrage sollen dazu dienen, die Folgen der Corona-Pandemie für die Handwerkswirtschaft besser beurteilen zu können.

Bislang hat es drei Befragungsrunden gegeben. Die erste Umfrage erfolgte vom 23. bis zum 25. März, die zweite vom 2. bis zum 5. April und die dritte vom 22. bis zum 24. April.

Gelangen Sie mit folgendem  Link zu den Ergebnissen der ZDH-Umfrage.

Auswirkungen auf den Geschäftsbetrieb

Die Ausbreitung des Coronavirus hat zu drastischen Einbrüchen bei der Geschäftstätigkeit der Handwerksbetriebe geführt. In der ersten Umfragerunde gaben 90 Prozent der Befragten an, von den Auswirkungen betroffen zu sein. 80 Prozent berichten von einem coronabedingten Umsatzrückgang, 60 Prozent von Auftragsstornierungen und 38 Prozent von fehlendem Personal.

26 Prozent teilen mit, Auswirkungen durch fehlendes Material zu spüren. Jeder Vierte ist von behördlichen Betriebsschließungen betroffen.

1-Corona-Sonderbefragung-Auswirkung-Geschäftsbetrieb

2-Corona-Sonderbefragung-Auswirkungen-Umsatz

Auswirkungen auf den Umsatz

Anhand der gesamten Umfrageergebnisse auf Bundesebene lassen sich auch die Probleme der einzelnen Gewerke verdeutlichen.

Besonders betroffen von Umsatzrückgängen sind die Berufe aus dem Handwerk für den persönlichen Bedarf und auch die Gesundheitshandwerke. Hier sind die Umsätze im Durchschnitt um 76 bzw. 88 Prozent zurückgegangen.

Aber auch im Kfz-Handwerk berichten 93 Prozent der Befragten von Umsatzrückgängen, im Durchschnitt von 57 Prozent. 86 Prozent der Lebensmittelhandwerke geben an, von Umsatzeinbußen betroffen zu sein, bei einem Rückgang von 41 Prozent.

In den Bauhandwerken und im Handwerk für den gewerblichen Bedarf berichtet mehr als die Hälfte von einem Umsatzrückgang. Hier beträgt der Ausfall im Durchschnitt 40 bzw. 45 Prozent.

Unterstützungsmaßnahmen für den Betrieb

Schon in der ersten Befragung gaben fast drei Viertel der Befragten an, dass Zuschüsse als Unterstützungsmaßnahme hilfreich waren. Gerade im kleinbetrieblich strukturierten Handwerk werden diese gegenüber dem klassischen Kredit (23 Prozent) bevorzugt. Beinahe ebenso wichtig ist ein schneller und unkomplizierter Zugang zu Kurzarbeitergeld (67 Prozent). Wichtig sind auch Stundungen von Steuerzahlungen (47 Prozent), um die noch vorhandene Liquidität im Betrieb zu halten. 

3-Corona-Sonderbefragung-Unterstützungsmassnahmen-Betrieb

Auch in der dritten Befragungsrunde wird die Soforthilfe als beste Hilfe beurteilt, während Steuerstundungen und Erleichterungen beim Kurzarbeitergeld in den Hintergrund rücken. Bei "Sonstiges" war zu lesen, dass ein Ausgleich des entgangenen Unternehmerlohns oder die Wiedereröffnung der Laden die größte Hilfe wäre, oder auch eine sofortige Auszahlung der Soforthilfen.

4-Corona-Sonderbefragung-genutze-Massnahmen-Beschaeftigung

Um sich der herausfordernden wirtschaftlichen Situation anzupassen, wurden bereits seit der ersten Umfrage verschiedene Maßnahmen umgesetzt oder geplant, um auf Nachfrageeinbruch und behördliche Maßnahmen zu reagieren. Hier nannten zwei Drittel die Beantragung von Kurzarbeitergeld als geeignetes Mittel. Ein Drittel setzt auf die Anordnung von Urlaub für die Beschäftigten, ein Viertel auf den Abbau von Überstunden. Darüber hinaus ist für 8 Prozent die Kündigung von Mitarbeitern vorstellbar und für 18 Prozent eine vorübergehende Schließung des eigenen Betriebes. 

In der dritten Befragung zeigt sich ein ähnliches Bild. Doch lasst sich hier vermuten, dass doch einige vorerst auf die Beantragung von Kurzarbeit verzichtet haben und den Nachfrageruckgang mit dem Abbau von Zeitarbeitskonten und Urlaubstagen überbrücken wollen.

Bisher genutzte Maßnahmen

Aus dem kombinierten Landes- und Bundesprogramm Sachsen-Anhalt Zukunft kann seit dem 30. März ein nichtrückzahlbarer Zuschuss auf die laufenden Betriebsausgaben für drei Monate beantragt werden. Bereits am Folgetag waren 14.700 Antrage[1] eingegangen, am 20. April bereits 40.000, wobei 11.000 schon bewilligt werden konnten[2]. Außerdem können bei der Kfw zinsgünstige Kredite beantragt werden.

5-Corona-Sonderbefragung-genutze-Massnahmen

23 Prozent der Befragten hatten Probleme bei der Beantragung der Liquiditätshilfen. Einige wünschten sich niedrigere Zinsen bei längerer Laufzeit. Andere haben auf eine Rückmeldung zum Antragseingang der Soforthilfen und eine schnellere Auszahlung gehofft.

Die Anzeigen über Kurzarbeit sind im März sprunghaft gestiegen. Nach vorläufigen Daten der Bundesagentur beantragten die Unternehmen in Sachsen-Anhalt für 25.039 Personen Kurzarbeitergelt. Im Vorjahr wurden nur 254 Personen in den Anzeigen genannt[3]. In der zweiten Befragung gaben 44 Prozent an, bereits Kurzarbeitergeld beantragt zu haben. Ein Viertel davon gab an, dass die Prüfung schnell und unbürokratisch erfolgte.

Stundungen auf Steuerzahlungen beantragten nur 12 Prozent der Befragten. In der dritten Befragungsrunde gaben das 15 Prozent an. 29 Prozent, in der dritten Runde sogar 38 Prozent, gaben an, dass die Prüfung schnell und unbürokratisch erfolgte. In der letzten Befragung ist außerdem nach Stundungen von Sozialversicherungs- und Unfallversicherungsbeitragen gefragt worden. Jeder Neunte hatte bereits einen Stundungsantrag für die Sozialversicherungsbeiträge beantragt und ein Prozent der Befragten die Stundung der Unfallversicherungsbeiträge.

[1] Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 31. März 2020; Nr. 148/2020
[2] Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Pressemitteilung vom 21. April 2020; Nr. 32/2020
[3] Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Tabellen, Kurzarbeit - angezeigte Kurzarbeit, Nürnberg, März 2020

Ergebnisse der 4. Umfrage

Um die Folgen der Corona-Pandemie für das Handwerk besser beurteilen zu können, führt der ZDH gemeinsam mit vielen Handwerkskammern und Fachverbänden des Handwerks regelmäßige Betriebsbefragungen zu deren Auswirkungen auf die aktuelle Geschäftstätigkeit durch. Die vierte Umfragerunde wurde vom 13. bis zum 15. Mai 2020 durchgeführt. Insgesamt haben sich 2.270 Betriebe an der Befragung beteiligt. Die Ergebnisse zeigen, dass die anhaltende Corona-Pandemie den Geschäftsbetrieb im deutschen Handwerk nach wie vor erheblich beeinträchtigt. Allerdings sind erstmals kleine Schritte hin zu einer allmählichen Entspannung erkennbar.

Mit dem Ende des Shutdowns und dem schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft insgesamt hat sich auch im deutschen Handwerk die Umsatzlage etwas entspannt. Der Anteil der Handwerksbetriebe, die von Umsatzeinbußen durch die Pandemie berichten, ist gegenüber den Vorbefragungen nochmals leicht zurückgegangen.

Bundesweit melden noch immer 63 Prozent der Betriebe aktuell Umsatzeinbußen (Vorbefragung: 68 Prozent). Dabei hat sich auch die Höhe des Umsatzausfalls in den betroffenen Betrieben verringert. Sie ist von 53 auf 46 Prozent zurückgegangen.

Geringer als zuvor ist auch der Anteil der von Auftragsstornierungen betroffenen Handwerksbetriebe: Aktuell melden 45 Prozent einen Rückgang ihrer Auftragsbestände (Vorbefragung 52 Prozent). Dabei waren in diesen Betrieben durchschnittlich 36 Prozent des Auftragsvolumens von Stornierungen betroffen, auch das eine merkliche Verbesserung gegenüber der Vorumfrage, als dieser Wert noch bei 42 Prozent lag.

Nochmals kleiner geworden ist auch der Anteil von Betrieben, in denen Mitarbeiter aufgrund der Pandemie ausfallen. Aktuell müssen noch 24 Prozent auf Mitarbeiter verzichten, weil diese sich mit dem Virus infiziert haben, sich in Quarantäne befinden oder aufgrund fehlender Angebote die Betreuung von Angehörigen übernehmen müssen (Vorbefragung: 28 Prozent).

Weitgehend unverändert gegenüber der Vorbefragung ist der Anteil der Betriebe, die von Engpässen bei Materialien, Vorprodukten, Komponenten oder Betriebsmitteln (33 nach zuvor 32 Prozent) berichten. Mit 13 Prozent etwas geringer als zuvor ist der Anteil der Betriebe, die von behördlich angeordneten Betriebsschließungen betroffen sind (Vorumfrage: 17 Prozent).

Trotz der beginnenden Entspannung der schwierigen wirtschaftlichen Lage sind viele Betriebe weiterhin auf niedrigschwellig verfügbare und sofort wirksame Unterstützungsinstrumente zur Sicherung ihrer Liquidität in den kommenden Wochen und Monaten angewiesen. Als geeignetstes Instrument, um dies zu erreichen, werden weiterhin nicht rückzahlbare staatliche Zuschüsse (41 Prozent) angesehen – allerdings geben dies deutlich weniger Betriebe an als in den Vorbefragungen, was als Zeichen der Entspannung der Liquiditätssituation in zumindest einem Teil der Betriebe angesehen werden kann. Im kleinbetrieblich strukturierten Handwerk werden hingegen Überbrückungskredite (13 Prozent) oder Bürgschaften (7 Prozent) weiterhin nur von wenigen Betrieben als geeignet benannt. Beinahe ebenso wichtig ist den Betrieben weiterhin ein schneller und unkomplizierter Zugang zu Kurzarbeitergeld (39 Prozent). Die Bundesregierung hat hier bereits Erleichterungen bei den Voraussetzungen und im Antragsverfahren umgesetzt, allerdings fehlen weiterhin Regelungen für Auszubildende oder geringfügig Beschäftigte. Wichtig bleibt auch die Stundung von Steuerzahlungen (31 Prozent), um die noch vorhandene Liquidität im Betrieb zu halten. Zuspruch finden weiterhin auch die Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen (20 Prozent) sowie die Stundung von Unfallversicherungsbeiträgen (13 Prozent).

Die von Bund und Ländern bereitgestellten Liquiditätszuschüsse werden von den Handwerksbetrieben häufig nachgefragt. Bei mehr als jedem dritten Betrieb war die wirtschaftliche Lage infolge der Pandemie so angespannt, dass ein Liquiditätszuschuss beantragt wurde (36 Prozent). Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass die Bearbeitung der Anträge und die Auszahlung der Gelder nicht in jedem Fall zügig, also innerhalb von 5 Werktagen, vonstattengehen. Nur etwas mehr als jeder zweite Betrieb (53 Prozent), der einen Antrag auf einen Liquiditätszuschuss gestellt hat, erhielt das Geld innerhalb dieser Frist.