Sichere Vergabe unterhalb des Schwellenwertes - nach der neuen Unterschwellenvergabeordnung (UVgO)

Seminar

Auftragsberatungsstelle

Beschreibung

Das „Massengeschäft" der Beschaffungsstellen findet unterhalb der Schwellenwerte statt und wurde trotzdem im Vergaberecht bisher eher stiefmütterlich behandelt. Dies ändert sich im Jahr 2018. Die VOL/A entfällt auch unterhalb der Schwellenwerte. Stattdessen gibt es mit der Unterschwellenvergabeverordnung (UVgO) nun ein ganz neues Regelwerk. Mit dem Seminar werden wesentliche Inhalte der neuen UVgO und Auswirkungen auf die Beschaffungspraxis dargestellt. Im Seminar wird immer auf wichtige Parallelen und Unterschiede zum bisherigen Recht besonders hingewiesen. Maßstab der Veranstaltung sollen dabei immer Verständlichkeit und Praxisnähe sein.

Konzept

Mit Praxisbeispielen werden Sie durch die einzelnen Phasen des Vergabeverfahrens geleitet und erhalten dabei einen Überblick über rechtliche Anforderungen und Fallstricke. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Frage, wann eine „freihändige Vergabe" (neu: Verhandlungsvergabe) zulässig ist und welche Anforderungen an die Leistungsbeschreibung und die Wertungskriterien in Anbetracht der aktuellen Rechtsprechung zu stellen sind. Dargestellt werden besonders auch notwendige Inhalte des Vergabevermerks sowie auch der Umgang mit fehlenden oder fehlerhaften Angeboten, die Eignungsprüfung sowie der Ausschluss vom Vergabeverfahren. Auch verschiedene Wertungsmethoden sowie ihrer Verankerung in den Vergabeunterlagen und der Dokumentation werden erklärt. Hingewiesen wird auch auf praktische Auswirkungen wichtiger Regelungen des Landesvergaberechts (LVG LSA).

Fragen aus dem Teilnehmerkreis sind willkommen!

Zielgruppe

Tipps und Tricks zum neuen Vergaberecht und der aktuellen Rechtsprechung erleichtern Beschaffungspraktikern die Anwendung der neuen Rechtsgrundlagen. Neueinsteiger erhalten einen Überblick über wesentliche Weichenstellungen des Vergabeverfahrens auf dem neusten Stand.

Aus dem Inhalt

  1. Vergaberecht - verständlich auch für Nichtjuristen
    1. Rechtsgrundlagen (EU-Recht, GWB, VgV, UVgO, Haushaltsrecht, Erlasse etc.); Wegfall der VOF und VOL/A
    2.Wesentliche Inhalte der neuen Unterschwellenvergabeverordnung (UVgO) und Unterschiede zur bisherigen         Rechtslage
    3. Landesvergaberecht – LVG LSA
    4. Prinzipien (Wirtschaftlichkeit, Verhältnismäßigkeit, Gleichbehandlung, Transparenz, Wettbewerb)
    5. Binnenmarkttransparenz (Wie erkennen, welche Rechtsfolgen)
  2. Passendes Vergabeverfahren
    1. Bedeutung des Vergabevermerks, sowie von Bedarfsermittlung und Markterkundung
    2. Schätzung des Auftragswerts
    3. Grundsatz der Öffentlichen Ausschreibung?
    4. Ausnahmen (insbesondere zur „freihändigen Vergabe" [alt] bzw. „Verhandlungsvergabe" [neu] )
    5. Die neuen Regelungen zu Vertrags-, und Auftragsänderung, Nachtrag und Change-Request
    6. Umgang mit Forschungsleistungen und freiberuflichen Leistungen unterhalb der Schwellenwerte
    7. Richtige Durchführung der freihändigen Vergabe / Verhandlungsvergabe
  3. Richtige Vergabeunterlagen
    1. Anforderungen an die Leistungsbeschreibung (unter Berücksichtigung der Regelungen zur Energieeffizienz)
    2. Leistungsbestimmungsrecht vs. Produkt- und Markenneutralität
    3. Zulässige Eignungskriterien, zulässige Nachweise
    4. Anforderungen an die Wertungskriterien (aktuelle Rechtsprechung; Auswirkungen auf den Unterschwellenbereich; Kein „Mehr an Eignung"?; Verbot der Doppelverwertung
  4. Zuschlagsentscheidung
    1. Ausschluss (inkl. MiLoG)
    2. Umgang mit fehlenden, fehlerhaften und unvollständigen unternehmensbezogenen oder leistungsbezogenen Unterlagen
    3. Umgang mit „Schlechtleistern"
    4. Umgang mit der neuen EEE (Einheitliche Europäische Eigenerklärung) / PQ / Amtliches Verzeichnis
    5. Immer nur billig? Zuschlagskriterien neben dem niedrigsten Preis (inbs. Qualität)
    6. Anforderungen an die Wertungsmatrix („Schulnoten"-Rechtsprechung – Auswirkungen im Unterschwellenbereich)7. Wertungsmethoden (lineare Methode, Wertungsmatrix und Richtwertmethode nach UfAB)
  5. E-Vergabe / Rechtsschutz
    1. E-Vergabe – jetzt auch im Unterschwellenbereich
    2. Übergangsfristen
    3. Vollständiges Bereitstellen der Vergabeunterlagen
    4. Textform statt elektronischer Signatur
    5. Richtiger Umgang mit Formfehlern und Verspätungen
    6. Rechtsschutz nach LVG LSA

Seminarentgelt:  250,00 € (einschl. Seminarunterlagen und Pausenversorgung)
Option: 220,00 € ab dem 2. Teilnehmer

Das Entgelt ist nach § 4 Abs. 1 Nr. 22a UStG von der Umsatzsteuer befreit.

Anmeldungen bitte an die Auftragsberatungsstelle Sachsen-Anhalt
Ansprechpartnerin: Antje Poschmann
E-Mail seminare@sachsen-anhalt.abst.de
Tel. 0391 6230-446, Fax 0391 6230-447

Wann: 03.12.2019 um 10:00 Uhr bis 16:00 Uhr

Wo: Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration Sachsen-Anhalt (Haus C, Raum 105/107), Turmschanzenstr. 25, 39114 Magdeburg

Referent: Prof. Dr. Christopher Zeiss, Professor für Staats- und Europarecht, Professor für Staats- und Europarecht Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW (Bielefeld), Lehrauftrag für Vergaberecht an der Universität Potsdam

Veranstalter: Auftragsberatungsstelle Sachsen-Anhalt

Anfahrtsplan: