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Handwerkskammer Magdeburg

Bauhaus-Ausstellung im Haus des Handwerks

Ausstellung zur Bedeutung des Handwerks im Bauhaus vom 01.10. bis 08.11.

Das Bauhaus ist in diesem Jahr in aller Munde: Die vor 100 Jahren in Weimar gegründete und später in Dessau und Berlin ansässige Hochschule war die einflussreichste Bildungsstätte für Architektur, Kunst und Design im 20. Jahrhundert. Das Handwerk spielte für die Entstehung und den Erfolg der Bauhausbewegung eine herausragende Rolle. Wie bedeutsam das Handwerk für das Bauhaus war und wie das Bauhaus bis heute auf das Handwerk wirkt, zeigt die Wanderausstellung "Die Handwerksmeister und das Staatliche Bauhaus" der Handwerkskammern Erfurt und Magdeburg, die heute im Haus des Handwerks in Magdeburg eröffnet wurde.

"Viele unterschätzen die Rolle des Handwerks in puncto Modernität und Leistungsfähigkeit. Bauhaus-Gründer Walter Gropius tat das zum Glück nicht. Die Kompetenz der Handwerksunternehmen muss wesentlich stärker als bislang anerkannt und wertgeschätzt werden, um die Attraktivität für junge Menschen dauerhaft zu steigern", sagte Andreas Dieckmann, Vizepräsident der Handwerkskammer Magdeburg, zur Eröffnung.

Ronny Schüler, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Theorie und Geschichte der modernen Architektur an der Bauhaus-Universität Weimar, referierte zur Ausstellungseröffnung über die Handwerksmeister am staatlichen Bauhaus in Weimar. "Wir kennen die großen Namen der Künstler und Absolventen, aber sprechen nicht darüber, wer ihnen die handwerklichen Fähigkeiten beigebracht hat", sagte er. Dabei sei die Ausbildung in den Werkstätten ein wesentlicher Bestandteil der Bauhaus-Idee gewesen. "Sie war das Rückgrat des Bauhauses", so Ronny Schüler.

Gelangen Sie hier zu Ronny Schülers Buch "Die Handwerksmeister am Staatlichen Bauhaus Weimar".

Olaf Deininger, Chefredakteur von "handwerk magazin", zeigte dann auf, wie das heutige Handwerk von der Bauhausidee profitieren kann. "Die Marktforschung sagt, dass sich immer mehr Verbraucher, private und institutionelle Bauherren für die Herkunft dessen interessieren, was in ihren Einfamilienhäusern, Kindergärten, Firmensitzen, Wohnzimmern, Bädern oder Küchen verbaut wird", betonte Olaf Deininger. Er forderte die Handwerker daher auf, ihre Expertise über das Material in den Vordergrund zu stellen - vom dessen Ursprung bis zur Verarbeitung.

Gelangen Sie hier zu Olaf Deiningers Essay "Wie das Handwerk von der Bauhaus-Idee profitieren kann".

Die Besucher der Ausstellung erleben eine Zeitreise in drei Epochen. Im ersten Teil werden mit Max Krehan, Christian Dell, Josef Hartwig und Josef Zachmann vier ausgesuchte Meister, die am Bauhaus gewirkt haben, vorgestellt. Der zweite Teil widmet sich vier Handwerksmeistern von heute: einem Keramikmeister, einem Metallgestalter-Meister, einem Holzbildhauermeister und einem Tischlermeister. Auf Schautafeln berichten sie über ihre Motivation, ihre Werkstätten und die Besonderheit ihrer Produkte, aber auch welchen Einfluss das Bauhaus auf die heutige Arbeit hat. Der dritte Teil der Ausstellung ermöglicht einen Blick in die Zukunft. Hier wird das Konzept der deutschlandweit ersten Handwerkergymnasien in Erfurt erklärt, an denen Schülerinnen und Schüler parallel zum Abitur Teile der Meisterausbildung absolvieren. 

Öffnungszeiten

Die Ausstellung ist bis zum 8. November zu den Öffnungszeiten der Handwerkskammer (montags bis donnerstags von 8 bis 16.30 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr) kostenfrei zu besichtigen. Am 2. Oktober und am 30. Oktober ist die Ausstellung jeweils bis 13 Uhr geöffnet.

Bauhaus Plakat
Handwerkskammer Magdeburg

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