Kraftfahrzeugmechatronikerin Emilia Celina Schwarzberg in der Werkstatt von STERNAUTO GmbH.
PorträtBeste Nachwuchs-Kfz-Mechatronikerin Sachsen-Anhalts kommt aus Magdeburg
Emilia Celina Schwarzberg (25) ist die beste Nachwuchs-Kfz-Mechatronikerin aus Sachsen-Anhalt. An der Uni hat sie gemerkt, dass sie im Handwerk bleiben und hier ihren Weg gehen möchte.
Nach Abitur und Freiwilligendienst im Naturkundemuseum hat Emilia Schwarzberg aus Samswegen zunächst Biologie studiert, so wie auch schon ihre Großeltern. Dann kam die Corona-Pandemie, das Studium fand nur noch zu Hause am Bildschirm statt und Emilias Sehnsucht nach etwas Praktischem wurde so groß, dass sie nach einer handwerklichen Berufsausbildung Ausschau hielt.
Ich war schon immer handwerklich interessiert, habe mit meinem Opa mit Holz gearbeitet, zu Hause gerne Möbel aufgebaut und Dinge repariert. Am ehesten habe ich mich im Kfz-Handwerk gesehen.
Emilia Celina Schwarzberg, beste Nachwuchs-Kfz-Mechatronikerin aus Sachsen-Anhalt
Sie bewarb sich, ohne ihrer Familie etwas davon zu erzählen, und unterschrieb den Ausbildungsvertrag als Kfz-Mechatronikerin bei der STERNAUTO GmbH in Magdeburg. „Hier war ich drei Jahre lang sehr glücklich“, sagt Emilia und schwärmt von der Ausbildungsatmosphäre am Silberberg: „Ich habe mich von Anfang an gut aufgehoben gefühlt, hatte für alle Belange einen Ansprechpartner und bin auch als Frau in der Werkstatt sehr gut aufgenommen worden.“
Einen großen Anteil an Emilias Glück hatte auch die fachliche Bandbreite der Ausbildung. Ein Jahr arbeitete sie im Pkw-Bereich, ein Jahr bei den Nutzfahrzeugen, außerdem im Lager und im Service. Als sie ihre Vorliebe für die Elektronik entdeckte, wechselte sie in die Fachrichtung Hochvolttechnik und machte hier, ein halbes Jahr vor Ende der regulären Ausbildungszeit, ihren Abschluss.
Mit einem guten Zeugnis in der Tasche ging sie beim Landeswettbewerb der Deutschen Meisterschaft im Handwerk an den Start. Zusammen mit sechs weiteren frisch gebackenen Kfz-Mechatronikern aus Sachsen-Anhalt stellte sie sich im BTZ Möckern einer Reihe von Praxisaufgaben.
Dass sie am Ende den ersten Platz belegte, überraschte sie sehr und gab ihr das Selbstvertrauen, sich dem Bundeswettbewerb in der Handwerkskammer Koblenz zu stellen. „Das war ein völlig anderes Level – anspruchsvollere Aufgaben, weniger Zeit, viel mehr Aufregung“, berichtet Emilia von einem tollen Tag, den sie so schnell nicht vergessen wird: „Die Teilnahme am Bundeswettbewerb kann ich nur empfehlen, man kann nichts verlieren, sondern nimmt auf jeden Fall etwas mit.“
Die beste Kraftfahrzeugmechatronikerin aus Sachsen-Anhalt: Emilia Celina Schwarzberg.
Dann trat Emilia ein Studium der Fahrzeugtechnik in Wolfsburg an und erlebte nach einigen Monaten ein Déjà-Vu. „Ich konnte nicht den ganzen Tag still sitzen. Ich vermisste den Werkstatt-Alltag, ich lerne lieber in der Praxis“, sagt sie und entschied sich an einem Montag Mitte Januar, zurück ins Handwerk zu gehen. Am Dienstag schrieb sie ihre Bewerbung, am Mittwoch hatte sie ein Gespräch bei ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb und erhielt gleich die Zusage zu einer Festanstellung als Kfz-Mechatronikerin ab Februar.
„Emilia war immer eine vorbildliche Auszubildende – ehrgeizig, wissbegierig, zuverlässig. Die Kollegen freuen sich, dass sie zurückkommt“, sagt Werkstattmeister Christian Brandt. „Wir sind sehr froh, wir brauchen junge, fähige Kollegen“, sagt Ausbildungsleiter Robert Puchowka.
Ihr erstes Gehalt möchte Emilia ausgeben. Da gibt es einige Hobbys, die eine Finanzspritze gebrauchen können: Reiten, Rennradfahren, Motorradfahren, Lesen, Brot backen… Ab dem zweiten Gehalt wird sie immer ein bisschen was für die berufliche Zukunft zur Seite packen. Emilias Plan steht: „Ich möchte eines Tages meinen Meister machen.“
Anja Gildemeister