Optikermeisterin Nadine Eisemann gründet mithilfe der Meistergründungsprämie in Oschersleben ihr eigenes Unternehmen.
Handwerkskammer Magdeburg
Optikermeisterin Nadine Eisemann gründet mithilfe der Meistergründungsprämie in Oschersleben ihr eigenes Unternehmen.

Durchstarten mit der Prämie für Meistergründung

Handwerk zieht positive Bilanz und ruft gründungswillige Handwerksmeister auf, das Förderprogramm zu nutzen.

Am 20. September wird es für Nadine Eisemann ernst. Dann eröffnet die 28-jährige Augenoptikermeisterin in Oschersleben ihr Fachgeschäft für Brillen und Kontaktlinsen. Mit im Investitionsplan: die Meistergründungsprämie. Das Förderprogramm unterstützt Handwerksmeister, die in ihrem Gewerk in Sachsen-Anhalt erstmals neu gründen oder einen Betrieb übernehmen. Wenn sie mindestens 15.000 Euro für Investitionen oder Betriebsmittel ausgeben, legt das Land einen Zuschuss von 10.000 Euro drauf. „Der Antrag ist unkompliziert. Ich habe ihn gemeinsam mit einer Betriebsberaterin der Handwerkskammer ausgefüllt, die mir auch bei der Zusammenstellung der notwendigen Unterlagen geholfen hat – ein perfekter Service“, berichtet Nadine Eisemann.

Die Gründerin hat in Oschersleben Abitur gemacht und ging dann bei Ulrich Kottke in Braunschweig in die Lehre – einem traditionellen Optikerbetrieb, dem Nadine Eisemann bis heute dankbar für die hervorragende Ausbildung ist. Ihr Ehrgeiz führte sie dann berufsbegleitend zur Meisterschule ins niedersächsische Hankensbüttel, ihre Verbundenheit zu Heimat und Familie dann wieder in die Börde, wo sie zunächst als angestellte Meisterin arbeitete, ein Eigenheim baute und Sohn Tom (2) zur Welt brachte.

Die Selbstständigkeit stets im Blick, entdeckte sie zufällig ein leeres Ladenlokal am Oschersleber Boulevard und macht nun Nägel mit Köpfen beziehungsweise Brillen und Kontaktlinsen. Spezielle Angebote von „Nadine Eisemann Augenoptik“ sind Brillen für die besonderen anatomischen Bedürfnisse behinderter Menschen und individuelle weiche und formstabile Kontaktlinsen. Als besonderen Service gibt es bei Nadine Eisemann eine Virtual-Reality-Brille, mit der die Kunden ihre Brillengläser vor dem Kauf testen können. „Diese Technologie bewährt sich zum Beispiel bei Gleitsichtgläsern, Computerbrillen oder Sonnenschutzbrillen“, sagt die Fachfrau. Einen Schleifautomaten im Wert von rund 15.000 Euro hat sie mit der Meistergründungsprämie finanziert.

850.000 Euro Fördergelder bewilligt

Ein Jahr nach dem Start des Förderprogramms haben 85 Handwerksmeister und -meisterinnen in Sachsen-Anhalt die Zusage erhalten, bewilligt wurden insgesamt Fördergelder in Höhe von 850.000 Euro. Diese ermöglichen Investitionen in Höhe von rund 4,28 Millionen Euro. „Die Meistergründungsprämie ist ein hervorragendes, unkompliziertes und unbürokratisches Landesprogramm, das sehr gut angenommen wird. Die Zusammenarbeit aller beteiligten Institutionen läuft reibungslos, stets im Sinne unserer Handwerker. So sieht Wirtschaftspolitik für die Wirtschaft aus“, lobt der Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, Hagen Mauer.

Dass die Meistergründungsprämie ab 2019 nicht länger aus Landesmitteln, sondern mit EU-Geldern finanziert werden soll, erfüllt die Handwerksvertreter mit Sorge. „Wir befürchten, dass das Antragsverfahren dann kompliziert wird und die Nachfrage sinkt, obwohl der Bedarf weiterhin besteht. Wir appellieren deshalb an die Politik, bei der Umstellung auf einen anderen Fördertopf einen nahtlosen Übergang zu ermöglichen, das Antragsverfahren nicht unnötig zu verkomplizieren und sowohl die Richtlinie als auch die Mittel schnell freizugeben. Sonst wird ein guter Ansatz für nachhaltiges Gründer- und Unternehmertum im Handwerk im Keim erstickt“, so Hagen Mauer.

Die Handwerkskammer ruft alle Handwerksmeister, die erstmalig in Sachsen-Anhalt einen Handwerksbetrieb neu gründen oder übernehmen, dazu auf, das Förderprogramm zu nutzen. Die Investitionsbank Sachsen-Anhalt setzt das Programm im Auftrag des Landes um. Die Antragstellung muss vor der Firmengründung oder -übernahme erfolgen. Allen Interessierten wird empfohlen, den Antrag gemeinsam mit den Betriebsberatern der Handwerkskammern auszufüllen. (ag)

Cornelia Strümpel
Sekretariat Betriebsberatung/Unternehmensförderung

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