Die fünfte und die sechste Timme-Generation: Dirk, Hiltrud und Karl-Heinz Henneicke.
Handwerkskammer Magdeburg
Die fünfte und die sechste Timme-Generation: Dirk, Hiltrud und Karl-Heinz Henneicke.

Familienbetrieb seit 165 Jahren

1847 gegründete Huf- und Wagenschmiede noch immer in Familienhand

Am 1. April 1847 gründete Friedrich Daniel Timme in Magdeburg eine Huf- und Wagenschmiede. Heute baut und repariert das Unternehmen Anhänger aller Art und ist noch immer in Familienhand.

Wer zu DDR-Zeiten Autobesitzer werden wollte, der musste bekanntlich Jahre und Jahrzehnte darauf warten. Bis Trabant, Wartburg oder Lada dann mit einem Anhänger fahren konnten, brauchte man noch mehr Geduld. Fünf Jahre Wartezeit waren durchaus üblich. Bei Fritz Timme in Magdeburg erhielten von 1971 bis zur Wende täglich zehn bis fünfzehn Autos die begehrte Anhängerzugvorrichtung. Außerdem baute der Schmiedemeister jährlich etwa 60 Anhänger in Einzelanfertigung. „Echtholz-Aufbau, zusätzliche Stoßdämpfer-Federung und ein robuster Fahrgestellrahmen – das zeichnete schon zu DDR-Zeiten einen Timme-Anhänger aus“, berichtet Timmes Tochter Hiltrud Henneicke (58), die heute mit ihrem Mann Karl-Heinz (65) das Unternehmen führt.

Hiltrud Henneickes Ururgroßvater Friedrich Daniel Timme gründete den Betrieb am 1. April 1847 in der Haldensleber Straße in Magdeburg-Neustadt als Hufund Wagenschmiede. Sein Nachfolger hieß Friedrich August Timme, dann führte Friedrich Timme den Betrieb. Ab den 1930er Jahren wurde das Angebot um Auto-Anhänger, Bauwagen, Trafostationen und andere Aufbauten für Fahrzeuge erweitert. 1980 zog Inhaber Fritz Timme in den heutigen Firmensitz in der Heinrichstraße. 1998 wurde aus dem Einzelunternehmen Fritz Timme die „TIMME ANGÄNGER OHG“, geführt von der fünften Generation.

Hiltrud und Karl-Heinz Henneicke sind seit 1974 bzw. 1972 im Betrieb. Sie kümmert sich als Handelskauffrau um den kaufmännischen Bereich, er als Karosseriebaumeister um das Technische. Der einzige Angestellte Thomas Mensing wurde noch vom mittlerweile verstorbenen Fritz Timme ausgebildet, der übrigens auch Obermeister der Schmiede- und Fahrzeugbau-Innung und Dozent in der Handwerkskammer war.

„Mein Mann und ich sind langsam in das Unternehmen hineingewachsen, haben gute und schlechte Jahre erlebt“, sagt Hiltrud Henneicke. Nach der Wende bespielsweise brach der Umsatz weg, die Firma musste sich neu orientieren. „Im Westen wurde viel weggeworfen, im Osten dagegen wurde mehr repariert. Diesen Bedarf haben wir uns zunutze gemacht und eine Presse zur Achsenreparatur gebaut“, berichtet Hiltrud Henneicke. Das Konzept ging auf, die alten Kunden kamen wieder, neue Kunden wurden durch Messe-Aktivitäten und andere Marketing- Maßnahmen gewonnen.

Heute bietet TIMME-ANHÄNGER Anhängerreparaturen, Anhängevorrichtungen, ALU-Schweißarbeiten und Anhängerverleih. Nach wie vor werden Spezialaufbauten für Fahrzeuge angefertigt, etwa für den Boot-Transport oder für die Forstwirtschaft. Das bodenständige Unternehmen schwört auf Qualität und Service. „Wir erfüllen individuelle Kundenwünsche schnell und gut, das ist unsere Stärke“, sagt Hiltrud Henneicke. Am 2. April wird der 165. Firmengeburtstag mit einem Empfang gefeiert. Mit dabei ist dann auch Sohn Dirk Henneicke (35), der die Firma in einigen Jahren übernehmen wird. (ag)

 

Kontakt:
Timme-Anhänger OHG
Heinrichstr. 28
39124 Magdeburg
www.timme-anhaenger.de