Auf dem Werkplatz: André Gravert (v.l.), Guido Hecker und Matthias Rodenstein bei der Arbeit.
Handwerkskammer Magdeburg
Auf dem Werkplatz: André Gravert (v.l.), Guido Hecker und Matthias Rodenstein bei der Arbeit.

Handwerk wie vor 100 Jahren

Steinmetzarbeiten am Haus des Handwerks an Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg vergeben

Was vor wenigen Tagen noch die Zierde der historischen Fassade des Haus des Handwerks war, liegt jetzt sorgfältig demontiert in einem Lagerhaus im Osten Magdeburgs. Ganz in der Tradition des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks haben die Fachleute der Werkstätten für Denkmalpflege Quedlinburg eine offene Werkstatt eingerichtet. Kommt man auf den Werkplatz, dann sieht es auf den ersten Blick so aus, wie man sich eine Steinmetzwerkstatt vor 200 Jahren vorstellen mag. „Im Wesentlichen ist ja auch unser Handwerk noch genauso wie zu damaliger Zeit“. Daniel Schubert der Verantwortliche Steinmetz –und Steinbildhauermeister und André Gravert als begleitender Restaurator sind für die Baustelle Haus des Handwerks der Handwerkskammer Magdeburg zuständig.

„Die Arbeit an den Fassadenelementen ist sehr anspruchsvoll. Die Steine aus der Erbauungszeit sind aus Bernburger Sandstein. Der wird gar nicht mehr als Werkstein abgebaut. Die Ergänzungen aus den 50er Jahren sind aus Cottaer Sandstein. Beide sind ein sehr weiches Material, das uns jetzt vor entsprechende Probleme stellt.“ Der Meister zeigt auf die partielle Schalenbildung. Wenn hier nicht sorgfältig gearbeitet wird, gehen wichtige Elemente verloren und die Konturen der ohnehin verwitterten Oberfläche werden so noch weiter verunklärt. „Umso sorgfältiger haben wir die Montage ausgeführt. Jetzt werden Ergänzungen gearbeitet, Vierungen eingesetzt und gegebenenfalls komplette Steine erneuert.“ Der Restaurator erklärt, dass die Oberflächen der figürlichen Zierelemente aufwendig gefestigt werden um in der Zukunft dem Wetter besser Widerstand leisten zu können. „Bei der Arbeit ist an den meisten alten Steinen die Kennzeichnung RM gefunden worden. Wir würden gern wissen, was das zu bedeuten hat?“ Denn es ist auf Grund der Vielzahl auszuschließen, dass ein einziger Steinmetz alle Steine gearbeitet hat. Und es ist ungewöhnlich, dass auch einfache Versatzstücke gekennzeichnet sind, während die aufwendigen figürlichen Steine keine Markierung zeigen. Für Hinweise zu dieser Frage sind die Mitarbeiter der Kammer dankbar.

Die Steinmetzarbeiten an der Sandsteinfassade gehören zu den augenfälligsten Aufgaben bei der Sanierung des Haus des Handwerks, denn nicht nur die Magdeburger erwarten, dass sich das Haus in Zukunft wieder in seiner Gestaltung aus dem Ausgang des 19. Jahrhunderts zeigt. So müssen die Denkmalpfleger all ihr Können aufbieten, um soviel wie möglich Originalsubstanz zu erhalten und die notwendigen Ergänzungen exakt anzupassen.

 

Kontakt:
Werkstätten für Denkmalpflege GmbH
OT Westerhausen
Am Langenberg 3
06502 Thale
www.denkmalpflege-qlb.de