Meister made in Magdeburg 2026IH-Meister Mario Mickelun: Der Weg ist das Ziel
Manchmal ist das Ziel klar, aber der Weg dahin noch nicht. Dass Mario Mickelun aus Wanzleben im Landkreis Börde beruflich das Macher-Gen in sich trägt, zeichnete sich schon früh ab: Kein Glanzschüler und lieber auf dem Fahrrad als mit der Nase im Lehrbuch unterwegs. Mehr ein Praktiker, weniger ein Theoretiker. Mit 17 Jahren stand er auf eigenen Beinen und habe die Dinge schon immer eher selbst in die Hand genommen, sagt er heute. Wie gemacht fürs Handwerk, nur war ihm das noch gar nicht so klar.
Lkw-Fahrer oder Technischer-Zeichner wollte er nach dem Schulabschluss werden, aber entweder war es nicht das Richtige oder nicht möglich. Die Zeiten waren noch andere. Zum Handwerker, Anlagenmechaniker SHK, wurde er dann eher durch Zufall über eine freie Lehrstelle in Schönebeck. Trotz seiner späteren Position als Bauleiter im Ausbildungsbetrieb wollte er beruflich weiterkommen und beschloss 2015 in die Selbstständigkeit zu gehen.
Die Übernahme eines Betriebs, der Kleinprodukte verkauft, war für ihn eine berufliche Neuorientierung. Aber langfristig sah sich Mario Mickelun auch hier nicht. Zum Glück ergab sich für den gebürtigen Magdeburger dann der Kontakt zur Firma Heizung-Sanitär Rene Paul aus Meitzendorf.
Damit hatte sich gefunden, was zusammengehört. Nicht nur, dass Chef Rene Paul den 39-Jährigen direkt angesprochen hat, entstand hier auch schnell aus praktischer Sicht eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Pauls kleiner SHK-Betrieb aus der Börde hat sich mit dem Innenausbau von Einkaufsmärkten einen Namen gemacht und Mario Mickelun hilft dabei mit. Von der Toilette bis zur Klimaanlage – selbst in Berliner Gefilden kümmert sich das Team um den Ausbau. So sollte es nicht lange dauern und Mario Mickelun arbeitet auf der geschäftsführenden Ebene mit.
Und auch persönlich geht’s voran: in Wanzleben wird er zum Hausherrn und 2023 Vater einer Tochter. Das, was er nun handwerklich ins Eigenheim investiert, arbeitet er zunehmend weniger auf Montage. Denn von 2021 bis 2025 hat er für die Ausbildung zum Installateur- und Heizungsbauermeister nochmal die Schulbank am Berufsbildungszentrum Magdeburg gedrückt. In Teilzeit, an sehr vielen Freitagen und Samstagen. „Das war schon hart. Eigentlich dachte ich, ich sei mit Lernen durch“, sagt Mickelun rückblickend. Dabei lernte er aber nicht nur viel Fachwissen, sondern auch seine Mitstreiter besser kennen. Zum Teil haben sich Freundschaften daraus entwickelt.
Ansporn gab ihm auch die finanzielle Förderung. Über das Aufstiegs-BAföG lässt sich ein großer Teil finanzieren. „Klar nehm‘ ich das mit“, sagt Mario Mickelun. Mit seinem Abschluss schafft der frischgebackene Meister perspektivisch die Grundlage für die Firmenübernahme. Zumindest so viel steht auch schon fest. Der Weg dahin? Der wird sich zeigen.
Dan Tebel