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Initiative Bürgerarbeit in Sachsen-Anhalt: Handwerkskammern begleiten Modellstart

Die Initiative Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt ist am 1. Juli 2026 modellhaft gestartet. Land, Kommunen, Arbeitsverwaltung und Wirtschaft wollen damit Menschen, die seit längerer Zeit keiner Beschäftigung nachgehen, schrittweise wieder an den Arbeitsmarkt heranführen.

Mit der Vereinbarung bekräftigen sie ihren gemeinsamen Willen, die Initiative Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt umzusetzen und weiterzuentwickeln. Anlass ist auch das Inkrafttreten der neuen Grundsicherung für Arbeitsuchende zum 1. Juli 2026.

Gruppenbild der Unterzeichnenden der Vereinbarung zur Initiative Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt.
Staatskanzlei und Ministerium für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
Vertreterinnen und Vertreter von Landesregierung, Arbeitsverwaltung, Kommunen sowie Industrie- und Handelskammern und Handwerkskammern bei der Unterzeichnung der Vereinbarung zur Initiative Bürgerarbeit Sachsen-Anhalt.



Unterzeichnet haben neben Ministerpräsident Sven Schulze auch:

  • Torsten Narr, Geschäftsführer operativ der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit
  • Christian Tylsch, Präsidiumsmitglied des Landkreistages Sachsen-Anhalt und Landrat des Landkreises Wittenberg
  • Inga Otte-Sonnenschein Erste Beigeordnete des Städte- und Gemeindebundes Sachsen-Anhalt
  • Klaus Olbricht, Präsident der Industrie- und Handelskammer Magdeburg
  • Sascha Gläßer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau
  • Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg
  • Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle (Saale)


Tag für Tag gehen in Sachsen-Anhalt viele Menschen arbeiten und leisten ihren Beitrag für unser Land. Mir ist wichtig, dass sie sich darauf verlassen können, dass unser Sozialstaat hilft, wo Hilfe gebraucht wird, und gleichzeitig Leistung einfordert, wo Leistung möglich ist. Für mich gehören Fördern und Fordern zusammen. Ich will, dass die Menschen in Sachsen-Anhalt sicher sein können, dass sich Leistung lohnt und dass unser Sozialstaat verlässlich bleibt. Wir lassen niemanden allein. Wer Unterstützung braucht, bekommt sie. Aber: Wer arbeiten kann, der soll auch mit anpacken. Wir erwarten Eigenverantwortung von denen, die arbeiten können. Das ist mein Verständnis von Gerechtigkeit. Bürgerarbeit kann dafür ein wichtiger Schritt sein.
Ministerpräsident Sven Schulze



Arbeitsgelegenheiten als Brücke in den Arbeitsmarkt

Die Initiative richtet sich an langzeitarbeitslose Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf sowie an arbeitsfähige Asylbewerberinnen und Asylbewerber, die keiner regulären Beschäftigung nachgehen. Genutzt werden Arbeitsgelegenheiten nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch und dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Ziel ist es, Eigenverantwortung und gesellschaftliche Teilhabe zu stärken und den Einstieg in Qualifizierung, Ausbildung oder reguläre Arbeit zu erleichtern.

Erprobt wird das Modell zunächst in drei Regionen:

  • Mansfeld-Südharz als Pilotregion für Arbeitsgelegenheiten nach dem SGB II,
  • der Burgenlandkreis mit Maßnahmen nach dem SGB II und dem Asylbewerberleistungsgesetz,
  • der Salzlandkreis mit zusätzlichen Arbeitsgelegenheiten nach dem Asylbewerberleistungsgesetz.

Mögliche Einsatzfelder liegen unter anderem in der kommunalen Infrastruktur, im Umwelt- und Naturschutz, in Kultur, Tourismus, sozialen Dienstleistungen, Sport und Ehrenamt.



Schutz regulärer Arbeitsplätze

Für das Handwerk ist entscheidend, dass die Maßnahmen keine regulären Arbeitsplätze ersetzen und keine Leistungen übernehmen, die üblicherweise von Unternehmen angeboten werden. Die Arbeitsgelegenheiten müssen zusätzlich und wettbewerbsneutral ausgestaltet sein. 

Das Land Sachsen-Anhalt übernimmt den politischen Rahmen und begleitet die Umsetzung. Jobcenter und Arbeitsverwaltung sind für Aktivierung, Zuweisung und Begleitung zuständig. Landkreise und kreisfreie Städte organisieren geeignete Einsatzfelder vor Ort. Die Kammern begleiten die Initiative insbesondere mit Blick auf Wettbewerbsneutralität und den Übergang in reguläre Beschäftigung.

Eine erste Bilanz ist für November 2026 vorgesehen. Auf Grundlage der Erfahrungen aus den Modellregionen soll über die weitere Entwicklung der Initiative beraten werden.

Weitere Informationen bietet das Land Sachsen-Anhalt unter www.sachsen-anhalt.de.