Belebung bleibt aus Konjunkturergebnisse Frühjahrsumfrage 2026
- Zusammenfassung der Geschäftslage
- Konjunkturdaten im Überblick
- Konjunkturlage nach Handwerksgruppen
- Betriebsstatistiken
Zur Handwerkskammer Magdeburg gehören 10.506 Betriebe in 114 Gewerken mit rund 57.000 Beschäftigten.
An der Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2026 nahmen insgesamt 349 Handwerksunternehmen teil.
Geschäftsklima im Handwerk*
Das Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg verharrt im Frühjahr 2026 in einer konjunkturellen Seitwärtsbewegung. Trotz stabiler Geschäftslage bleibt eine spürbare Belebung weiterhin aus.
Mit rund 80 Punkten liegt der Geschäftsklimaindikator auf dem Niveau des Vorjahres und unterstreicht die anhaltend schwache Dynamik. Die Entwicklung ist geprägt von einer stabilen, aber verhalten bewerteten aktuellen Geschäftslage sowie zurückhaltenden Erwartungen.
Die konjunkturelle Situation bleibt insgesamt angespannt. Hohe Kosten, eine schwache
Nachfrage und strukturelle Unsicherheiten wirken weiterhin dämpfend auf die
Betriebe.
Auslastung
Die durchschnittliche Auslastung der betrieblichen Kapazitäten liegt bei 76 Prozent und damit 2 Punkte unter dem Vorjahreswert.
Beschäftigung
Der Beschäftigungssaldo zeigt sich weiterhin negativ, wie in den Jahren zuvor. Es haben mehr Betriebe die Zahl der Beschäftigten reduziert. Dies ist auch saisonal bedingt im 1. Quartal des Jahres.
Preise
Die Einkaufspreise werden von 77 Prozent als gestiegen beurteilt. 24 Prozent der Befragten erwarten eine Stabilisierung der Einkaufspreise im kommenden Quartal. 74 Prozent rechnen mit steigenden Preisen.
Umsatz
Fast die Hälfte der Betriebe beurteilen ihren Umsatz als stabil. 11 Prozent der Befragten konnten von einer Umsatzsteigerung berichten. Für das kommende Quartal erwarten 22 Prozent Umsatzsteigerungen.
Investitionen
Das Investitionsverhalten blieb im letzten Quartal weiterhin sehr zurückhaltend und somit auf niedrigem Niveau. 12 Prozent haben im ersten Quartal mehr investiert. Knapp 60 Prozent geht von gleichbleibenden Investitionsverhalten aus.
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Im Frühjahr 2026 bewerten 40 Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut, 40 Prozent als befriedigend und 20 Prozent als schlecht. Damit zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr eine leichte Eintrübung der Lageeinschätzung. Der Anteil negativer Bewertungen ist gestiegen, während die positiven Einschätzungen leicht zurückgehen.
Die Erwartungen stabilisieren sich, bleiben jedoch insgesamt verhalten. 18 Prozent der Betriebe rechnen mit einer Verbesserung, während 20 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Eine klare konjunkturelle Trendwende ist weiterhin nicht erkennbar.
| gut | befriedigend | schlecht | |
| Bauhaupthandwerk | 23 % | 40 % | 37 % |
| Ausbauhandwerk | 48 % | 41 % | 11 % |
| Handwerk für den gew. Bedarf | 49 % | 39 % | 12 % |
| Kfz-Handwerk | 39 % | 33 % | 28 % |
| Handwerk für den pers. Bedarf | 34 % | 45 % | 21 % |
| Durchschnitt | 40 % | 40 % | 20 % |
Während sich die aktuelle Lage im Ausbauhandwerk verbessert hat, zeigt sich im Bauhauptgewerbe und im Handwerk für den persönlichen Bedarf leicht eingetrübt.
Im KFZ-Handwerk deutlich verschlechtert. Nur 39 Prozent schätzen ihre Lage als gut ein. Fast jeder Dritte beurteilt die Lage mit schlecht und gibt Umsatzrückgänge an.
Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf berichten fast 50 Prozent von einer guten Geschäftslage – hier hat sich die Lagebeurteilung im Vergleich zum Vorjahr (38 Prozent) verbessert. Insgesamt ist die Lage hier stabil im Jahresvergleich.
Betriebsauslastung
| Frühjahr 2025 | Herbst 2025 | Frühjahr 2026 | |
| Bis 50 Prozent | 10 % | 11 % | 14 % |
| Bis 60 Prozent | 8 % | 9 % | 8 % |
| Bis 70 Prozent | 12 % | 12 % | 14 % |
| Bis 80 Prozent | 20 % | 18 % | 18 % |
| Bis 90 Prozent | 19 % | 17 % | 19 % |
| Bis 100 Prozent | 21 % | 23 % | 17 % |
| Über 100 Prozent | 9 % | 9 % | 10 % |
Die Auftragslage bleibt durchwachsen. 15 Prozent der Betriebe berichten von einem gestiegenen Auftragsbestand während 32 Prozent Rückgänge verzeichneten.
Die Erwartungen zeigen eine leichte Stabilisierung. 21 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Auftragseingängen, gleichzeitig bleibt ein erheblicher Anteil zurückhaltend.
Die durchschnittliche Auftragsreichweite liegt bei rund 8 Wochen und liegt damit unterhalb des Vorjahreswert von fast 10 Wochen.
Der Beschäftigungssaldo, also die Differenz aus Personalzu- und -abgängen, zeigt sich negativ mit minus 7.
6 Prozent der Betriebe haben Personal aufgebaut, während 13 Prozent Beschäftigte abgebaut haben.
Die Mehrheit der Betriebe hält ihre Mitarbeiterzahl konstant.
Der Rückgang ist insbesondere auf demografische Entwicklungen sowie die wirtschaftliche Unsicherheit zurückzuführen.
Die Umsatzentwicklung bleibt im Frühjahr 2026 verhalten. 11 Prozent der Betriebe berichten von gestiegenen Umsätzen, während 40 Prozent Rückgänge verzeichnen. Knapp die Hälfte der Betriebe konnte ihren Umsatz stabil halten.
Die Erwartungen zeigen eine leichte Stabilisierung, eine spürbare Belebung ist jedoch nicht erkennbar.
Die Investitionstätigkeit bleibt auf niedrigem Niveau. 12 Prozent der Betriebe habenihre Investitionen erhöht, während 34 Prozent Rückgänge verzeichnen. Auch die Erwartungen zeigen keine grundlegende Verbesserung.
Der Kostendruck bleibt weiterhin hoch. 77 Prozent der Betriebe berichten von gestiegenen Einkaufspreisen.
Rund 50 Prozent der Betriebe haben ihre Verkaufspreise erhöht, um die gestiegenen Kosten teilweise weiterzugeben. Eine spürbare Entlastung ist derzeit nicht erkennbar.
Konjunkturlage nach Handwerksgruppen
- Bauhaupthandwerk
- Ausbauhandwerk
- Handwerk für den gewerblichen Bedarf
- Kfz-Handwerk
- Handwerk für den persönlichen Bedarf
- Lebensmittelhandwerk
- Gesundheitshandwerk
Bauhaupthandwerk
Das Bauhauptgewerbe zeigt im Frühjahr 2026 eine Eintrübung der Lage. Aktuell beurteilen nur 23 Prozent der Betriebe ihre Situation als gut. Fast 40 Prozent beschreiben die Lage mit schlecht.
Im kommenden Quartal erwarten 27 Prozent eine Lageverbesserung. Dies ist saisonal bedingt.
Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten liegt mit 73 Prozent auf rückläufigem Niveau. Im Vorjahr lag die Auslastung bei 80 Prozent. Die Auftragsbücher sind noch für die nächsten 11 Wochen gefüllt.
Der Saldo aus Personalab- und -aufbau liegt weiterhin im negativen Bereich. Mit einem Wert von – 21 Prozent, liegt er deutlich über dem Vorjahreswert von -11 Prozent. Damit geht in deutlich mehr Betrieben die Zahl der Mitarbeiter zurück, als dass sie steigt.
Ausbauhandwerk
Die Lage im Ausbauhandwerk hat sich im Vergleich zum Vorjahr etwas verbessert. So geben aktuell 48 Prozent der Befragten eine gute Geschäftslage an und 41 Prozent eine befriedigende Lage.
Die Auslastung liegt bei 82 Prozent. Im Vorjahresvergleich hat sich dieser Wert um 2 Prozentpunkte verbessert. Die Ausbaubetriebe haben eine Auftragsreichweite von 12 Wochen.
Für das kommende Quartal gehen 15 Prozent von einer Lageverbesserung aus. Fast 70 Prozent rechnen mit einer Stabilisierung.
Mittelherkunft im Baugewerbe
50 Prozent der Umsätze kommen aus dem Wohnungsbau, 34 Prozent aus dem Wirtschaftsbau und 13 Prozent aus dem öffentlichen Hochbau sowie 3 Prozent aus dem Tiefbau.
Handwerk für den gewerblichen Bedarf
Im Handwerk für den gewerblichen Bedarf zeigt ähnlich, wie im Frühjahr 2025. Aktuell berichten 49 Prozent der Befragten von einer guten Geschäftslage. Im Vorjahr waren es 38 Prozent.
Für das nächste Quartal 20 Prozent eine Lageverbesserung. Der Beschäftigungssaldo zeigt sich negativ. Knapp 14 Prozent haben Ihre Mitarbeiterzahl reduziert. 70 Prozent hielten sie konstant. 80 Prozent plant dies auch in Zukunft zu tun.
Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung liegt gleichbleibend bei 80 Prozent, somit ein ähnliches Niveau, wie im Vorjahr.
Kfz-Handwerk
Im KfZ-Handwerk zeigt sich eine deutliche Verschlechterung der aktuellen Lage. Die aktuelle Geschäftslage wird von 39 Prozent der Befragten mit gut bewertet und von 28 Prozent mit schlecht.
Die Erwartungen trüben die Lage noch mehr ein. 36 Prozent gehen im kommenden Quartal von einer Lageverschlechterung aus. Von einer Verbesserung der Lage erwarten nur 8 Prozent der Betriebsinhaber.
Die Auslastung der betrieblichen Kapazitäten liegt im Durchschnitt bei 68 Prozent und damit auf niedrigem Niveau. Im Vorjahr lag die Auslastung bei knapp 80 Prozent. Die Auftragsbücher sind für die nächsten 2 Wochen gefüllt. Im Vorjahr waren die Auftragsbücher für die nächsten 4 Wochen gefüllt.
Handwerk für den persönlichen Bedarf
Die Lage im Handwerk für den persönlichen Bedarf ist etwas eingetrübt im Vorjahresvergleich.
34 Prozent können von einer guten aktuellen Lage berichten. 20 Prozent der Befragten erwarten eine Lageverbesserung.
Die betriebliche Auslastung hat sich von 73 Prozent im Vorjahr, auf nun 70 Prozent
reduziert.
Auch bei der Beschäftigung geben 95 Prozent der Betriebsinhaber an, die Mitarbeiterzahl konstant gehalten zu haben. Der Beschäftigungssaldo liegt im negativen Bereich, da 5 Prozent der Inhaber die Zahl der Mitarbeiter reduzieren musste.
Lebensmittelhandwerk
Das Lebensmittelhandwerk sieht sich weiterhin mit einem herausfordernden Umfeld konfrontiert. Hohe Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal, der anhaltende Fachkräftemangel sowie zunehmende bürokratische Anforderungen belasten die Betriebe spürbar. Gleichzeitig trifft dies auf eine ausgeprägte Preissensibilität der Verbraucher, sodass notwendige Preisanpassungen nur begrenzt durchgesetzt werden können und die Umsatzentwicklung gedämpft bleibt.
Gesundheitshandwerk
Das Gesundheitshandwerk steht weiterhin unter erheblichem Kostendruck. Die anhaltenden Preissteigerungen erschweren die Verhandlungen mit den finanziell angespannten Krankenkassen spürbar und begrenzen die betriebliche Erlösentwicklung. Gleichzeitig dämpft die zurückhaltende Konsumnachfrage der privaten Haushalte die Geschäftslage in den weniger kassenabhängigen Gewerken zusätzlich.
Betriebsstatistik
- Betriebsstatistik nach Handwerksgruppen
- Betriebsstatistik nach Anlage der HwO
- Betriebsstatistik nach Landkreisen
- Aufstellung der Betriebe nach Gewerken
Betriebsstatistik nach Handwerksgruppen
Die Mehrheit der Handwerksbetriebe finden sich im Bau- und Ausbauhandwerk mit 51 Prozent. Weitere 24 Prozent der Betriebe sind in die Gruppe der Handwerke für den persönlichen Bedarf einzuordnen. 11 Prozent der Betriebe gehören der Gruppe der Handwerke für den gewerblichen Bedarf an. Die nächstgrößere Gruppe bilden die der Kfz-Handwerke mit 9 Prozent. Die kleinste Gruppe bilden mit 2 Prozent die Gesundheitshandwerke. Knapp 3 Prozent der Handwerksbetriebe werden dem Bereich der Lebensmittelhandwerke zugeordnet.
| Konjunkturgruppe | Bestand am 31.12.2025 | Bestand am 31.03.2026 | Veränderung in % |
| Bauhaupthandwerk | 1.454 | 1.445 | -0,6 % |
| Ausbauhandwerk | 3.898 | 3.864 | -0,9 % |
| Handwerk für den gew. Bedarf | 1.186 | 1.185 | 0,1 % |
| Kfz-Handwerk | 982 | 978 | -0,4 % |
| Lebensmittelhandwerk | 271 | 270 | -0,4 % |
| Gesundheitshandwerk | 249 | 248 | -0,4 % |
| Handwerk für den pers. Bedarf | 2.466 | 2.474 | 0,3 % |
| Insgesamt | 10.506 | 10.464 | -0,4 % |
Betriebsstatistik nach Anlage der HwO
In der meisterpflichtigen Anlage A der Handwerksrolle sind mit 7.676 Betrieben knapp drei Viertel aller Handwerksbetriebe eingetragen.
Weitere 17 Prozent der Betriebe gehören zur zulassungsfreien Anlage B1. Fast jeder Zehnte Betrieb ist in der Anlage der Handwerksähnlichen Gewerbe B2 eingetragen, mit insgesamt 907 Betrieben.
| Bestand am 31.12.2025 | Bestand am 31.03.2026 | Veränderung prozentual | |
| Zulassungspflichtiges Handwerk Anlage A (HwO) | 7.727 | 7.676 | -0,7 % |
| Zulassungsfreies Handwerk Anlage B1 (HwO) | 1.877 | 1.881 | 0,2 % |
| Handwerkähnliches Gewerbe Anlage B2 (HwO) | 902 | 907 | 0,6 % |
| Insgesamt | 10.506 | 10.464 | -0,4 % |
Betriebsstatistik nach Landkreisen
| Anlage A | Anlage B1 | Anlage B2 | Insgesamt | Änderung ggü. VJ 2025 | |
| Altmarkreis Salzwedel | 787 | 154 | 81 | 1.022 | -0,7 % |
| Börde | 1.377 | 282 | 154 | 1.813 | -1,3 % |
| Harz | 1.583 | 362 | 173 | 2.118 | -0,3 % |
| Jerichower Land | 797 | 171 | 108 | 1.046 | -0,7 % |
| Magdeburg | 1.210 | 482 | 164 | 1.856 | -0,4 % |
| Salzlandkreis* | 979 | 220 | 111 | 1.310 | -0,1 % |
| Stendal | 973 | 210 | 116 | 1.299 | -0,4 % |
| Insgesamt | 7.676 | 1.881 | 907 | 10.464 | -0,4 % |
*Der Salzlandkreis gehört nur anteilig zum Kammerbezirk.
Aufstellung der Betriebe nach Gewerken
Die Aufstellung der Betriebe nach Gewerken finden Sie als PDF-Download unter Zahlen, Daten, Fakten.