Meister made in Magdeburg 2026Maler- und Lackierermeister Alexander Klitzing: Die fünfte Generation
Seit fast 130 Jahren ist die Malerfirma Klitzing aus Tangermünde in Familienhand. Gustav Klitzing hat sie 1897 gegründet, dann folgten seine Söhne Ernst und Willi, dann Willis Sohn Günther. Seit 2002 führt Günthers Sohn Sven Klitzing das Unternehmen zusammen mit seiner Frau Doreen und vielleicht wird deren Sohn eines Tages den Betrieb übernehmen. Denn Alexander Klitzing, Jahrgang 2000, hat gerade seinen Abschluss als Maler- und Lackierermeister gemacht.
Nach dem Abitur absolvierte er zunächst ein Freiwilliges Soziales Jahr in einem Krankenhaus und wusste dann, dass eine Arbeit im Schichtdienst nichts für ihn ist. Da ein Studium auch nicht infrage kam, machte er das am nächsten liegende: eine Ausbildung als Maler und Lackierer. „Wir haben keinen geeigneten Lehrbetrieb gefunden, also habe ich ihn ausgebildet“, sagt Sven Klitzing. Es sollte wohl einfach so sein, alle Klitzing-Generationen haben beim Vater gelernt.
Also lernte Alexander, Innenräume und Fassaden zu gestalten, Böden zu belegen und Wände mit Tapeten, Dekorputzen und Maltechniken zu versehen. Besonders am Streichen fand er seinen Spaß.
Der Gesellenbrief machte ihn 2022 offiziell zur fünften Klitzingschen Maler-Generation. Und mit der Zusatzqualifikation „Geprüfter Fachmann für kaufmännische Betriebsführung“, dem Teil III der Meistervorbereitung, war er an der Berufsschule auch schon den ersten Schritt in Richtung Meisterabschluss gegangen.
Ein Kreuzbandriss im Knie stoppte den Hobby-Sportler (Fußball, Volleyball, Basketball) und brachte den Maler zur Vollzeit-Meisterschule Teil IV ins Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Magdeburg. Die Teile I II absolvierte er danach berufsbegleitend.
„Die Meisterschule war toll, vor allem Mathe hat Spaß gemacht. In der Fachpraxis konnte ich mit den überwiegend deutlich älteren Kollegen nicht mithalten“, sagt Alexander. Am Ende legte er einen soliden Meisterabschluss hin.
Seine Eltern freuen sich darüber sehr, wollen ihm aber die Betriebsübernahme nicht vorschreiben. „Was er damit macht, muss er selber wissen.“ Die Firma ist mit fünf Mitarbeitern überwiegend im Privatsektor und fast nur bei Stammkunden tätig und hat einen Auftragsvorlauf von einem Jahr. „Wer heute aus dem Handwerk rausgeht, ist selber schuld“, meint Sven Klitzing.
Alexander ist jetzt einmal erleichtert, dass er freitags und samstags nicht losmuss. Als frisch gebackener Meister möchte er jetzt vor allem auf Kunden seiner Generation zugehen und Alternativen zur Wandgestaltung mit Tapeten anbieten. „Langfristig ist es schon das Ziel, den Betrieb zu übernehmen, gucken wir mal“, sagt er.
Anja Gildemeister