Meister made in Magdeburg 2026Metallbaumeister Maximilian Kirchner: Der Macgyver des Metallbaus
Bei Maximilian Kirchner und seinem Vater Sven Kirchner geht es um jeden Millimeter. Die präzise Arbeit mit Metall haben sie als Familienbetrieb „Kirchner Wintergartenbau“ zu ihrem Geschäftsmodell gemacht.
Und der Name des Betriebs aus Gommern im Jerichower Land trägt sich in die Region. Denn Wintergärten zu produzieren heißt: Maßanfertigungen aus dem filigranen Leichtmetall Aluminium. Entgegen dem verwendeten Material alles andere als eine leichte Sache. Das beschreibt auch ziemlich genau den Reiz, den die Arbeit in der Werkstatt auf Maximilian Kirchner ausübt. Immer individuell, nie 0815.
Woher das Interesse an der Arbeit mit Metall kommt, wird mit einem Blick zurück deutlich. Seine Kindestage verbrachte er in seiner Geburtsstadt Schönebeck, bevor er vom dortigen Gymnasium auf eine Waldorfschule in die Landeshauptstadt wechselte. Es war wohl sein Glück, denn hier kam er zum ersten Mal mit dem Werkstoff in Berührung, der mittlerweile seine Lebensgrundlage bildet. „Es gab dort viel praktisches Arbeiten, auch mit Metall. Wir machten sogar schon erste Schweiß-Erfahrungen,“ erinnert er sich.
Mit dem erweiterten Realschulabschluss und Vorstellungen in der Tasche stellte sich der damals 18-Jährige vor die Wahl zwischen der Ausbildung zum Kfz- oder Industriemechatroniker. Auch wenn es letzteres wurde, das Bastel-Interesse an vierrädrigen Vehikeln wird privat auch heute noch immer gelebt. Maximilian Kirchner baut sich in seiner Freizeit einen Geländewagen auf und um.
So richtig warm geworden ist er mit dem Metallbau erst im väterlichen Betrieb. Auch hier war es als Geselle die vielfältige Arbeit, die ihn fasziniert hat. Der Familienbetrieb ist klein und auch wenn man den Personalbestand gern aufstocken möchte, findet sich bisher niemand passendes. Vater und Sohn sind so gleichermaßen zu Allroundern im Betrieb geworden. Mittlerweile kennt Maximilian Kirchner jeden Zentimeter der Firma inn- und auswendig.
Unbestritten ist das auch eine gute Grundlage dafür, den Familienbetrieb in ferner Zukunft zu übernehmen. Eine noch bessere hat der heute 28-Jährige nach dreieinhalb Jahren Schulbankdrücken gesetzt: die erfolgreiche Teilzeit-Meisterausbildung am Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer Magdeburg. „Wir waren eine sehr angenehme und ruhige Klasse und wurden auch gut auf die Prüfungen vorbereitet. Es hat mich echt weitergebracht, den Meister zu machen“, blickt Maximilian Kirchner auf die durchaus herausfordernde Zeit zurück, denn so leicht wie sein Werkstoff war es nicht.
Nun sei es eine Genugtuung, diesen Meilenstein erreicht und endlich wieder samstags frei zu haben, sagt er. Nun bleibt endlich wieder mehr Zeit für Familie und Freundin. Denn hier geht es mal nicht um jeden Millimeter, sondern um jede gemeinsame Sekunde.
Dan Tebel