Siegfried Zuber in seiner Werkstatt in Staßfurt.
Handwerkskammer Magdeburg
Siegfried Zuber in seiner Werkstatt in Staßfurt.

Nische sucht Nachfolger

Siegfried Zuber repariert deutschlandweit Mikroskope und ist damit gut im Geschäft.

Das seltene Handwerk des Feinoptikers übt Siegfried Zuber aus Staßfurt aus. Deutschlandweit wartet und repariert er Mikroskope und ist damit gut im Geschäft. Jetzt sucht er einen Nachfolger.

"Ich habe ohne Ende zu tun", sagt Siegfried Zuber und berichtet von seinem Arbeitsalltag: In deutschen Krankenhäusern und Forschungseinrichtungen wartet und repariert er Mikroskope. Er ist regelmäßig die ganze Woche unterwegs, fährt nach Bayern und Baden-Württemberg, nach Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Er ist eine Instanz auf seinem Fachgebiet, einzigartig in Sachsen-Anhalt. Er liebt seine Arbeit. Er ist fasziniert davon, was Forscher mit Mikroskopen bewirken. Doch in diesem Jahr steht eine 80 auf seiner Geburtstagstorte. Zeit, die Geschäfte zu übergeben, findet auch seine Frau.

Leichter gesagt als getan. Zwei Anläufe mit "Praktikanten" sind bereits schief gegangen. "Es gibt nicht viele, die wirklich Ahnung haben", sagt Siegfried Zuber. Sein Nachfolger müsste Medizintechniker sein und eine ganze Zeit lang "mitlaufen". Einsatzbereitschaft würde sich auszahlen, das Unternehmen hat viel Potenzial.

Seine eigenen fachlichen Grundlagen hat der Sohn eines Uhr­machermeisters in Jena erworben. "Konstruktion optischer Geräte" hieß der Studiengang, der Nachwuchs für den VEB Carl Zeiss Jena ausbildete. Die DDR-Wohnungsnot führte Siegfried Zuber danach ins Staßfurter Soda-Werk, wo er als Jung-Ingenieur für die Mess- und Regeltechnik eingesetzt wurde und berufsbegleitend einen weiteren Studiengang absolvierte. "Diplom-Ingenieur für Technische Kybernetik" steht heute auf seiner Visitenkarte.

1978 machte sich Siegfried Zuber selbstständig. Er reparierte Fotoapparate, Fernrohre, Belichtungsmesser und hatte zeitweilig auch ein Ladengeschäft. Bis zur Wende stattete er Schulen, Labore und Universitäten mit Projektoren, Mikroskopen und anderer Technik aus und hatte bis zu sieben Angestellte. In dieser Zeit entdeckte er den Bedarf bei den Krankenhäusern und baute sich seinen heutigen Kundenstamm auf.

In seiner Werkstatt, im Anbau an seinem Privathaus am Stadtrand von Staßfurt, hat Siegfried Zuber eine Mikroskop-Sammlung zusammengetragen, Geräte ab Baujahr 1950, vom Rathenow-­Schüler-Mikroskop fürs Zwiebelhäutchen im Bio-Unterricht bis zum Zeiss-Ultraphot mit 1000-facher Vergrößerung. Hier kommt sicher auch für Rentner keine Langeweile auf.

Kontakt: Siegfried Zuber, E-Mail siegfried.zuber@gmail.com

Anja Gildemeister
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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