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BildungPraxislerntage in Sachsen-Anhalt werden ausgebaut

Ministerpräsident Sven Schulze, Bildungsminister Jan Riedel sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kammern und Verbänden haben in Magdeburg eine gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau der Praxislerntage unterzeichnet. Damit soll der Praxisbezug im Unterricht weiter gestärkt und an Sekundar-, Gemeinschafts-, Gesamt- und Förderschulen fester im Schulalltag verankert werden.

Die Praxislerntage ermöglichen Schülerinnen und Schülern, schulisch erworbenes Wissen in realen Arbeitssituationen anzuwenden. Sie lernen Betriebe, Arbeitsabläufe und Berufsbilder unmittelbar kennen, entdecken eigene Stärken und können ihre beruflichen Interessen besser einschätzen. Damit leisten die Praxislerntage einen wichtigen Beitrag zur Berufsorientierung, zur Ausbildungsreife und zum erfolgreichen Übergang von der Schule in die Berufsausbildung.

Ich will, dass Schule noch stärker auf das Leben vorbereitet. Junge Menschen sollen früh erfahren, wie Betriebe arbeiten, welche Berufe es gibt und welche Chancen direkt vor ihrer Haustür liegen. Deshalb bauen wir die Praxislerntage gemeinsam mit Schulen, Kammern und Unternehmen weiter aus. Wer eigene Erfahrungen sammelt, entdeckt Stärken, gewinnt Selbstvertrauen und findet leichter seinen Weg. Für mich ist klar: Gute Bildung schafft Perspektiven. Und genau diese Perspektiven wollen wir jungen Menschen in Sachsen-Anhalt eröffnen.
Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt

Ministerium für Bildung
Ministerpräsident Sven Schulze, Bildungsminister Jan Riedel sowie Vertreterinnen und Vertreter von Kammern und Verbänden in Magdeburg: gemeinsame Absichtserklärung zum Ausbau der Praxislerntage unterzeichnet.

Praxislerntage sind ein wichtiger Bestandteil eines lebendigen und vielfältigen Unterrichts. Sie ermöglichen es, Lernorte zu öffnen und Unterrichtsinhalte an einem anderen Ort, außerhalb des Klassenzimmers, in neuen Kontexten zu erleben. So werden schulische Themen greifbar und erfahrbar, und die Schülerinnen und Schüler können ihre erlernten Kompetenzen und ihr Wissen in realen Situationen anwenden und weiterentwickeln. Das stärkt nicht nur die Motivation, sondern auch die Qualität des Lernens insgesamt.
Jan Riedel, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt



Chance für Jugendliche und Handwerksbetriebe

Für das Handwerk ist der Ausbau der Praxislerntage ein wichtiges Signal. Junge Menschen erhalten die Möglichkeit, die Vielfalt handwerklicher Berufe direkt im Betrieb zu erleben. Gleichzeitig können Handwerksbetriebe frühzeitig mit potenziellen Auszubildenden in Kontakt kommen und für eine Ausbildung im Handwerk werben.

Praxislerntage sind für das Handwerk ein wichtiger Schlüssel, um junge Menschen frühzeitig mit der Arbeitswelt in Kontakt zu bringen. Wer im Betrieb erlebt, wie vielfältig, modern und sinnstiftend Handwerk ist, trifft seine Berufswahl sicherer — und findet eher den passenden Ausbildungsweg. Für unsere Betriebe bedeutet das: mehr Orientierung bei den Jugendlichen, bessere Ausbildungsreife und eine stärkere Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft.
Andreas Dieckmann, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg

Die Praxislerntage können bestehende Betriebspraktika sinnvoll ergänzen. Entscheidend für den Erfolg ist eine gute Vorbereitung und Nachbereitung durch die Schulen sowie eine enge Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen.

Die Praxislerntage auf freiwilliger Basis können die zweiwöchigen Betriebspraktika, die alle Schülerinnen und Schüler während der Schulzeit absolvieren, ergänzen. Dabei erhalten sie am außerschulischen Lernort wertvolle Einblicke in die Betriebspraxis und bearbeiten vor Ort Aufgaben der Schule. Entscheidend für den Erfolg ist eine gute Vor- und Nachbereitung durch die zuständige Schule.
Thomas Keindorf, Präsident der Handwerkskammer Halle

Zur weiteren Umsetzung wird ein gemeinsamer Arbeitskreis entstehen. Dieser soll unter anderem Handreichungen für Schulen und Unternehmen erarbeiten, das Berichtsheft „Praxislerntage“ aktualisieren und die gemeinsame Werbung für das Angebot stärken.

Die Einführung von Praxislerntagen in Sachsen-Anhalt ist ein wichtiger Schritt, um junge Menschen frühzeitig mit der Arbeitswelt in Kontakt zu bringen. Viele Schüler kennen die vielfältigen Ausbildungs- und Karrierechancen in den Unternehmen unserer Region noch nicht ausreichend. Praxislerntage schaffen die Möglichkeit, Berufe unmittelbar kennenzulernen, eigene Talente zu entdecken und fundierte Entscheidungen für die berufliche Zukunft zu treffen.
Klaus Olbricht, Präsident der IHK Magdeburg

Die wesentlichen Aufgaben sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Zusammenarbeit ist zunächst auf drei Jahre angelegt und kann bei Bedarf verlängert werden.

Praxislerntage sind eine hervorragende Möglichkeit, jungen Menschen frühzeitig Einblicke in die vielfältigen beruflichen Perspektiven unserer Region zu geben. Wer Betriebe und Berufe unmittelbar erlebt, kann fundiertere Entscheidungen für seinen weiteren Bildungs- und Berufsweg treffen. Gleichzeitig schaffen wir wichtige Kontakte zwischen Unternehmen und potenziellen Fachkräften von morgen – ein Gewinn für die Jugendlichen ebenso wie für unsere Wirtschaft.
Prof. Dr. Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau

Mit dem Ausbau der Praxislerntage entsteht eine stärkere Brücke zwischen Schule und Beruf. Für Jugendliche bedeutet das mehr Orientierung bei der Berufswahl. Für Betriebe im Handwerk bietet sich die Chance, Nachwuchs frühzeitig kennenzulernen und für die Ausbildung im eigenen Unternehmen zu begeistern.

Erst dem Mitarbeiter im Betrieb über die Schulter schauen und dann selbst mit anpacken und lernen - das muss die Praxislerntage ausmachen. Wenn Betriebe, Lehrer und Schüler diesen Weg gehen, kann er für alle zum Erfolg führen. Wenn Jugendliche früh Unternehmen kennenlernen und wissen, was die Mitarbeiter dort tun, können sie sich selbst ein Bild machen. Und dann können sie selbst entscheiden, welche Arbeit, welcher Job passt zu mir und macht mir Spaß. Ein erster und wichtiger Schritt in die eigene Zukunft.
Marco Langhof, Arbeitgeberpräsident Sachsen-Anhalt