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Azubi-BerufssprachkurseSprachförderung für Auszubildende im Handwerk

Tatiana Diatlova
Liliia Pleguzova, Projektmitarbeiterin bei KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt „ZuSA“

Eine Ausbildung im Handwerk verlangt nicht nur praktisches Geschick, sondern auch ein gutes Verständnis für Fachbegriffe, Arbeitsanweisungen, Berufsschulinhalte und Prüfungsaufgaben. Für Auszubildende mit Migrationshintergrund und sprachlichem Unterstützungsbedarf kann genau das zur Herausforderung werden.

Azubi-Berufssprachkurse setzen hier an: Sie begleiten junge Menschen während der Ausbildung, stärken ihre sprachlichen Fähigkeiten im beruflichen Kontext und erleichtern die Kommunikation im Betrieb sowie in der Berufsschule.

Die KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt „ZuSA“ organisiert solche Azubi-Berufssprachkurse. Die Projektmitarbeiterin Liliia Pleguzova beantwortet die häufigsten Fragen.

Was sind Azubi-Berufssprachkurse und welchen Nutzen haben sie für Handwerksbetriebe?
Liliia Pleguzova:
Azubi-Berufssprachkurse unterstützen Auszubildende mit Migrationshintergrund und Sprachförderbedarf während ihrer Ausbildung. Sie erleichtern das Verständnis von Fachinhalten in der Berufsschule, verbessern die Kommunikation im Betrieb und erhöhen die Chancen auf einen erfolgreichen Ausbildungsabschluss. Gleichzeitig geben sie Betrieben mehr Sicherheit bei der Ausbildung junger Menschen, die zu Beginn ihrer Ausbildung sprachlich noch nicht vollständig fit sind.

Für welche handwerklichen Berufe gibt es bereits Azubi-Kurse in Sachsen-Anhalt?
Pleguzova:
Aktuell gibt es einen Kurs für Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, einen Kurs für Bäcker, drei Kurse für Bauberufe sowie einen Kurs für Kfz-Mechatroniker, Anlagenmechaniker und weitere Berufe. Für das kommende Schuljahr werden jedoch weitere Angebote bedarfsorientiert entwickelt.

Die Herausforderung besteht darin, dass ein Kursträger nicht nur über die Zulassung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) für Berufssprachkurse verfügen muss, sondern auch über fachliche Kenntnisse im jeweiligen Berufsbereich. Glücklicherweise gibt es bereits einige Sprachschulen in Sachsen-Anhalt, die diese Herausforderung gerne annehmen.

Wie können Betriebe ihre Auszubildenden anmelden?
Pleguzova:
Die Anmeldung erfolgt derzeit über das Eveeno-Portal und wird von der KAUSA-Landesstelle Sachsen-Anhalt koordiniert. Voraussetzung sind ein bestehendes Ausbildungsverhältnis sowie ein sprachlicher Unterstützungsbedarf.

Sobald sich mindestens sieben Auszubildende aus demselben Beruf (bzw. aus artverwandten Berufen) und Ausbildungsjahrgang angemeldet haben, können wir einen geeigneten Kursträger suchen und den Kurs initiieren.

Welche Kosten und welcher Aufwand entstehen?
Pleguzova:
Die Teilnahme ist für Auszubildende und Betriebe kostenfrei. Die Kurse werden vollständig durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) finanziert. Für die Betriebe entsteht ein organisatorischer Aufwand für Anmeldung, Freistellung und gegebenenfalls die Unterstützung der Teilnehmenden.

Welche sprachlichen Herausforderungen werden aufgefangen?
Pleguzova:
Die Kurse unterstützen beim Verständnis von Fachsprache, Arbeitsanweisungen, Unterrichtsinhalten und Prüfungsaufgaben sowie bei der mündlichen und schriftlichen Kommunikation. Die konkreten Inhalte orientieren sich am Sprachniveau der Auszubildenden und ihren individuellen Bedarfen und können flexibel an die jeweilige Situation angepasst werden.



Ansprechperson:

Ute Lüder

Beraterin in der Passgenauen Besetzung

Tel. 0391 6268-154

Fax 0391 6268-110

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