Goldschmiedemeister und Uhrmacher Mathias Haut
Handwerkskammer Magdeburg
Goldschmiedemeister und Uhrmacher Mathias Haut hat 2018 in Havelberg den Betrieb seines Vaters übernommen.

Von der Prämie profitieren

Knapp 200 Handwerksmeister zwischen Arendsee und Zeitz haben bislang von der Meistergründungsprämie profitiert.

Um dem Gründungsgeschehen im Handwerk Schwung zu verleihen und Betriebsübernahmen zu erleichtern, hat Sachsen-Anhalt Mitte 2017 die Meistergründungsprämie eingeführt. Im Rahmen des Förderprogramms, das von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt umgesetzt wird, erhalten Handwerksmeister, die mindestens 15.000 Euro investieren, pauschal eine Prämie von 10.000 Euro.

Das Programm wurde zunächst über Landesmittel aus dem Etat des Wirtschaftsministeriums finanziert. Seit Anfang 2019 kommen die Mittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Dabei sei die Nachfrage nach der Meistergründungsprämie laut Investitionsbank unverändert hoch, 222 Anträge lägen vor.

Die Antragsstellung erfolgt unter Einbindung der Handwerkskammern in Halle und Magdeburg. Die Berater helfen bei der Erstellung der nötigen Unterlagen und fertigen die für den Antrag notwendige Stellungnahme zur Einschätzung der fachlichen und persönlichen Eignung des Antragstellers sowie der wirtschaftlichen Tragfähigkeit des Vorhabens an. Die Handwerksmeister setzen die Fördermittel überwiegend für Geschäftsausstattung, Werkzeuge, spezielle Maschinen, Software oder auch Transportmittel ein.

Wirtschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann sagt: "Wenn Meister gründen, sind sie in Sachsen-Anhalt goldrichtig. Unsere Mitte 2017 für das Handwerk eingeführte Förderung ist bislang ein Volltreffer. 195 ausgezahlte Prämien landesweit sprechen eine deutliche Sprache. Und die Nachfrage bleibt hoch - das ist auch gut so. Schließlich profitiert Sachsen-Anhalt davon, wenn gut ausgebildete Handwerker hier im Land Betriebe gründen bzw. übernehmen sowie dadurch Arbeitsplätze schaffen und Wohlstand sichern."

Goldschmiedemeister und Uhrmacher Mathias Haut hat 2018 mit Hilfe des Förderprogramms den Betrieb seines Vaters in Havelberg übernommen: "Ich bin sehr dankbar für diese finanzielle Unterstützung. Mit dem Geld habe ich mein Ladengeschäft neu gestaltet sowie eine moderne Internetpräsenz konzipiert. Ich bin glücklich darüber, dass mir so geholfen wurde, eine Familientradition weiterzuführen", sagt der 40-Jährige, der auch Betriebswirt des Handwerks ist, u.a. klassisch-historische Uhrwerke in neue Uhren integriert und Turmuhren repariert.

"Vom Handwerk geht ein hohes Entwicklungspotenzial für die ganze Region aus. Es sollte daher auch weiterhin ein großes Anliegen der Regionalpolitik sein, in das Handwerk zu investieren. Die Meistergründungsprämie unterstützt junge Handwerker, den Sprung in die Selbständigkeit zu wagen und damit nachhaltige Unternehmen mit regionalen Wurzeln zu gründen oder zu übernehmen", sagt Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, und verweist auf die Bedeutung des Handwerks gerade für die ländlich geprägten Regionen des Landes: "Handwerksunternehmen schaffen Arbeitsplätze, bilden aus, erwirtschaften Einkommen, das in der Region verbleibt und leisten eine unerlässliche Versorgungsaufgabe, nicht nur für private Haushalte. Durch das Angebot dieser handwerklichen Leistungen, auch in eher strukturschwachen Regionen, sind die jungen Handwerksmeister/ innen in erheblichem Maße an der Aufrechterhaltung der Lebens- und Standortqualität eingebunden", so Mauer. 

Bedingungen

Um die Förderung zu erhalten, müssen Meister mindestens 15.000 Euro investieren. Die Fördermittel sind für Investitionen und Betriebsmittel zur erstmaligen Gründung einer nachhaltigen Existenz vorgesehen. Die Aufnahme des Betriebs und der Nachweis der entstandenen Kosten müssen innerhalb von 12 Monaten nach Bewilligung erfolgen. Die wirtschaftliche Tätigkeit in Sachsen-Anhalt ist für drei Jahre sicherzustellen.

Mehr Informationen zur Meistergründungsprämie.