Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026Wahlprüfstein: Fachkräfte

Eine starke Ausbildung im Handwerk beginnt mit soliden Grundkompetenzen und praxisnaher Berufsorientierung. Gleichzeitig braucht es gleichwertige Bildungswege, moderne Bildungsstandorte und gezielte Qualifizierung, um Fachkräfte langfristig zu sichern. Welche Maßnahmen dafür entscheidend sind und wie sie ineinandergreifen, erfahren Sie auf dieser Seite.



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Ausbildungsfähigkeit stärken – Grundlagen sichern!

Lesen, Schreiben und Rechnen sind unverzichtbare Grundlagen für eine duale Ausbildung. Die sichere Beherrschung dieser Kompetenzen ist eine zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Verlauf einer handwerklichen Berufsausbildung. Diese grundlegenden Fähigkeiten müssen wieder stärker in den Fokus rücken und gezielt gefördert werden. Schulsozialarbeit kann darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Schulerfolg leisten.

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Berufsorientierung praxisnah und verbindlich gestalten!

Eine frühzeitige und praxisnahe Berufsorientierung ist entscheidend für eine richtige Berufswahl. Sie sollte verbindlich an allen Schulformen – einschließlich der Gymnasien – verankert werden und die Vielfalt handwerklicher Ausbildungs- und Karrierewege sichtbar machen.

Bewährte Programme wie BRAFO sind fortzuführen und gezielt weiterzuentwickeln. Erfolgreiche Formate wie das Schülerferienpraktikum im Handwerk leisten einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftegewinnung und müssen langfristig gesichert werden.
Ergänzend dazu ist der Wirtschafts-, Werk- sowie Technikunterricht praxisnah weiterzuentwickeln und stärker an realen Berufs- und Lebensperspektiven auszurichten. Entscheidend für den nachhaltigen Erfolg dieser Maßnahmen ist deren gute Verzahnung, um Doppelstrukturen zu vermeiden und vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen.



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Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung stärken!

Die berufliche Bildung ist ein zentraler Pfeiler der Fachkräftesicherung und muss der akademischen Bildung gleichwertig sein – in der Wahrnehmung ebenso wie in den politischen Rahmenbedingungen. Dazu gehört auch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung der beruflichen Bildung. Die Gleichwertigkeit der Bildungswege ist in der Landesverfassung zu verankern. Die überbetriebliche Lehrunterweisung ist dabei ein zentrales Qualitätsmerkmal der handwerklichen Ausbildung und muss dauerhaft finanziell gesichert werden.

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Fachkräfte sichern und Qualifizierung stärken!

Die demografische und technologische Entwicklung stellt das Handwerk vor große Herausforderungen. Vorhandene Potenziale müssen besser genutzt und eine längere freiwillige Weiterbeschäftigung auch im Rentenalter erleichtert werden.
Weiterbildung ist dafür unerlässlich und muss praxisnah, flexibel und unbürokratisch gefördert werden. Gleichzeitig ist die Meisterausbildung als zentraler Karriereweg im Handwerk weiter zu stärken. Der Meisterbonus sollte als Anreiz und Anerkennung verstetigt werden.



Straßenbahn Zollbrücke Magdeburg
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Bildungsstandorte zukunftssicher ausbauen!

Moderne und leistungsfähige Bildungsstätten sind Voraussetzung für eine hochwertige Ausbildung im Handwerk. Berufsschulen, Bildungszentren und überbetriebliche Ausbildungsstätten müssen baulich und technisch auf dem neuesten Stand sein.

Dazu braucht es ausreichende Investitionen sowie einfache und unbürokratische Förderverfahren. Auch die Wohnheimkapazitäten an Berufsschul-Standorten müssen modernisiert und ausgebaut werden, um die Attraktivität der dualen Ausbildung zu steigern.

Eine gute Erreichbarkeit ist dabei entscheidend: Verlässliche Mobilitätsangebote sind notwendig, damit Auszubildende insbesondere im ländlichen Raum ihre Bildungsorte erreichen können und finanziell entlastet werden.

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Gründung und Unternehmensnachfolge sichern!

Mehr als ein Viertel der Betriebsinhaber im Handwerk sind älter als 60 Jahre und werden in den kommenden Jahren in den Ruhestand gehen. Nicht alle Betriebe können übergeben werden – insbesondere im ländlichen Raum kann dies zu Versorgungsproblemen führen.

Umso wichtiger ist es, Unternehmertum im Handwerk zu stärken und Gründungen sowie Unternehmensnachfolgen gezielt zu unterstützen. Dafür braucht es bessere Rahmenbedingungen, weniger Bürokratie und verlässliche Förderinstrumente. Die Meistergründungsprämie sollte fortgeführt und bedarfsgerecht weiterentwickelt werden.



Zwei Personen geben sich die Hand.
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Internationale Fachkräftepotenziale erschließen!

Zur Fachkräftesicherung im Handwerk trägt auch qualifizierte Zuwanderung bei. Die Gewinnung und Integration dieser Fachkräfte muss praxistauglich und effizient gestaltet werden. Eine verlässliche und ausbildungsbegleitende Sprachförderung ist dabei entscheidend – sie sollte weiter unterstützt und ausgebaut werden.

Gleichzeitig benötigen unsere Betriebe Beratungs- und Begleitstrukturen, die sie bei bürokratischen Verfahren und der Integration im Alltag entlasten.





Ansprechperson:

Therese Klette-Schrills

Referentin des Präsidenten und des Hauptgeschäftsführers

Tel. 0391 6268-123

Fax 0391 6268-110

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Wofür steht die Handwerkskammer Magdeburg - Wertekompass