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Michael Bihlmayer

Was tun bei einem positiven Test?

3G in Betrieben: wie man sich bei einem positiven Corona-Test verhält

Aktuell gilt eine 3G-Regelung in Betrieben für Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Wer also nicht geimpft oder genesen ist, muss sich regelmäßig vor Arbeitsbeginn testen.

Aber wie verhält man sich, wenn der Corona-Test dann positiv ausfällt?

Carolin Bauer, Fachärztin für Allgemeinmedizin vom Medizinischen Versorgungszentrum „Im Altstadtquartier“ in Magdeburg, beantwortet wichtige Fragen.

Wichtig: Das Interview wurde im November 2021 veröffentlicht. Die jeweilige aktuelle Vorschriften-Lage kann sich ändern. Entsprechende Passagen im Interview sind gekennzeichnet und mit Hinweis unter dem Text versehen.

Carolin Bauer, Fachärztin für Allgemeinmedizin vom Medizinischen Versorgungszentrum "Im Altstadtquartier" in Magdeburg
Rayk Weber
Carolin Bauer, Fachärztin für Allgemeinmedizin vom Medizinischen Versorgungszentrum "Im Altstadtquartier" in Magdeburg



Wer muss in welcher Reihenfolge von wem informiert werden, wenn der Corona-Test vor Arbeitsbeginn positiv ausfällt?

Zuerst muss der Arbeitgeber informiert werden. Dann geht es zum Hausarzt (nach telefonischer Ankündigung) oder zum Testzentrum, wo ein PCR-Test erfolgt. Bis zum Erhalt des PCR-Ergebnisses sollte sich die betroffene Person häuslich isolieren. Ist es positiv, erfolgt eine Meldung an das zuständige Gesundheitsamt, das dann weitere Informationen liefert.

Wer weist einen PCR-Test an? Welche Stellen führen diesen durch?

Bei Personen mit Symptomen, die auf eine Corona-Infektion hindeuten können und bei Personen mit positivem Schnelltest sollte ein PCR-Test durchgeführt werden. Dieser kann nach Rücksprache beim Hausarzt, in einer Fieberambulanz oder in hausärztlichen Testpraxen erfolgen. Aktuelle Adressen finden sich auf der Internetseite der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalt.

Wie viele Tage zurück müssen Kontakte angegeben und Kontaktpersonen informiert werden?

Bei symptomatischen Fällen nehmen wir alle engen Kontakte ab zwei Tage vor Beginn der Symptome ins Visier, bei asymptomatischen Fällen alle engen Kontakte ab zwei Tage vor dem positiven Testergebnis. Enge Kontaktpersonen sind folgendermaßen definiert: Aufenthalt im Nahfeld (<1,5m) länger als zehn Minuten ohne adäquaten Schutz (MNS, FFP2); Gespräch unabhängig von der Gesprächsdauer ohne adäquaten Schutz; Aufenthalt im selben Raum mit wahrscheinlich hoher Konzentration infektiöser Aerosole unabhängig vom Abstand für länger als 10 Min, auch bei adäquatem Schutz. Enge Kontaktpersonen in diesem Sinne sollten informiert und die Kontaktdaten dem Gesundheitsamt übermittelt werden.

Müssen alle engen Kontaktpersonen in Quarantäne? Macht es einen Unterschied, wenn sie geimpft oder genesen sind?

Ungeimpfte enge Kontaktpersonen müssen unverzüglich in häusliche Quarantäne. Der erste volle Tag der Quarantäne ist der Tag nach dem letzten Kontakt zum bestätigten Covid-19-Fall. Enge Kontaktpersonen sollten auch ihre engen Kontaktpersonen informieren mit der Bitte, auf Krankheitssymtome zu achten. Um asymptomatische Infektionen zu erkennen, kann eine Testung enger Kontaktpersonen so früh wie möglich nach Identifikation erwogen werden.

Vollständig geimpfte oder genesene Kontaktpersonen sind von Quarantäne-Maßnahmen ausgenommen. Entwickeln diese Person jedoch Symptome, müssen sie sich sofort in Selbstisolierung begeben und eine zeitnahe PCR-Testung veranlassen. Sollte es sich um neue, besorgniserregende SARS-CoV-2-Varianten handeln, wird durch das Gesundheitsamt auch bei vollständig geimpften und genesenen Personen eine Quarantäne angeordnet. Generell sollten sich Kontaktpersonen bis 14 Tage nach dem letztem Kontakt selbst beobachten (tägliches Messen der Körpertemperatur, evtl. Symptome).

Wie lange müssen Infizierte in Quarantäne? Müssen sie sich abschließend "frei testen"?

Die häusliche Absonderung der SARS- CoV-2-Erkrankten wird Isolierung genannt. Die häusliche Absonderung der Kontaktpersonen heißt Quarantäne. Die Isolierung kann frühestens 14 Tage nach Symptombeginn bzw. bei asymptomatischen Verläufen 14 Tage nach positivem Testergebnis aufgehoben werden. Bei leichtem Verlauf sind zudem mindestens 48 Stunden Symptomfreiheit bzw. nachhaltige Besserung der akuten Symptome (gemäß ärztl. Beurteilung) plus Antigentest erforderlich, bei schweren Verläufen mit Sauerstoffbedürftigkeit ein PCR-Test. Bei asymptomatischen Infektionen muss nach den 14 Tagen ebenfalls ein Antigentest erfolgen.*

 Wie lange gilt dann der Genesenen-Status? Ab wann kann nach einer Infektion frühestens geimpft werden?

Der Genesenen-Status gilt bis sechs Monate nach der Infektion. Die STIKO empfiehlt immungesunden Personen, die gesichert eine SARS-CoV-2- Infektion durchgemacht haben, die Verabreichung einer Impfstoffdosis, in der Regel sechs Monate nach der Erkrankung, frühestens jedoch vier Wochen nach Ende der Symptome.*



* Bitte beachten Sie die aktuellen Isolations- und Quarantäneregeln und die aktuellen Festlegungen zum Genesenenstatus. Als genesen gelten ab sofort nur noch Personen, deren zugrundeliegende Testung mittels Labordiagnostik mittels Nukleinsäurenachweis (PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus nicht länger als drei Monate zurückliegt.