Kunde mit Mundschutz beim Friseur
nacho roca - stock.adobe.com

Arbeitshinweise für Friseure und Kosmetiker

Unter strengen Hygienevorschriften können Friseur*innen und Kosmetiker*innen ihren Betrieb vorerst wieder öffnen.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege hat einen Branchenstandard für Unternehmen der Haar- und Bartpflege – im Weiteren Friseursalons genannt – entwickelt. Er basiert auf der „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung“,  sowie der „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel“ und dem „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS). Der Standard konkretisiert branchenspezifisch erforderliche Maßnahmen, um Beschäftigte vor dem Corona-Virus zu schützen. Ziel ist dabei, das Infektionsrisiko im Arbeitsalltag zu senken. Dazu müssen Arbeitgeber*innen die Gefährdungsbeurteilung für ihr Unternehmen aktualisieren (§§ 5–6 Arbeitsschutzgesetz) und um SARS-CoV-2-spezifische Infektionsschutzmaßnahmen ergänzen. Mustergefährdungsbeurteilungen für das Friseurhandwerk finden Sie hier.

Der Branchenstandard ist eine Richtschnur zur Auslegung des Arbeitsschutzgesetzes. Er zeigt, wie die betreffenden Arbeitsschutzvorschriften in den Friseursalons umgesetzt werden. Damit bietet er Hilfestellung für die Salons bei der Erfüllung ihrer Pflichten zum Schutz der Beschäftigten vor einer Infektion mit dem SARS-CoV-2. Zugleich orientiert sich die Beratung und Überwachung der BGW an diesem Standard.

Wichtige Hinweise für Kosmetiker und Friseure:                 

Nach Friseur- und Fußpflegesalons können seit 8. März 2021 auch Kosmetik- und Nagelstudios sowie andere Dienstleistungsbetriebe der Körperpflege wieder öffnen. Eine Testpflicht für Kundinnen und Kunden ist in der 10. Eindämmungsverordnung noch nicht vorgesehen. Lesen Sie dazu auch die Pressemeldung des Ministeriums für Arbeit Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt zu kostenfreien Corona-Tests für Bürger*innen.

Die allgemeinen Hygieneregeln sind einzuhalten. Für die Inanspruchnahme der Dienstleistungen ist vorab ein Termin zu vereinbaren. Die Vergabe von Terminen darf nur auf elektronischem oder fernmündlichem Weg erfolgen. Die Kunden haben einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen oder es werden andere geeignete Schutzmaßnahmen getroffen. Die Verantwortlichen haben einen Anwesenheitsnachweis zu führen. Zur Nachverfolgung von Kontaktpersonen sind der Vor- und Familienname, die vollständige Anschrift, die Telefonnummer sowie der Zeitraum und der Ort des Aufenthalts der betreffenden Kunden in Textform zu erheben. Eine digitale Kontaktdatenerhebung ist zulässig, sofern die vorhergehend aufgeführten Kontaktdaten im Bedarfsfall der zuständigen Gesundheitsbehörde kostenfrei in einem von ihr nutzbaren Format zur Verfügung gestellt werden können.

Den aktualisierten Standard für Friseure finden Sie im Download (rechts).

Stand 19.02.2021: Der neue Branchenstandard für das Friseurhandwerk wurde an die aktuelle SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sowie an die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel des BMAS angepasst. Die grundsätzlichen Anforderungen an Reinigung und Hygiene in Friseursalons und Barbershops werden vorausgesetzt und nicht gesondert ausgeführt. Die wichtigsten Änderungen gegenüber der Version vom 30.12.2020:

  • Eine Mindestfläche von 10 Quadratmetern pro Person darf nicht unterschritten werden, befinden sich mehrere Personen im Raum.
  • Pausenräume müssen durchgängig gelüftet werden, wenn sich mehrere Personen darin aufhalten.
  • Beschäftigte tragen immer mindestens Mund-Nasen-Schutz (medizinische Gesichtsmaske), auch bei Hausbesuchen.
  • Für Kundinnen und Kunden gilt die vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase nach den jeweiligen Verordnungen der Länder.
  • Die Verwendung von FFP2-Masken beim Bedienen von Kundinnen und Kunden, die keine vorgeschriebene Bedeckung von Mund und Nase tragen können, ist präzisiert.
  • Die Salonleitung muss Beschäftigten für Büroarbeit oder vergleichbare Tätigkeiten Homeoffice anbieten, wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe dagegenstehen.

Ergänzende Hinweise seitens des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales:

Für Friseursalons gilt nach § 2 Absatz 5 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung die Vorgabe einer Mindestfläche von 10 m² pro Person, soweit die auszuführenden Tätigkeiten dies zulassen. Die Einhaltung der Mindestfläche von 10 m² gilt sowohl für Kunden*innen als auch für Beschäftigte.

Wenn es z. B. aufgrund einer geringen Größe des Salons nicht möglich ist, die Mindestfläche pro Person einzuhalten, muss durch die Umsetzung geeigneter Schutzmaßnahmen - wie z. B. intensives Lüften und durchgängiges Tragen von medizinischen Gesichtsmasken bzw. höherwertiger Atemschutzmasken - ein gleichwertiger Schutz der Beschäftigten hergestellt werden.

Die praktische Ausbildung im Salon soll weiterhin ermöglicht werden. Wird durch die Anwesenheit von Auszubildenden die erforderliche Mindestfläche zeitweise unterschritten, müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung weitere Schutzmaßnahmen festgelegt werden. Es wird seitens des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales empfohlen, für den Zeitraum, in dem die Mindestfläche nicht eingehalten werden kann, zusätzlich zu den anderen getroffenen Schutzmaßnahmen FFP2-Masken oder vergleichbare Atemschutzmasken zu verwenden.

Aktuelle Infos zur gültigen Eindämmungsverordnung finden Sie hier.



Weitere hilfreiche Links:

Friseure:

www.bgw-online.de/DE/Home/Branchen/News/Friseure-Corona_node.html

Kosmetikstudios, Fußpflege und Nagelstudios:

https://www.bgw-online.de/DE/Home/Branchen/News/Kosmetik-Fusspflege-Nagelstudios-Corona-Arbeitsschutzstandard.html