GründerstoriesDie Gründerstory von Josephine Giese
Im Interview erzählt Augenoptikermeisterin Josephine Giese, warum sie sich selbständig gemacht hat und wohin ihre Reise gehen soll.
Gründerstory im Video-Format
Interview mit Josephine Giese
Das vollständige Interview mit Josephine Giese lesen Sie hier:
Wer sind Sie und welches Unternehmen haben Sie gegründet?
Ich bin Josefine Giese und Augenoptikermeisterin. Meinen eigenen Betrieb DIE OPTIKERIN habe ich zum 1. Dezember 2023 gegründet.
Wie sind Sie zum Handwerk gekommen?
Ich habe in einem Traditionsbetrieb gelernt und bin nach der Ausbildung bei einer großen Kette gelandet. Dort habe ich viele Jahre gearbeitet, auch als Filialleiterin. Nebenberuflich habe ich dann meinen Meister gemacht. Seit Mai 2012 bin ich Augenoptikermeisterin.
Was lieben Sie an Ihrem Beruf besonders?
Ich liebe an diesem Beruf den Abwechslungsreichtum. Ich arbeite sehr gern mit den Kunden, liebe aber auch die Werkstatt und die handwerklichen Herausforderungen, die uns täglich erwarten. Es darf in meinen Augen auch gern knifflig sein. Und jeden Tag lernt man neue Leute kennen. Das ist einfach wunderschön.
Welche Rolle spielt das Handwerk heute noch in der Augenoptik?
Das Handwerk verschwindet leider zunehmend aus diesem Beruf. Viele große Unternehmen schleifen die Brillen nicht mehr in ihren Filialen. Uns ist es aber ganz besonders wichtig, jede Brille vor Ort selbst zu bauen. Wir haben schließlich nicht umsonst einen Handwerksberuf gelernt.
Viele Kunden wissen gar nicht, wie viel Handwerk in einer Brille steckt. Interessierte dürfen uns deshalb gern über die Schulter schauen. Das ist nichts von der Stange. Es ist individuell und geht durch unsere Hände.
Warum haben Sie sich entschieden, einen eigenen Betrieb zu gründen?
Nach der Geburt meiner Kinder wollte ich nicht mehr in einer großen Kette mit langen Öffnungszeiten arbeiten und bin wieder zu einem Traditionsbetrieb gewechselt. Dort habe ich mich einfach pudelwohl gefühlt.
2023 habe ich beschlossen, den Schritt doch einfach mal alleine zu wagen. Mein Mann hat mich dabei ziemlich bestärkt und gesagt: „Wie alt willst du noch werden? Warum willst du das nicht endlich versuchen?“ Ich war froh, dass er bereit war, dieses Risiko mit mir gemeinsam zu tragen. Dann bin ich einfach losmarschiert.
Welches Wissen haben Sie sich für die Gründung angeeignet und wo haben Sie sich Unterstützung geholt?
Ich bin zunächst hier in Salzwedel zur Wirtschaftsförderung gegangen und habe mich beraten lassen. Anschließend wurde mir der Kontakt zur Handwerkskammer in Magdeburg vermittelt. Dort wurde ich wirklich gut beraten: Welche Schritte sind wichtig? Wie erstellt man einen Businessplan? Davon hatte ich gar keine Ahnung und auch ziemlich Bammel vor diesem Businessplan.
Die Handwerkskammer hat mich auch bei der Finanzierung unterstützt und mich auf die Investitionsbank hingewiesen. Gemeinsam haben wir den Businessplan noch so weit gepimpt, dass auch die Finanzierung einwandfrei funktioniert hat.
Wofür haben Sie die Meistergründungsprämie eingesetzt?
Die Meistergründungsprämie habe ich für meine große Schleifmaschine in der Werkstatt eingesetzt.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
Wir bekommen im Sommer noch eine Auszubildende. Darauf freue ich mich ganz doll. Beim Praktikum haben wir uns letztes Jahr ein bisschen schockverliebt – alle Parteien gleichzeitig, würde ich sagen.
Außerdem möchte ich noch mehr in das Thema Augengesundheitsvorsorge investieren. Gerade hier im ländlichen Bereich haben wir wenig augenärztliche Versorgung. Deshalb würde ich mich technisch gern noch besser aufstellen und weitere Untersuchungen anbieten.
Ansprechperson:
Referentin für Marketing
Tel. 0391 6268-397
Fax 0391 6268-110