Martin Händel/ Handwerkskammer Magdeburg

GründerstoriesDie Gründerstory von Martin Stadler

Im Interview erzählt Bitzschutzfachkraft Martin Stadler, warum er sich selbständig gemacht hat und wohin seine Reise gehen soll.



Gründerstory im Video-Format



Interview mit Martin Stadler

Wer sind Sie und welches Unternehmen haben Sie gegründet?

Ich bin Martin Stadler, bin 46 Jahre alt und habe meinen Betrieb als Blitzschutzunternehmen gegründet. Ich biete die Planung, Errichtung, Instandsetzung und Prüfung von Blitzschutzanlagen an.

Wie sind Sie zum Handwerk gekommen?

Ich bin eigentlich gelernter Kfz-Mechaniker. Nach dem Zivildienst habe ich die Fachhochschulreife nachgeholt und anschließend in Magdeburg "Sicherheit und Gefahrenabwehr" studiert. Den Studiengang habe ich als Bachelor of Science abgeschlossen.

Danach habe ich eine Fortbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit absolviert und acht Jahre im Chemieanlagenbau gearbeitet, als Fachkraft für Arbeitssicherheit beziehungsweise als Sicherheitsingenieur. Irgendwann wurde mir dann ein Job in Halberstadt angeboten. Dafür habe ich eine Weiterbildung zur Blitzschutzfachkraft gemacht. So bin ich letztendlich zum Blitzschutz gekommen – und gleichzeitig wieder zurück in meine Heimat.

Martin Händel/ Handwerkskammer Magdeburg

Was schätzen Sie an Ihrem Beruf besonders?

Ich schätze vor allem die Vielfältigkeit. Der Blitzschutz ist nicht nur auf einen Bereich beschränkt. Man kann von der Planung über die Errichtung bis zur Instandhaltung alles abdecken. Dazu kommt der Umgang mit den Kunden.

Ich finde es auch gut, dass man nicht nur im Büro sitzt, sondern immer wieder draußen unterwegs ist und Einblicke in ganz unterschiedliche Gewerke bekommt. Es kommt eigentlich jedes Mal anders, als man denkt. Genau das macht die Arbeit interessant.

Martin Händel/ Handwerkskammer Magdeburg

Warum haben Sie sich dafür entschieden, einen eigenen Betrieb zu gründen?

Die Idee ist ehrlich gesagt ein Stück weit aus der Not heraus entstanden. Ich wurde zum 31. Dezember 2022 gekündigt und habe daraufhin den Entschluss gefasst, mich selbstständig zu machen.

Dabei wurde ich von einer guten Arbeitskollegin unterstützt, die mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Außerdem gibt es im Bereich Blitzschutz einen deutlichen Fachkräftemangel. Die Branche ist relativ überschaubar, es gibt nur noch wenige kleinere Unternehmen, die dieses Handwerk ausüben. Auch das hat mich darin bestärkt, diesen Weg zu gehen.

Welches Wissen haben Sie sich für die Gründung noch angeeignet?

Ich habe noch während meiner vorherigen Tätigkeit eine Vorgründungsqualifizierung beim Innovations- und Gründerzentrum in Wernigerode absolviert. Dort konnte ich viele Fragen klären und habe auch Antworten bekommen, durch die ich meine ursprünglichen Pläne teilweise noch einmal überdenken musste.

Ich musste mein Konzept an einigen Stellen anders aufstellen. Das war im Nachhinein aber sehr hilfreich, weil ich mich dadurch schon im Vorfeld sehr genau mit der Gründung beschäftigt habe.

Martin Händel/ Handwerkskammer Magdeburg

Wo haben Sie sich Unterstützung geholt?

Unterstützung habe ich mir beim Innovations- und Gründerzentrum im Landkreis Harz und bei der Handwerkskammer Magdeburg geholt. Die Handwerkskammer hat mich unter anderem bei der Eintragung in die Handwerksrolle unterstützt und stand mir bei Fragen zur Seite.

Dadurch war ich relativ gut vorbereitet. Die Gründung selbst verlief dann eigentlich ziemlich problemlos und war am Ende gar nicht so schlimm, wie ich vorher gedacht hatte.

Warum war es Ihnen wichtig, in der Region zu gründen?

Es war wichtig für mich hier in der Region zu gründen, da ich für meine Familie da sein wollte.

Was würden Sie bei einer Gründung wieder genauso machen?

Rückblickend würde ich alles wieder so machen. Ich habe mich im Vorfeld genau informiert, die Risiken und Chancen abgewogen und bin nicht völlig unbedacht in die Selbstständigkeit gestartet. Diese Vorbereitung würde ich auf jeden Fall wieder genauso machen.

Martin Händel/ Handwerkskammer Magdeburg

Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?

Mein Ziel ist es, das Unternehmen so auszubauen, dass es langfristig stabil bestehen kann – unabhängig davon, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Deshalb stelle ich mich möglichst breit auf und biete neben der Prüfung auch die Planung, Errichtung und Instandsetzung von Blitzschutzanlagen an.

Warum würden Sie anderen das Handwerk empfehlen?

Es klingt vielleicht etwas abgedroschen, aber man sagt ja: Das Handwerk hat goldenen Boden. Und irgendwo stimmt das auch. Das Handwerk übersteht Krisen, es wird immer gebraucht und hat immer Potenzial. Deshalb macht es aus meiner Sicht auch Sinn, im Handwerk zu gründen.

Ansprechperson:

Anne-Kristin Gotot

Referentin für Marketing

Tel. 0391 6268-397

Fax 0391 6268-110

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