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Handwerkskammer Magdeburg

Herbst-Konjunkturumfrage

Handwerk erholt sich, Baubereich stützt Konjunktur, Lockdown für Wirtschaft unbedingt verhindern

Die Geschäftslagelage im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg erholt sich von den tiefen Einschnitten im Frühjahr des Jahres. Mit 56 Prozent beurteilt wieder mehr als die Hälfte die aktuelle Lage mit gut; 10 Prozent berichten von einer schlechten Lage. Der Geschäftsklimaindikator, bei dem auch die Erwartungen berücksichtigt werden, liegt mit 87 von 100 möglichen Punkten auf einem hohen Niveau, auch wenn noch Luft zu den Rekordwerten der Vorjahre bleibt. Im Frühjahr war der Indikator auf 67 Punkte abgestürzt. Das ist das Ergebnis der Herbst-Konjunkturumfrage, die die Handwerkskammer heute in Magdeburg vorlegte. 

Eine konjunkturelle Stütze bleiben die Bauhandwerke, bei denen auch im Lockdown der Arbeitsbetrieb weitgehend normal verlaufen konnte. Im Bauhaupthandwerk können 73 Prozent der Betriebe von einer guten Geschäftslage berichten, im Ausbauhandwerk 64 Prozent. Die Auftragsbücher sind im Bauhaupt- und Ausbauhandwerk durchschnittlich für die nächsten 11 bzw. 10 Wochen gefüllt. 

Auch in den anderen Gewerken zeichnet sich eine Erholung der Lage ab, wenn auch, je nach betrieblichen Schwerpunkten, deutliche Unterschiede bestehen. 

„Der Lockdown hat einige Betriebe hart getroffen und den Umsatz komplett wegbrechen lassen. Das waren beispielsweise für den Messebau tätige Betriebe, die mit dem Veranstaltungscatering verbundenen Lebensmittelhandwerke, personennahe Handwerke wie Friseure und Kosmetiker, aber auch die Gesundheitshandwerke wie Zahntechniker, Augenoptiker oder Hörakustiker. Die fehlenden Umsätze sind in der Regel nicht mehr zu erwirtschaften“, sagt Hagen Mauer, Präsident der Handwerkskammer, und begrüßt den politischen Willen, einen zweiten Lockdown zu verhindern und die Wirtschaft am Laufen zu halten. „Angesichts steigender Infektionszahlen muss ein gemeinsames Bewusstsein für den dringenden Handlungsbedarf gefunden werden sowie eine zielführende Balance zwischen Gesundheitsschutz und der Aufrechterhaltung des wirtschaftlichen und öffentlichen Lebens. Zurecht liegen die angekündigten Schritte zur Eindämmung des Infektionsgeschehens im privaten Bereich“, so Mauer. 

Der Beschäftigungssaldo – das ist die Differenz aus Betrieben, die Personal eingestellt und denen, die Personal abgebaut haben – zeigt sich, trotz der guten Lage im Bau, negativ. 12 Prozent der befragten Handwerksbetriebe haben die Zahl ihrer Mitarbeiter reduziert und 9 Prozent haben die Zahl erhöht. Die anderen Betriebe haben den Personalbestand konstant gehalten. Für das Winterquartal plant die Mehrheit der Inhaber, die Beschäftigtenzahl konstant zu halten. Bei den Friseuren und Kosmetikern, bei denen der Beschäftigungssaldo deutlich im negativen Bereich liegt, wird ein Beschäftigungsaufbau erwartet. 

Die Unternehmen halten auch in der Krise an ihren Mitarbeitern fest. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass es immer schwieriger wird, geeignete Fachkräfte zu finden. Die gute Auslastung bis an die Kapazitätsgrenzen zeigt, dass vor allem die Baubetriebe mit dem Beschäftigungsaufbau in den starken Auftragslagen kaum hinterherkommen. 

„Wir müssen weiter daran arbeiten, dass das Handwerk noch attraktiver für Auszubildende und für Fachkräfte wird“, so Burghard Grupe, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer. „Wir haben schon einiges geschafft. Die Kleine Bauvorlage wertet den Handwerksmeister auf und schafft Gerechtigkeit zu anderen Bundesländern. Mit der Meistergründungsprämie haben wir viele junge Handwerker davon begeistern können, einen Betrieb zu gründen oder zu übernehmen. Das Azubi-Ticket ist vor allem vor dem Hintergrund stagnierender Ausbildungszahlen und langer Berufsschulwege ein ganz wichtiges Signal. Bei der Berufsorientierung arbeiten wir daran, ein flächendeckendes Angebot zu erhalten, das auch an Gymnasien greift“, sagen Mauer und Grupe. 

Kammerbezirkszahlen: 

Im Handwerk im Kammerbezirk Magdeburg sind derzeit 12.049 Betriebe eingetragen. Das entspricht einem Rückgang von einem Prozent gegenüber dem Jahresbeginn. Die Anzahl der Beschäftigten im Handwerk ist mit ca. 67.500 Mitarbeitern leicht zurückgegangen. 

Geschäftslage nach Landkreisen:

· Im Landkreis Stendal beurteilen 55 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 1.488 Handwerksbetriebe eingetragen.

· Im Altmarkkreis Salzwedel beurteilen 57 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 1.140 Handwerksbetriebe eingetragen.

· Im Landkreis Börde beurteilen 64 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 2.125 Handwerksbetriebe eingetragen.

·  In der Landeshauptstadt Magdeburg beurteilen 50 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 2.091 Handwerksbetriebe eingetragen.

· Im Landkreis Jerichower Land beurteilen 43 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 1.241 Handwerksbetriebe eingetragen.

· Im Salzlandkreis beurteilen 56 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 1.518 Handwerksbetriebe eingetragen. 

· Im Landkreis Harz beurteilen 61 Prozent der befragten Handwerksbetriebe die aktuelle Geschäftslage als gut. Am 30.09.2019 waren hier 2.446 Handwerksbetriebe eingetragen.

Therese Klette-Schrills
Referentin für Volkswirtschaft und Statistik

Tel. 0391 6268-275
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