Unternehmer Ulf Steinforth trägt ein Bierfass auf der Schulter
Sudenburger Brauhaus
Der Unternehmer Ulf Steinforth hat in Magdeburg-Sudenburg die Brau-Tradition wiederbelebt.

In Sudenburg braut sich was zusammen

Der Magdeburger Unternehmer Ulf Steinforth hat die Marke "Sudenburger Bier" wiederbelebt.

"Magdeburg hat kein Bier, wir müssen uns darum kümmern." Das war vor ein paar Jahren das Fazit nach vielen Gesprächen zwischen dem Unternehmer Ulf Steinforth und seinem PR-Manager Christof Hawerkamp. Beide sind keine Brauer, Steinforth war zu dem Zeitpunkt noch nicht mal Biertrinker. Doch hat er als Gründungsvater und Chef des zweitgrößten deutschen Profi boxstalls "SES Boxing" ganz off ensichtlich ein gutes Gespür für die Bedürfnisse und Traditionen seiner Heimatstadt Magdeburg. Hawerkamp spielt in seinem Fachbereich in einer ähnlichen Liga und hat obendrein Erfahrung mit dem Bier Marketing: Der Hamburger war jahrelang PR-Chef beim FC St. Pauli, dem Kult Club mit dem Totenkopf und der Haus-Biermarke Astra.

Dass aus Magdeburgs Zapfhähnen bislang nichts Identitätsstiftendes sprudelt, liegt unter anderem an der Zentralisierung der Getränkeversorgung in der DDR. Wie so viele andere Handwerksbetriebe wurden auch hier regionale Brauereien zwangsvereinigt, nach der Wende verschwanden die traditionsreichen Braustätten der Stadt. Mittlerweile ist auch der bundesdeutsche Biermarkt gewissermaßen zentralisiert: Ein paar Großkonzerne haben sämtliche Biersorten unter sich aufgeteilt. Ein echtes Magdeburger Bier findet sich unter diesen "Industriebieren" nicht. Immerhin haben sich in den vergangenen Jahren dank des bundesweiten Trends zu handwerklich gebrautem Bier, sogenanntem Craft Beer, im Großraum Magdeburg einige regionale Brauereien erfolgreich angesiedelt.

Ulf Steinforth jedenfalls entschied sich dafür, die Marke "Sudenburger Bier" wiederzubeleben, die von 1882 bis 1989 in dem gleichnamigen Magdeburger Stadtteil gebraut wurde. 2014 kaufte er die Rechte, produzierte mangels Kapazitäten zunächst anderswo und eröffnete 2017 die eigene Brauerei in der Brenneckestraße. Hier im "Sudenburger Brauhaus" brauen die Brauer Mark Anton Hiller und Matthias Böhmer nun vornehmlich die Sorten Pils, Bock und Helles. In handwerklicher Art und Weise gebraut mit dem besonderen regional geprägten Geschmack wird so auch im Handwerk eine Magdeburger Tradition fortgeführt. In der Optik kommt das Pils-Etikett dazu dann auch in den Magdeburg-Farben Rot-Grün daher, das Bock in Blau-Gelb mit dem namensgebenden Tier, das Helle in Gelb-Orange. Über die Supermärkte und Getränkehändler der Region bringt Steinforth sein Bier an den Mann und die Frau, traditionell in der 20’er Kiste mit jeweils 0,33 Liter in den sogenannten Maurer- oder Vichyfl aschen mit Bügelverschluss. Zu den Festtagen im Jahr ist auch eine immer neue Sonderedition in 0,75-Liter-Steingutflaschen im Angebot. Als weitere Zielgruppe hat er die Gastronomie fest im Blick, für die ein Rubin-Frischbier gebraut wird. Für Feiern und Veranstaltungen steht eine ganze Flotte von nostalgischen Fahrzeugen zum Ausschank bereit, vom Bier-Barkas bis zum Durst- Löschzug - echte Hingucker! Alles in allem merkt man: Hier ist Marketing-Manpower und -Budget am Start. 

Das Konzept funktioniert. "Unser Bier wird gut angenommen", sagt Christof Hawerkamp. Im vergangenen Jahr erhielt die Sorte "Sudenburger Helles" einen Kulinarischen Stern als bestes Bier aus Sachsen-Anhalt. Bald will die Brauerei noch regionaler werden und nicht nur das Wasser, sondern auch Hopfen und Malz aus dem Land verwenden. "Sachsen-Anhalt hat ein traditionelles
Hopfen-Anbaugebiet", weiß Hawerkamp und berichtet von den Herausforderungen für regionale Bauern, aus dem System der Rohstoff -Zentralisierung auszusteigen. "Wir sind auf einem guten Weg und bald 100 Prozent Sachsen-Anhalt", heißt es aus dem Sudenburger Brauhaus. 

Weitere Informationen: www.sudenburger-brauhaus.de

Anja Gildemeister
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