Fördermittelberatung im HandwerkNicht jedes Angebot passt zu Ihrem Betrieb
Seriöse Unterstützung von fragwürdigen Angeboten unterscheiden
Fördermittel können für Handwerksbetriebe ein wichtiger Baustein sein, wenn Investitionen, Beratungen, Digitalisierungsmaßnahmen oder andere Entwicklungsschritte anstehen. Sie können finanzielle Spielräume schaffen und Betriebe dabei unterstützen, notwendige Veränderungen umzusetzen. Entscheidend ist jedoch: Fördermittel sind kein Selbstzweck, sondern stehen immer im Zusammenhang mit einem konkreten Vorhaben, einem nachvollziehbaren Bedarf und bestimmten Voraussetzungen.
Unaufgeforderte Angebote kritisch prüfen
Gerade bei unaufgeforderten Angeboten zur Fördermittelberatung sollten Betriebe aufmerksam bleiben. „Immer wieder werden Unternehmen telefonisch oder per E-Mail auf Themen wie Fördermittel, Arbeitsschutz, Datenschutz oder andere betriebliche Pflichten angesprochen. Teilweise entsteht dabei der Eindruck, dass schnelles Handeln erforderlich ist oder eine Beauftragung dringend empfohlen wird“, berichtet Dorit Zieler, Leiterin der Betriebsberatung bei der Handwerkskammer Magdeburg.
Förderung hängt immer vom konkreten Vorhaben ab
Solche Angebote könnten professionell wirken und den Eindruck vermitteln, dass eine Förderung schnell und unkompliziert zu erhalten ist. Dorit Zieler rät dringend dazu, in Ruhe zu prüfen: Welche Leistung wird konkret angeboten? Welche Kosten entstehen? Besteht im Betrieb tatsächlich ein entsprechender Bedarf?
Wird zusätzlich mit Fördermöglichkeiten geworben, sollte auch diese Aussage gesondert geprüft werden. Denn eine Förderung hängt von der konkreten Maßnahme, den formalen Vorgaben, verfügbaren Programmmitteln und einer rechtzeitigen Antragstellung ab. Sie kann daher nicht pauschal versprochen werden.
Dorit Zieler, Leiterin der Betriebsberatung bei der Handwerkskammer Magdeburg
Erst den betrieblichen Bedarf klären
Vor jeder Antragstellung sollte deshalb sorgfältig geprüft werden, worum es im Betrieb tatsächlich geht. Welche Maßnahme ist geplant? Welches Ziel soll erreicht werden? Ist die Finanzierung insgesamt tragfähig? Eine Förderung ersetzt keine wirtschaftliche Prüfung und sollte nicht der Auslöser für eine Maßnahme sein, die ohne tragfähigen Bedarf nicht geplant gewesen wäre.
Förderung ersetzt keine solide Finanzplanung
Hinzu kommt: Viele Förderungen werden nicht vor Beginn einer Maßnahme ausgezahlt, sondern erst nach Umsetzung, Prüfung und Nachweis der entstandenen Kosten. Betriebe müssen daher häufig zunächst in Vorleistung gehen. Auch steuerliche Auswirkungen sollten mitbedacht werden. Ein Zuschuss kann die Finanzierung entlasten, ersetzt aber keine tragfähige Gesamtplanung.
Neutrale Einschätzung vor Vertragsabschluss nutzen
Dorit Zieler: „Bei kostenpflichtigen externen Beratungsangeboten empfehle ich daher eine neutrale Ersteinschätzung, bevor Verträge abgeschlossen oder Leistungen beauftragt werden. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das Förderprogramm, sondern der konkrete betriebliche Bedarf.“
Förderinstitutionen in Sachsen-Anhalt
Für die Umsetzung von Förderprogrammen ist die Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) die zuständige Förderinstitution des Landes. Wenn eigenes Kapital fehlt und Kreditsicherheiten nicht ausreichen, können außerdem die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt (BB/MBG) kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen ermöglichen.
Sprechtage und Fachhotlines bieten Orientierung
Der regelmäßige Austausch mit IB sowie BB/MBG ermöglicht es der Betriebsberatung der Handwerkskammer Magdeburg, aktuelle Programminformationen frühzeitig einzuordnen. In gemeinsamen Sprechtagen erhalten Betriebe außerdem die Möglichkeit, konkrete Fragen zu stellen.
Nicht zuletzt steht bei der IB die kostenfreie Fachhotline für Beratungen und/oder bei der BB/MBG die unverbindliche Anfragemöglichkeit bei Finanzierungsbedarf zur Verfügung.
Kostenfreie Beratung für Mitgliedsbetriebe
Die Betriebsberatung der Handwerkskammer Magdeburg unterstützt Mitgliedsbetriebe dabei, Förderfragen neutral einzuordnen und konkret weiterzudenken. Gemeinsam wird geprüft, welche Maßnahme ansteht, welche Unterlagen erforderlich sind und welche Fördermöglichkeiten grundsätzlich in Betracht kommen.
Je nach Projektphase kann auch ein persönliches Beratungsgespräch sinnvoll sein, um Bedarf, Projektskizze oder Antragsinhalte fachlich vorzubereiten. Für Mitgliedsbetriebe ist diese Beratung im Rahmen der Mitgliedschaft kostenfrei.
Ansprechperson:
Betriebsberatung der Handwerkskammer Magdeburg
Telefon: 0391 6268 243
E-Mail: betriebsberatung@hwk-magdeburg.de