Ausbilder mit Bäcker-Azubis
Handwerkskammer Magdeburg
Ausbilder Holger Funke (l.) zeigt den Azubis im ersten Lehrjahr, Annika Klos (M.) und Jasmin Lichtenberg, das Formen von Hefezöpfen.

Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb 2018: Bäckerei Schwarz

Traditionsbetrieb aus Biere erhält Auszeichnung

Die Handwerkskammer Magdeburg verleiht in jedem Jahr die Auszeichnung "Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb" an die besten Ausbilder des Kammergebietes. Mit zu den aktuell Geehrten zählt der Traditionsbetrieb Bäckerei Schwarz aus Biere.

Vor 125 Jahren wurde die Bäckerei Schwarz GmbH & Co. KG von Friedrich Schwarz gegründet. Derzeit in den Startlöchern steht in fünfter Generation Michael Schwarz, der Vater Bernd noch im April dieses Jahres ablösen will. Unter den 75 Mitarbeitern befinden sich zehn ehemalige Lehrlinge: "Die Ausbildung neuer Mitarbeiter ist unsere Möglichkeit, dem Fachkräftemangel zu begegnen. Um passende Leute zu finden, ziehen wir alle Register", berichtet Juniorchef Michael Schwarz. Die Bäckerei versucht stetig, Präsenz bei möglichem Nachwuchs zu zeigen – und zwar in allen Altersstufen: "Wir pflegen engen Kontakt zur Berufsschule, bieten Schnuppertage für Schüler an und arbeiten sogar mit Kindertagesstätten zusammen."

Derzeit bildet der Bäckerbetrieb drei Lehrlinge im dritten und zwei Lehrlinge im ersten Lehrjahr aus, insgesamt waren es seit 1998 über 70 Lehrlinge. In der Bäckerei Schwarz genießen Bäcker-Azubis eine traditionelle handwerkliche Ausbildung. Deswegen schließen die Schwarz-Schützlinge bei den praktischen Prüfungen immer sehr gut ab. Hilfreich ist natürlich auch der Heimvorteil: Die praktische Prüfung findet in der bekannten Backstube in Biere statt. Wer sich bemüht, ins Team passt und keine anderen Pläne hat, wird übernommen. 2018 unterschrieben zwei der drei Neu-Gesellen einen Arbeitsvertrag – eine Gesellin wanderte nach Berlin ab. "Damit muss man rechnen. Es kann nicht jeder gehalten werden", erklärt Schwarz.

Hindernis für viele Jugendliche sei ein falsches Bild des Bäckerhandwerks, berichtet Michael Schwarz weiter. Vor allem würde die Nachtarbeit viel zu sehr problematisiert: "Natürlich machen gute Rollladen am Fenster Sinn, aber von unseren Lehrlingen möchte bei aller anfänglicher Skepsis fast keiner mehr die Nachtarbeit missen!" Im Sommer kämen seine Schützlinge des Öfteren mit einer roten Nase vom See. "Den Jugendlichen gehört der Tag. Und nicht nur das: Sonn- und Feiertage sind, anders als in Gastronomie und Hotelgewerbe, keine Arbeitszeit. Auch ein ungewisses Arbeitsende gibt es im Backhandwerk nicht", bricht der Bäckermeister die Lanze für sein Handwerk.

Wie wird man "Vorbildicher Ausbildungsbetrieb"?

Den Titel "Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb" vergibt die Handwerkskammer alljährlich für besondere Initiativen und Kreativität in der beruflichen Ausbildung.

Bewertet werden folgende Kriterien:

  • kontinuierliche Ausbildung von Lehrlingen und erfolgreiche Führung zur Gesellen-/Abschlussprüfung
  • Initiativen zur Erhöhung der Ausbildungsqualität und Attraktivität der Ausbildung, beispielsweise durch Zusatzqualifikationen, Ausbildungsverbünde, effektiven und ausbildungsgerechten Einsatz
  • Weiterbildung der Gesellen bis zur Meisterqualifikation
  • besondere Initiativen zur Berufsorientierung und Nachwuchsgewinnung
  • Aktivitäten zur Zusammenarbeit von Schule und Betrieb

Die Preisträger sind berechtigt, den Titel "Vorbildlicher Ausbildungsbetrieb der Handwerkskammer Magdeburg" zu führen und erhalten eine Urkunde sowie einen Pokal. Antragsberechtigt sind Mitgliedsbetriebe der Handwerkskammer Magdeburg, Kreishandwerkerschaften, Innungen, der Berufsbildungsausschuss und die Handwerkskammer. Eine aussagefähige Bewerbung ist bei der Handwerkskammer Magdeburg einzureichen.

Suche nach vorbildlichen Ausbildungsbetrieben auch in diesem Jahr

Die Handwerkskammer sucht auch im Jahr 2019 wieder nach vorbildlichen Ausbildungsbetrieben. Erfahren Sie mehr unter:  https://www.hwk-magdeburg.de/artikel/die-suche-beginnt-vorbildliche-ausbildungsbetriebe-2019-16,0,5135.html

Andreas Krause
Ausbildungsberater

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