Corona-Soforthilfe-Webbbanner-Coloures-Pic-1140x488
Coloures Pic - stock.adobe.com

Finanzielle Unterstützungen für Betriebe in der Coronakrise

Neu: Überbrückungshilfen für die Monate Juni bis August 2020

Neu: Überbrückungshilfen für die Monate Juni bis August 2020

Gemäß Ergebnis des Koalitionsausschusses vom 3. Juni 2020 wird zur Sicherung der Existenz von kleinen und mittelständischen Unternehmen für Corona-bedingten Umsatzausfall ein Programm für Überbrückungshilfen aufgelegt. Das Volumen des Programms wird auf maximal 25 Mrd. Euro festgelegt. Die Überbrückungshilfe wird für die Monate Juni bis August gewährt und gilt branchenübergreifend.

Konkret:

  • Antragsberechtigt sind Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, auch Soloselbständige, deren Umsätze Corona-bedingt im April und Mai 2020 um mindestens 60 % gegenüber April und Mai 2019 rückgängig gewesen sind.
  • Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind die Monate November und Dezember 2019 heranzuziehen.
  • Die Überbrückungshilfe erstattet einen Anteil in Höhe von
    • 80% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzeinbruch,
    • 50% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 50% und 70%
    • 40% der Fixkosten bei Umsatzeinbruch zwischen 40% und unter 50%
      im Fördermonat im Vergleich zum Vorjahresmonat. Der maximale Erstattungsbetrag beträgt 150.000 Euro für drei Monate. Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten soll der Erstattungsbetrag 9.000 Euro, bei Unternehmen bis 10 Beschäftigten 15.000 Euro nur in begründeten Ausnahmefällen übersteigen.
  • Geltend gemachte Umsatzrückgänge und fixe Betriebskosten sind durch einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer in geeigneter Weise zu prüfen und zu bestätigen. Überzahlungen sind zu erstatten. Die als Überbrückungshilfe unter den vorstehenden Voraussetzungen bezogenen Leistungen sind steuerbar und nach den allgemeinen steuerrechtlichen Regelungen im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen.
  • Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31.8.2020 und die Auszahlungsfristen am 30.11.2020. Programmstart ist der 1. Juli 2020. Das Antragsverfahren erfolgt über Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer, welche die Antragsunterlagen an die zuständige Bewilligungsstelle weiterleiten.

Cornelia Strümpel
Sekretariat Betriebsberatung/Unternehmensförderung

Tel. 0391 6268-243
Fax 0391 6268-110
cstruempel--at--hwk-magdeburg.de

Download:

"Sachsen-Anhalt ZUKUNFT" - Soforthilfezuschuss

Die Antragstellung auf Corona-Soforthilfe (Zuschuss) ist zum 31. Mai 2020 ausgelaufen. Bei Rückfragen zu gestellten Anträgen kontaktieren Sie bitte die Investitionsbank Sachsen-Anhalt direkt unter 0391 5574 9796 oder das Team der Betriebsberatung der Handwerkskammer unter 0391 6268-243 bzw. betriebsberatung@hwk-magdeburg.de.

Die Covid 19-Pandemie hat insbesondere zu einer massiven Gefährdung der wirtschaftlichen Existenz für Soloselbstständige, Angehörige freier Berufe und kleinerer Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten geführt. Mit dem Programm "Sachsen-Anhalt ZUKUNFT - Die Corona-Soforthilfe" unterstützen der Bund und das Land Sachsen-Anhalt bei der Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen. Die Finanzhilfe soll zur Existenzsicherung und zur Aufrechterhaltung der Betriebsfähigkeit dienen.

Das Gesamtvolumen der Zuschüsse beträgt insgesamt 150 Millionen Euro. Diese werden für Unternehmen gestaffelt als einmalige nicht rückzahlbare Leistung ausgezahlt:

Unternehmen mit

  • bis zu 5 Mitarbeitern erhalten bis zu 9.000 Euro,
  • 6 bis 10 Mitarbeitern bis zu 15.000 Euro,
  • 11 bis 25 Mitarbeitern bis zu 20.000 Euro,
  • 26 bis 50 Mitarbeitern bis zu 25.000 Euro.

Das Beraterteam der Handwerkskammer unterstützt Handwerksbetriebe bei der Antragstellung. Sie erreichen unser Team unter:   betriebsberatung@hwk-magdeburg.de und  0391 6268-243. Wir bündeln für Sie alle verfügbaren Kräfte, um Ihre Anträge schnellstmöglich auf den Weg zu bringen.   

Die Beantragung sowie Ausreichung der Zuschüsse erfolgen über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt.

Eine Antragstellung ist bis zum 31. Mai 2020 per E-Mail an  soforthilfe-corona@ib-lsa.de oder digitalisiert als Online-Antrag möglich. Bitte beachten Sie die richtige Schreibweise bei der Mailadresse (lsa = Land Sachsen-Anhalt). Die Hotline der Investitionsbank erreichen Sie unter  0391 5574 9796.

Der Antragsteller muss versichern, dass er durch die Corona-Pandemie in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten ist, die seine Existenz bedrohen und eine Deckung des fortlaufenden erwerbsmäßigen Sach-und Finanzaufwands aus den fortlaufenden Einnahmen nicht mehr ermöglichen.

Geltend gemacht werden können laufende betriebliche Kosten wie z. B.

  • Mieten (für Produktionsstätten, Büros usw.),
  • Pachten,
  • Leasingraten (für Maschinen, Autos und ähnliches),
  • betriebliche Versicherungen,
  • Energiekosten und
  • Instandhaltungskosten,
  • Beiträge zu Berufsorganisationen 

für die nächsten drei auf die Antragstellung folgenden Monate. Wird ein Mietnachlass von mindestens 20% gewährt, können fünf Monate in die Berechnung einbezogen werden.

Zur Kalkulation der anrechenbaren Kosten finden Sie Berechnungshilfen im Downloadbereich auf dieser Seite.

Umsatzausfälle, Personalkosten, Wareneinsätze sowie Ausgaben für die betriebliche Altersversorgung sind hingegen nicht förderfähig.

Gemäß Aussage der Investitionsbank sind ab sofort auch nebenberuflich Selbständige antragsberechtigt, sofern folgende Definition erfüllt ist: Ein Haupterwerb liegt vor, wenn die durchschnittliche wöchentliche Arbeitszeit aus der selbständigen gewerblichen, land-/forstwirtschaftlichen bzw. freiberuflichen Erwerbstätigkeit mindestens 15 Stunden beträgt oder hieraus mehr als die Hälfte des Einkommens des Antragstellers erzielt wird.

Die Soforthilfe wird nur bei Weiterführung des Unternehmens gewährt. Das Unternehmen darf bis zum 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten gewesen sein.

Die zweckentsprechende Verwendung der Soforthilfe muss spätestens sechs Monate nach Auszahlung durch entsprechende Erklärungen nachgewiesen werden.

Wir stehen in ständigem Austausch mit der Investitionsbank, um den Antragsprozess für Sie zu erleichtern sowie die FAQ-Liste zur Hilfestellung regelmäßig zu erweitern. 

"Sachsen-Anhalt ZUKUNFT" - Darlehen für Unternehmen bis zu 50 Beschäftigte

Das Wirtschaftsministerium Sachsen-Anhalts erweitert das zunächst mit der "Soforthilfe" gestartete Hilfsprogramm "Sachsen-Anhalt ZUKUNFT". Neben Zuschüssen stehen Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten nun auch vergünstigte Kredite zur Verfügung.

Das Beraterteam der Handwerkskammer unterstützt Handwerksbetriebe bei Fragen zur Antragstellung. Sie erreichen unser Team unter:  betriebsberatung@hwk-magdeburg.de und   0391 6268-243.

Wer wird gefördert?

Das Finanzierungsangebot richtet sich an bestehende Unternehmen in jeglicher Rechtsform einschließlich Angehöriger freier Berufe, die durch die Corona-Krise betroffen sind, bis zu 50 Arbeitnehmer beschäftigen und einen Jahresumsatz oder eine Jahresbilanzsumme von höchstens 10 Mio. EUR aufweisen, wobei verbundene Unternehmen entsprechend der KMU-Definition der EU in die Betrachtung einbezogen werden.

Was wird gefördert?

Das Darlehen dient der Liquiditätssicherung von Unternehmen, die durch die Auswirkungen der "Corona-Krise" unverschuldet in wirtschaftliche Probleme geraten sind.

Wie wird gefördert?

Gewährt werden Darlehen zwischen 10.000 Euro und 150.000 Euro bis zur vollen Höhe des Finanzierungsbedarfs.

Die ersten zwei Jahre werden dabei zins- und tilgungsfrei gewährt, die maximale Darlehenslaufzeit beträgt 10 Jahre und spätestens bis zum Ablauf der ersten zwei Jahre wird ein entgeltfreies Sondertilgungsrecht der vollständigen Restschuld (in einer Summe) eingeräumt.

Die Darlehensgewährung erfolgt ohne Besicherung.

Unter welchen Voraussetzungen wird gefördert?

Es ist ein Nachweis zu erbringen, dass per 31.12.2019 die Kriterien für "Unternehmen in Schwierigkeiten" nicht erfüllt worden. Des Weiteren sind die Auswirkungen der Corona-Krise plausibel darzulegen.

Eine nachhaltige Rentabilität des Darlehensnehmers muss zum 31.12.2019 geeignet nachgewiesen sein.

Die Finanzierung des gesamten Vorhabens muss sichergestellt sein und die ordnungsgemäße Erfüllung der Verpflichtungen aus dem Darlehensvertrag muss erwartet werden können.

Antragstellung bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt

Die Antragstellung erfolgt hier online. Durch Fragen und automatische Ausfüllhilfen werden Sie durch den Online-Antrag geleitet.

Es ist vorab keine Stellungnahme der Hausbank notwendig.

Zum wirtschaftlichen Status des Unternehmens sind letzte Jahresabschlüsse sowie eine Liquiditätsplanung vorzulegen. Im Gegensatz zu anderen Programmen verzichtet die Investitionsbank jedoch auf Vorlage von Businessplänen.

Cornelia Strümpel
Sekretariat Betriebsberatung/Unternehmensförderung

Tel. 0391 6268-243
Fax 0391 6268-110
cstruempel--at--hwk-magdeburg.de

Download Antragsunterlagen und weitere Infos:

 www.ib-sachsen-anhalt.de/temp-ib-darlehen-fuer-kleine-unternehmen

"Sachsen-Anhalt ZUKUNFT" - Darlehen für Unternehmen bis zu 500 Beschäftigte

Seit 23. April können Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten vergünstigte Kredite bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt beantragen. Das dafür bereit gestellte Volumen umfasst 250 Millionen Euro, für das gesamte Soforthilfeprogramm 450 Millionen Euro.

Kleinbeihilfen bis 800.000 Euro

Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten und einem Kapitalbedarf bis zu 800.000 Euro können im Rahmen von "Sachsen-Anhalt ZUKUNFT" ein Darlehen als so genannte Kleinbeihilfe bei der Investitionsbank beantragen. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre, zwei Jahre sind tilgungsfrei, der Zinssatz liegt bei 1,69 Prozent. Die Einbindung einer Hausbank ist nicht erforderlich. 

Darlehen bis fünf Millionen Euro

Unternehmen mit bis zu 500 Beschäftigten und einem Kapitalbedarf bis zu fünf Millionen Euro können bei der Investitionsbank vergünstigte Darlehen beantragen. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre, sechs Monate sind tilgungsfrei, der Zinssatz beträgt gestaffelt zwischen 0,69 und 1,75 Prozent. Für die Darlehen ist ebenfalls keine Stellungnahme der Hausbank erforderlich.

Antragstellung

Die Antragstellung erfolgt hier online. Durch Fragen und automatische Ausfüllhilfen werden Sie durch den Online-Antrag geleitet.

Cornelia Strümpel
Sekretariat Betriebsberatung/Unternehmensförderung

Tel. 0391 6268-243
Fax 0391 6268-110
cstruempel--at--hwk-magdeburg.de

Download Antragsunterlagen und weitere Infos:

 www.ib-sachsen-anhalt.de/ib-darlehen-fuer-kleine-mittlere-und-grosse-unternehmen

Grundsicherung für Selbständige

Pandemiebedingt können Selbständige für ihre Mitarbeiter  Kurzarbeitergeld beantragen, sofern der Betrieb die Bedingungen zur Beantragung erfüllt. Dieses Kurzarbeitergeld können Unternehmer und Soloselbständige jedoch nicht für sich selbst nutzen.

Die Bundesagentur empfiehlt Selbstständigen, die hilfsbedürftig werden, die Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) beim zuständigen Jobcenter zu beantragen. Die Selbständigkeit kann dabei bestehen bleiben.

Umfangreiche Informationen und hilfreiche Links finden Sie auf unserer Sonderseite Grundsicherung für Selbständige in Zeiten der Coronakrise.

Cornelia Strümpel
Sekretariat Betriebsberatung/Unternehmensförderung

Tel. 0391 6268-243
Fax 0391 6268-110
cstruempel--at--hwk-magdeburg.de

Verdienstausfall durch Coronavirus

Bei Verdienstausfällen aufgrund angeordneter Schutzmaßnahmen des Gesundheitsamtes nach dem Infektionsschutzgesetz können beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt Verdienstausfallentschädigungen beantragt werden.

Diese Verdienstausfallentschädigungen nach § 56 Absatz 1 IfSG setzen zwingend die Anordnung von Quarantänemaßnahmen oder ein (nach § 42 IfSG gesetzliches) angeordnetes Tätigkeitsverbot gegenüber sog. Ausscheidern, Ansteckungsverdächtigen, Krankheitsverdächtigen oder Trägern von Krankheitserregern durch das zuständige deutsche Gesundheitsamt voraus.

Für Personen, die selbst weder Ausscheider, Ansteckungsverdächtiger, Krankheitsverdächtiger oder sonstiger Träger von Krankheitserregern sind, sondern mittelbar oder unmittelbar aufgrund der Verordnungen über Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Sachsen-Anhalt ihrer Erwerbstätigkeit nicht nachgehen können, besteht laut Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt kein Anspruch auf Verdienstausfallentschädigung auf Grundlage des § 56 Abs. 1 IfSG.

Mehr Informationen sowie die Antragsunterlagen finden Sie hier.  

Für Fragen hat das Landesverwaltungsamt die E-Mailadresse  entschaedigung.ifsg@lvwa.sachsen-anhalt.de sowie die Hotline: 0345 514-1705 geschaltet.

KfW-Corona-Hilfe: Kredite für Unternehmen

Die Bundesregierung hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, mit dem Unternehmen bei der Bewältigung der Corona-Krise unterstützt werden. Hierbei kommt der KfW die Aufgabe zu, die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichtern.

Die KfW wird dazu die bestehenden Programme für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler nutzen und dort die Zugangsbedingungen und Konditionen verbessern. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht um Zuschüsse handelt.

Über Ihre Hausbank können Sie die Bundeshilfen der KfW beantragen. Mehr dazu finden Sie im Internetauftritt der KfW https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/KfW-Corona-Hilfe-Unternehmen.html

Neu: Schnellkreditprogramm der KfW

Das Schnellkreditprogramm richtet sich an Unternehmen mit elf bis 249 Mitarbeitern und ist für Anschaffungen (Investitionen) und laufende Kosten (Betriebsmittel) beantragbar. Der Kredit wird zu 100 % abgesichert durch eine Garantie des Bundes.

Max. Kreditbetrag: bis zu drei Monatsumsätze des Jahres 2019

  • Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten erhalten max. 500.000 Euro
  • Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten erhalten max. 800.000 Euro

Weitere Informationen zum Schnellkredit finden Sie  hier.

Kredite der Investitionsbank Sachsen-Anhalt

Bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt können Fördermittel für Liquiditätsengpässe aufgrund der Corona-Situation beantragt werden. Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.ib-sachsen-anhalt.de/coronavirus-informationen-fuer-unternehmen oder unter der Hotline:  0800 56 007 57

Außerdem können Anträge auf Stundungen und Vollstreckungsaufschub gestellt werden https://www.ib-sachsen-anhalt.de/coronavirus-informationen-fuer-unternehmen/coronahilfe

Unternehmen in Sachsen-Anhalt, die vom Ausbruch des Coronavirus wirtschaftlich betroffen sind, können sich bei der Investitionsbank Sachsen-Anhalt kostenfrei über die Hotline  0800 56 007 57 beraten lassen.



Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt

Die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt unterstützt mit Bürgschaften für Hausbankkredite oder Beteiligungskapital. Damit stellt sie kleinen und mittleren Unternehmen wirksame Finanzierungshilfen zur Verfügung, um die Corona-Epidemie wirtschaftlich gesund zu überstehen.

Unter dem Link finanzierungsportal.ermoeglicher.de kann ein digitales, rund um die Uhr verfügbares Finanzierungsportal genutzt werden. Telefonnummer  0391 73 75 20

Stundung von Steuern

Bis zum 31. Dezember 2020 können nachweislich unmittelbar und nicht unerheblich betroffenen Steuerpflichtigen, unter Darlegung ihrer Verhältnisse Anträge auf Stundung der bis zu diesem Zeitpunkt bereits fälligen oder fällig werdenden Steuern, die von den Landesfinanzbehörden im Auftrag des Bundes verwaltet werden, sowie Anträge auf Anpassung der Vorauszahlungen auf die Einkommen- und Körperschaftsteuer stellen.

Das Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt bietet Bürgerinnen, Bürgern und Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, in einem vereinfachten Verfahren, die Möglichkeit, die Anpassung ihrer Steuervorauszahlungen, die Stundung von Steuerzahlungen oder auch einen Vollstreckungsaufschub bei ihrem Finanzamt zu beantragen. Das Antragsformular, damit derartige Anträge unkompliziert gestellt werden können, steht nebenstehend oder online auf der Webseite des Finanzministeriums www.mf.sachsen-anhalt.de zum Download bereit und kann direkt am PC ausgefüllt werden. Aber auch formlose Anträge bleiben weiterhin möglich. Die Anträge können dem jeweils zuständigen Finanzamt sowohl per E-Mail als auch per Post oder Fax übersandt werden.

Da es sich hierbei um steuerliche Billigkeitsmaßnahmen handelt, kann durch die Finanzämter nicht gänzlich auf eine Darlegung der jeweiligen Verhältnisse verzichtet werden. Die Anträge sollten deshalb nicht nur allgemein mit der Corona-Krise begründet werden, sondern vor allem deren konkrete Auswirkung im jeweiligen Einzelfall schildern. Zudem sollten Stundungsanträge frühestens vier Wochen vor Fälligkeit der jeweiligen Steuer(voraus)zahlung beim Finanzamt gestellt werden, weil vorher eine Bearbeitung aus technischen Gründen nicht möglich ist.

Wir weisen darauf hin, dass auch die Stundung der Gewerbesteuer-Zahlungen möglich ist. Die hierfür erforderlichen Stundungsanträge sind grundsätzlich an die Gemeinde zu adressieren, soweit nicht ausnahmsweise die Finanzämter zuständig sind. Dies kann dem jeweiligen Gewerbesteuerbescheid entnommen werden.

Stundung von Sozialversicherungsbeiträgen

Der GKV-Spitzenverband, die Interessenvertretung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen in Deutschland, kündigte folgende Maßnahmen an, um Stundungen zu erleichtern:

  • Auf Antrag des Arbeitgebers können die Beiträge zunächst für die Monate März bis Mai 2020 gestundet werden. Stundungen sind längstens bis zum Fälligkeitstag für die Beiträge des Monats Juni 2020 zu gewähren. Vorrangig sollen aber Kurzarbeitergeld und sonstige Unterstützungs- und Hilfsmaßnahmen wie Fördermittel und Kredite in Anspruch genommen werden.
  • Wird eine Stundung bewilligt, werden keine Stundungszinsen berechnet. Ebenfalls soll von der Erhebung von Säumniszuschlägen oder Mahngebühren abgesehen werden.
  • Eine glaubhafte Erklärung des Arbeitgebers, dass er erheblichen finanziellen Schaden durch die Pandemie, beispielsweise in Form von erheblichen Umsatzeinbußen, erlitten hat, soll in aller Regel ausreichend sein.
  • Diese Hilfestellungen sollen auch für freiwillig in der GKV versicherte Selbstständige gelten. Bei diesen Selbstständigen ist allerdings zu prüfen, ob vor einer Stundung auch die Möglichkeit einer Beitragsermäßigung wegen eines krisenhaften Gewinneinbruchs in Betracht kommt.

Das Stundungsverfahren ab Juni 2020

Weiterhin teilt der GKV-SV mit, welche Konditionen für das Stundungsverfahren ab Juni 2020 gelten. Bis zum 30. September 2020 soll die besondere Situation der von der Corona-Pandemie betroffenen Arbeitgeber berücksichtigt und regelmäßig davon ausgegangen werden, dass eine erhebliche Härte vorliegt, die Zahlungsschwierigkeiten vorübergehender Natur sind und die Beitragszahlung nicht gefährdet ist. Somit seien die grundsätzlichen Voraussetzungen der Stundung von Beiträgen in aller Regel erfüllt.

Als Erleichterung ist vorgesehen, dass die in den Beitragserhebungsgrundsätzen vorgeschriebenen Stundungszinsen "differenziert" festgelegt werden. Sofern z. B. der Arbeitgeber einer angemessenen ratierlichen Zahlung bereits gestundeter Beiträge zugestimmt hat und diesem Ratenplan auch nachkommt, ist ein Stundungszins nicht zu erheben. Auch von den eigentlich vorgeschriebenen Sicherheitsleistungen kann dann abgesehen werden, wenn der Arbeitgeber seiner Beitragsverpflichtung in der Vergangenheit nachgekommen ist.

Die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge kann zu Problemen führen, wenn die Krankenkassen den Betrieben für die Teilnahme an der Vergabe öffentlicher Aufträge Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen müssen. Der GKV-Spitzenverband schlägt vor, dass die Krankenkassen in diesen Fällen eingeschränkte Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausstellen. Die Unbedenklichkeitsbescheinigungen sollten bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen auf einen früheren Zeitpunkt abstellen und einen entsprechenden Zusatz tragen. Beispielsweise könnte der Zusatz lauten: "Die Beiträge zur Sozialversicherung wurden bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland im März 2020 regelmäßig und pünktlich zu den jeweiligen Fälligkeitsterminen gezahlt."

Beantragung von Zahlungsaufschub, Ratenzahlung oder Beitragsreduzierung

Ein Antrag auf Zahlungsaufschub kann durch formlosen Antrag bei der jeweiligen Behörde bzw. Institution gestellt werden. Die Bewilligung liegt jeweils im Ermessen des (Vertrags)-Partners.

Rentenversicherung (Versicherungsbeitrag)

Selbständige, die in der gesetzlichen Rentenversicherung versicherungspflichtig sind (i.d.R. über die Handwerkerrentenversicherung) und durch die Corona-Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten, können auf Antrag ihre Beitragszahlung bis 31. Oktober 2020 aussetzen. Hierauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin. Betroffene können sich unter Hinweis auf die Corona-Pandemie formlos an ihren Rentenversicherungsträger wenden und eine Aussetzung der laufenden Beitragszahlung beantragen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der DRV-Internetseite https://www.deutsche-rentenversicherung.de/DRV/DE/Home/Corona_Blog/200327_Selbststaendige.html

Weitere Behörden/Institutionen und kommunale Unternehmen mit Möglichkeit auf Stundungsantrag:

  • Agentur für Arbeit (Beiträge zur Arbeitslosenversicherung)
  • ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice (Rundfunkbeitrag)
  • Berufsgenossenschaft (Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung, ggf. auch zur freiwilligen Unternehmerversicherung)
  • Finanzamt (z. B. Einkommensteuervorauszahlung, Gewerbesteuervorauszahlung)
  • GEMA (GEMA-Gebühren)
  • Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer (Mitgliedsbeiträge)
  • Kranken- und Pflegeversicherung (Versicherungsbeitrag)
  • Abfallentsorgung (Kommunaler Versorger)
  • Sonstige Versicherungen (um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden, unbedingt mit dem Kundendienst der Versicherung Kontakt aufnehmen)

Außerdem sollte gleichzeitig die Befreiung bzw. Verzicht auf Stundungszinsen und Sicherheitsleistungen sowie die Aussetzung der Zahlung obiger Beiträge bis zur Entscheidung des Stundungsantrages beantragt werden.

Folgende Berufsgenossenschaften bieten Stundungen/Ratenzahlungen an:

Auflistung Hilfen zur Liquiditätssicherung

Der ZDH stellt eine Kurzzusammenfassung für Hilfen zur Liquiditätssicherung in Form einer Liste zur Verfügung, die maßnahmenbezogen alle Inhalte der  ZDH-Corona-Seite bündelt.