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Handwerkskammer Magdeburg

Wie soll das weitergehen?

Während die Kosmetiker verschont bleiben, ist der zweite Lockdown für andere Handwerker hart. Ein Stimmungsbild.

„Das ist doch alles nicht war“, denkt Kosmetikerin Saskia Kelle, als am 28. Oktober die Nachricht von der Schließung der Kosmetikbetriebe im Rahmen der Bund-Länder-Maßnahmen durch die Medien geht. „Wir haben immer alle Hygiene-Anforderungen erfüllt. In keinem anderen Wirtschaftszweig ist der Kunde so bekannt wie bei uns. Das ergibt doch alles keinen Sinn“, sind die Gedanken, die der Inhaberin von „nivoo – Ästhetik Institut Magdeburg“ an diesem Abend durch den Kopf gehen. Ein bedrückendes Gefühl. Wie viele andere ihrer Berufskollegen nimmt sie für die nächsten Tage so viele Termine wie möglich an - und verpasst dann vor lauter Arbeit fast die frohe Botschaft, dass in Sachsen-Anhalt Nagelpflege-, Fußpflege- und Kosmetiksalons geöffnet bleiben. Statt Erleichterung stellt sich Unsicherheit ein. „Stimmt das jetzt wirklich, kann ich mich darauf verlassen? Wie soll das zukünftig weitergehen?“, denkt Saskia Kelle, die den ersten Lockdown dank der Soforthilfe mit einem blauen Auge überstanden hat. 

Für viele andere Handwerksbetriebe ist der erneute Lockdown ein harter Einschnitt. Das gilt etwa für Fleischer, Bäcker und Konditoren im Hinblick sowohl auf ihr gastronomisches Angebot als auch ihre Dienstleistungen für Veranstaltungen. „Bäckereien sind in den vergangenen Jahren den Kundenbedürfnissen gefolgt und haben verstärkt im Gastrobereich investiert. Diese Investitionen könnten durch die Pandemie gefährdet sein und den einen oder anderen Betrieb zur Schließung veranlassen“, sagt Manfred Stelmecke, Landesinnungsmeister des Bäckerhandwerks in Sachsen-Anhalt. Stelmecke berichtet außerdem von einer starken Belastung der Kunden-Beziehung und einer Verschlechterung des Aufwand-Ertrag-Verhältnisses wegen der Erweiterung der Hygienekonzepte. 

Das neuerliche Herunterfahren von Gastronomie und Hotellerie hat negative Konsequenzen für diejenigen Textil- und Gebäudereiniger, die in diesem Bereich tätig sind. Andere wiederum haben durch die Corona-Pandemie eher mehr Aufträge, etwa durch Sonderreinigungen. „Wir verzeichnen derzeit keine Einschränkungen und hoffen, dass Kitas und Schulen geöffnet bleiben, sonst würden uns viele Aufträge wegbrechen“, sagt beispielsweise Thomas Sauer von der Gebäudedienste Zehm GmbH aus Magdeburg. 

Für Privatbrauereien wird mit der Gastronomie ihr wesentlicher Absatzkanal verschlossen. Trotzdem bleibt Robert Kellermann vom Brauhaus Brewkau in Magdeburg optimistisch: „Durch die Erfahrungen vom ersten Lockdown gehe ich jetzt anders heran. Ich baue auf unseren Werksverkauf und die Solidarität unserer Kunden. Wir werden das schon überstehen“, sagt der Brauer. 

Im Messebereich trifft es die Messe- und Ladenbauer sowie Handwerkerinnen und Handwerkern, die mehrheitlich vom Messegeschäft und Kundenkursen leben. Keramikerin Karina Paschke aus Magdeburg zum Beispiel kann seit März ihre Töpferkurse aufgrund der Werkstattgröße nur mit stark reduzierter Teilnehmerzahl ausrichten. Dadurch hat sie 60 bis 70 Prozent Einnahmeeinbußen und Existenzängste. „Ich hoffe, dass es bei vier Wochen bleibt und werde auf jeden Fall  die in Aussicht gestellte Wirtschaftshilfe beantragen“, sagt Paschke. Wie das Sozialministerium auf Anfrage mittteilte, bleiben Kundenworkshops unter Auflagen weiter gestattet.

Hotline: Für von der Corona-Krise betroffene Handwerksbetriebe hat die Handwerkskammer die Hotline 0391 62680 eingerichtet.
Sie ist montags bis donnerstags zwischen 7.30 und 16.30 Uhr und freitags zwischen 7.30 und 13 Uhr erreichbar. 

Unter www.hwk-magdeburg.de/corona hat die Handwerkskammer alle wichtigen Informationen für Handwerker zusammengestellt.

 

Cornelia Strümpel
Sekretariat Betriebsberatung/Unternehmensförderung

Tel. 0391 6268-243
Fax 0391 6268-110
cstruempel--at--hwk-magdeburg.de